• 24.08.2010, 18:59:49
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ÖSTERREICH: Hypo zahlte 100 Millionen Euro an Mafia-Boss

Mutmaßlicher Drogen-Pate Darko Saric wusch Millionen über Hypo-Bank

Wien (OTS) - Die Tageszeitung ÖSTERREICH enthüllt in ihrer
Mittwochausgabe neue, brisante Details im Kriminalfall Hypo Group
Alpe Adria: Demnach hat die Bank 100 Millionen Euro für den
berüchtigten serbischen Mafia-Boss Darko Saric weiß gewaschen. Darko
Saric wurde im April 2010 in Serbien wegen Schmuggels von 2,7 Tonnen
Kokain angeklagt.
ÖSTERREICH bezieht sich bei allen Angaben auf interne Protokolle
und Erhebungen der serbischen Behörden, in die Einsicht genommen
werden konnte.
Konkret wurde das Drogen-Geld über Tochterfirmen der Hypo Alpe
Adria gewaschen. Saric legte demnach über Offshore-Firmen rund 100
Millionen Euro auf Konten der Hypo an - vorwiegend in Liechtenstein.
Parallel dazu wurde im Zeitraum von 2007 bis 2008 ein Kredit in der
Höhe von 81,56 Millionen Euro von der Hypo Group Netherlands
Corporate Finance, einer Hypo-Tochter in Holland. Ein zweiter Kredit
über 17,9 Millionen Euro wurde von der Hypo Alpe Adria International
AG im Zeitraum 2008 bis 2009 bewilligt. Sämtliche Unterlagen zu den
Krediten liegen den serbischen Behörden vor. Die Kreditlinien flossen
auf das Konto des Unternehmens Blok 67 Assosciates. Dabei handelt es
sich um ein riesiges Bauprojekt in Belgrad.
Die Rückzahlung des Kredits wurde bereits nach kurzer Zeit
komplett gestoppt. Von den 81,56 Millionen Euro der Hypo Netherlands
wurden nur 5,5 Millionen Euro zurückgezahlt. Bei der Hypo
International waren es 2,9 Millionen Euro. Die Hypo bereinigte die
ausständige Kreditschuld intern über die vorher getätigten
Einzahlungen von Saric. Von Seiten der Hypo-Ermittler wird diese
Vorgangsweise für grundsätzlich mögich gehalten - allerdings nur,
wenn das Management der Bank mitspielt. Das heißt: Das
Hypo-Management müsste über die Geldwäsche informiert gewesen sein.
Die Sprecherin der Hypo Alpe Adira Bank meinte zu den serbischen
Ermittlungen: "Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist im Interesse
der Bank, die dies auch aus eigener Kraft vorantreibt." Man würde mit
den Behörden kooperieren.
Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

Rückfragehinweis:
ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
mailto:[email protected]

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