- 26.08.2010, 09:25:42
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Hintergrund: Das Orang Utan-Rehabilitations-Programm von VIER PFOTEN und BOS auf Borneo
Wien (OTS) - Die Waldschule:
Die Lernziele für die Orang-Utan-Kinder sind:
- Klettern, Fortbewegung in den Bäumen, sich nicht verlaufen
- Nahrung finden und Nest bauen
- Orang-Utan-Manieren und Vorliebe für Orang-Utans (und nicht
Menschen) als Freunde
- Vermeiden und Misstrauen gegenüber fremden Menschen
Für die Menschenaffen-Kinder ist es sehr wichtig, geliebt und
beschützt zu werden. Da sind Menschenkinder und Orang-Utans gleich.
Daher bilden Signe Preuschoft und ihr Team, ähnlich wie in
SOS-Kinderdörfern, Gruppen von etwa vier bis sechs Kindern und mit
jeweils drei bis vier menschlichen Bezugspersonen. Für die ersten
vier Lebensjahre ist das dann die "Familie" eines Orang-Utan-Waisen.
Je nach Alter, Selbstständigkeit und Wissensstand besuchen die
Orang-Utan-Kinder unterschiedliche Schulstufen:
1) Kindergarten bzw. Vorschule (0 - 5 Jahre)
2) Grundschule (4 - 7 Jahre)
3) Mittelschule (6+ Jahre)
In Samboja ist das Klassenzimmer ein Wald. Der Tagesablauf
gestaltet sich ähnlich wie in einer Dorfschule, wo alle Schüler in
einem Klassenzimmer sind. Die "Schulkinder" lernen voneinander und
von den Menschen. In Kindergarten bis Grundschule lernen die
Affen-Kleinkinder die Grundlagen für das Überleben im Wald: Klettern,
Nahrung finden, Nester bauen. In der Mittelschule kommen die Waisen
in die Pubertät. Sie sind noch unerfahren, streifen aber schon
alleine herum. Um sie gut auszubilden, wird ihnen viel Freiheit
gelassen. Die Pfleger folgen ihnen aber von Sonnenaufgang bis
Sonnenuntergang, von einem Schlafnest zum nächsten.
Wenn diese Orang-Utans später auswildern werden, dann ist nur das
Gelände fremd. Mit der Situation und ihren Betreuern sind sie aber
schon vertraut. Auf diese Weise ermöglichen die Betreuer von VIER
PFOTEN und BOS den Orang-Utans einen sanften Übergang von der
Kindheit bis zur Selbstständigkeit und reduzieren so die Gefahren,
denen sie während der Auswilderung ausgesetzt sind.
Die Auswilderung:
Die erste Auswilderung von Orang-Utan-Waisen aus der Waldschule
von Samboja ist für Anfang 2011 geplant. Es werden zunächst 4-5 Tiere
in die Freiheit des Waldes entlassen.
BOS hat hierzu ein abgelegenes Waldgebiet am Rande der Berge
nordöstlich von Samboja von der Regierung gepachtet. Hier werden in
den nächsten Monaten Beobachtungspfade freigeschlagen, um den Affen
nach der Auswilderung folgen und sie so betreuen zu können.
In der lokalen Bevölkerung nahe dem Auswilderungsgebiet (dort
leben Dayak- und Punan-Völker) werden waldkundige Menschen für die
Betreuung der Affen angeworben und im direkten Kontakt mit ihren
zukünftigen Schützlingen in Samboja ausgebildet. So werden aus den
früheren Jägern der Orang Utans in Zukunft die neuen Beschützer der
Tiere...
Die Orang-Utans, die ausgewildert werden, erhalten Mini-Sender,
damit man sie anpeilen und wiederfinden kann. Die Sender wurden in
Zusammenarbeit mit dem Wiener Institut für Wildtierbiologie
entwickelt. Das Betreuungs-Team wird die Affen in den ersten drei
Monaten beständig beobachten und notfalls betreuen - bis sie sich
allein zurecht finden.
Weblinks: www.vier-pfoten.at
Spendenkonto:
P.S.K.
BLZ 60.000
Kto: 7544.590
Rückfragehinweis:
Viktoria Höfferer
Tel: +43-1-545 50 20-62
Fax: +43 1 545 50 20-99
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