• 25.08.2010, 09:21:16
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LK Österreich: Steuerpauschalierung bringt Bauern keinen Zusatzverdienst

Bewährtes System vermeidet zusätzliche Bürokratie

Wien (OTS) - "Die Steuerpauschalierung für Landwirte bringt den
heimischen Bauern keinen Zusatzverdienst, sondern vermeidet
zusätzliche Bürokratie. Auch die Mehrwertsteuer-Pauschalierung bringt
ihnen kein Körberlgeld, weil sich der Aufschlag beziehungsweise Abzug
der Mehrwert-/Vorsteuer neutral auf das bäuerliche Einkommen
auswirkt. Dies deshalb, weil für landwirtschaftliche Produkte nur der
mit 10 beziehungsweise 12% vergünstigte Mehrwertsteuersatz verrechnet
werden kann, während die Landwirte für die agrarischen Betriebsmittel
und Investitionen aber 20% Mehrwertsteuer zu bezahlen haben",
kritisiert August Astl, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer
Österreich, jüngste Medienberichte, die einen vermeintlichen
Zusatzverdienst der Bauern durch die Mehrwertsteuer-
Steuerpauschalierung angeführt haben. Astl verweist dazu auf den
Grünen Bericht mit den Ergebnissen der freiwilligen Buchführung (rund
2.000 bäuerliche Betriebe).

Demnach war in den vergangenen fünf Jahren die Differenz aus
Mehrwertsteuer und Vorsteuer im Durchschnitt für die bäuerlichen
Betriebe negativ (minus EUR 169,-). Mit einem Minus von EUR 603,- war
der Vorsteuerüberhang im Vorjahr besonders groß, weil die Landwirte
für ihre Betriebsmittel und Investitionen eben 20% Mehrwertsteuer
bezahlt haben.

LK fordert Anhebung der Pauschalierungsgrenzen

Wie berichtet, fordert die LK Österreich die Beibehaltung des
Einheitswertsystems und die Anhebung der Pauschalierungsgrenzen. Die
bäuerliche Interessenvertretung verlangt in dem Zusammenhang die
Anhebung der Einheitswertgrenze für die Vollpauschalierung von EUR
65.000,- auf 100.000,-. Bei der Einheitswert-bezogenen Grenze für die
Vorlage einer Bilanz, die derzeit bei EUR 150.000,- liegt, will die
LK eine Ausweitung auf EUR 250.000,- erreichen.

Bezüglich der Neufeststellung der Einheitswerte und des geplanten
Bewertungsgesetzes habe die LK Österreich dem Finanzministerium einen
Reformvorschlag übermittelt. Schließlich gelte es, das bewährte
System der Einheitswerte mit der Pauschalierung zeitgerecht zu
gestalten und weiterzuentwickeln, unterstreicht der
LK-Generalsekretär.

"Wir verwahren uns gegen unsachliche und unseriöse Angriffe in
Sachen Einkommensbesteuerung und werden in den nächsten Wochen und
Monaten alles daran setzen, um die Vollpauschalierung für Landwirte
zu erhalten. Dies deshalb, um unseren Bauernfamilien einen enormen
zusätzlichen bürokratischen Aufwand bei sinkenden Einkommen und
steigenden Betriebsmittelkosten zu ersparen. Fest steht, dass die
pauschalierte Einhebung der Einkommenssteuer für die Landwirtschaft
weder ein Körberlgeld noch irgendein Zusatzeinkommen für Österreichs
Bauernfamilien ist, sondern für viele Menschen in der Landwirtschaft
schlichtweg eine Notwendigkeit für das Bauersein im nächsten
Jahrzehnt darstellt", stellt Astl klar.
(Schluss)

Rückfragehinweis:

Landwirtschaftskammer Österreich 
   Ludmilla Herzog, Kommunikation 
   Schauflergasse 6,1014 Wien 
   T +43/1/53441-8522 
   F +43/1/53441-8519
   M +43/676/83441-8522 
   mailto:[email protected] 
   www.lk-oe.at

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