• 23.08.2010, 14:20:43
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  • OTS0158 OTW0158

Neue Pläne für eine lebendige March

bmvit, Land NÖ, WWF und via donau präsentieren Maßnahmenplan für die March

Besichtigung des Projektgebietes Lebendige March

Marchegg (OTS) - Die March ist der größte linksufrige Zubringer im
Oberlauf der Donau und gleichzeitig der einzige naturnahe
Tieflandfluss pannonischer Prägung in Österreich. Aufgrund von
Regulierungs- und Intensivierungsmaßnahmen im vergangenen Jahrhundert
befindet sich der Fluss im "mäßigen" ökologischen Zustand gemäß der
Wasserrahmenrichtlinie. Mit einem neuen Projekt soll die March
wieder mehr Dynamik erhalten. Dabei werden sowohl flussbauliche
Maßnahmen als auch Maßnahmen abseits der Gewässer umgesetzt. Diese
umfassende Zugangsweise lässt eine wildnisartige Aulandschaft
entstehen, in der wieder dynamische Prozesse ablaufen können.

Die March-Thaya-Auen sind neben dem Gebiet Neusiedler
See/Seewinkel der artenreichste Landschaftsraum Österreichs. Viele
Pflanzen und Tiere, die an der March vorkommen, gibt es nirgends
sonst in Österreich. Allerdings sind viele der naturkundlichen
Besonderheiten der March heute gefährdet. Deshalb sind jetzt
umfassende Maßnahmen nötig, um die Vielfalt in den March-Thaya-Auen
langfristig zu erhalten. Bereits im Juni 2007 wurde den
Anrainergemeinden der March der sogenannte "Bilaterale Maßnahmenplan"
präsentiert, in dem Handlungen zur Verbesserung des ökologischen
Zustandes der March und der Aulandschaft erarbeitet worden waren. Auf
dieser Basis sollen von der Mündung der March in die Donau bis zur
Weidenbachmündung Renaturierungsmaßnahmen gesetzt werden.

Mit dem von der EU geförderten Projekt LIFE+ - Renaturierung
Untere March-Auen setzt die via donau - Österreichische
Wasserstraßen-Gesellschaft mbH als Projektleiterin im Auftrag des
Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie gemeinsam
mit den Partnern WWF Österreich und dem Niederösterreichischen
Landesfischereiverein Maßnahmen an der Unteren March und im
angrenzenden Vorland um.

Bundesministerin Doris Bures, die via donau mit der Umsetzung
verschiedener Renaturierungsmaßnahmen beauftragte, betont, dass "wir
damit den Ansprüchen des Hochwasserschutzes genauso gerecht werden
wie den Ansprüchen der Ökologie". Außerdem leiste man einen wichtigen
Beitrag zur Umsetzung des Verbesserungsgebots der
EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Durch die Wasserbaumaßnahmen sollen mehrere Nebenarm- und
Inselsysteme entstehen. Dadurch profitieren besonders geschützte
Fischarten wie etwa der Schlammpeitzger. "Die Auflockerung der
regulierten March durch die Errichtung einer Insellandschaft bringt
den Fluss ein Stück zurück an seinen ursprünglichen Zustand und
verbessert diesen Lebensraum für viele gefährdete Pflanzen- und
Tierarten", erläutert DI Hans-Peter Hasenbichler, Geschäftsführer der
via donau.

Maßgeblich unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Land
Niederösterreich. Für Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf ist das
Projekt ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der
EU-LIFE-Projekte in Niederösterreich: "In den letzten 15 Jahren
konnten wir in Niederösterreich im Rahmen von LIFE-Projekten rd. Euro
40 Mio. in den Gewässerschutz investieren. Mit dem aktuellen Projekt
tragen wir maßgeblich zum Schutz dieses einzigartigen Lebensraums
bei."

Die Maßnahmen im Vorland betreffen neben speziellen
Artenschutzmaßnahmen die Sicherung und Wiederherstellung der für die
Region typischen Feuchtwiesen. Eine wichtige Aufgabe des Projekts ist
daher die Pflege und Erhaltung dieser Wiesenflächen.

"Wir freuen uns, dass durch dieses ambitionierte Projekt wieder
ein Stück Wildnis an die March zurückkehrt", begrüßt
WWF-Geschäftsführerin Dr. Hildegard Aichberger die Renaturierungen.
"Von der Wiederherstellung einer naturnahen Flussdynamik durch die
Anbindung von Seitenarmen bzw. den Rückbau der harten Uferverbauung,
werden Flussregenpfeifer, Uferschwalbe & Co profitieren und bald
wieder den neu entstandenen Lebensraum besiedeln", hofft Aichberger.

Das Projekt soll gemeinsam mit dem Land Niederösterreich, dem WWF
Österreich und dem Niederösterreichischen Landesfischereiverband
abgewickelt werden, wobei via donau die Projektkoordination betreibt.
Einreichtermin für das Projekt im Rahmen des Programmes Life+ ist im
Herbst 2010. Bei positiver Bewertung startet das Projekt im September
2011 mit einer Projektlaufzeit bis 2017.

Kontakt Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie:
Susanna Enk, Pressesprecherin Bundesministerin Doris Bures
1010 Wien, Stubenring 1
Susanna.Enk@bmvit.gv.at, www.bmvit.gv.at 

Kontakt Niederösterreichische Landesregierung:
Klaus Luif, Pressesprecher Dr. Stephan Pernkopf
Tel: 02742/9005-12700
1220 Wien, Donau-City-Straße 1
klaus.luif@noe.gv.at, www.noe.gv.at

Kontakt WWF:
MMag. Franko Petri, WWF Österreich
Tel: 01/48817-231
1160 Wien, Ottakringer Straße 114-116
franko.petri@wwf.at, www.wwf.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
Mag. Eva Michlits
Donau-City-Straße 1, 1220 Wien
Tel: 050 4321-1400, presse@via-donau.org

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