• 23.08.2010, 12:13:44
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"Making the Zero Carbon Society possible"

Rat für Forschung und Technologieentwicklung präsentiert seine Energieforschungsstrategie

Wien (OTS) - Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat
heute im Rahmen einer Pressekonferenz seine
"Energieforschungsstrategie" der Öffentlichkeit präsentiert.
Langfristiges Ziel bzw. Vision dieser Strategie ist eine
international führende Rolle Österreichs im Bereich nachhaltiger
Energiesysteme und die fast vollständige Deckung des Energiebedarfs
mit erneuerbaren Energien.

"Die Bedrohung durch den Klimawandel und die Verknappung der
fossilen Ressourcen verlangen nachhaltige Veränderungen in unserem
Energiesystem. Sowohl in der Forschung als auch bei der geforderten
Entwicklung neuer Technologien und dem damit verbundenen Einfluss auf
unsere Gesellschaft sind daher keine halbherzigen Lösungen verlangt,
sondern eine Jahrhundertanstrengung", betont Jürgen Stockmar,
Ratsmitglied und für das Thema Energieforschung zuständig. "Um diese
wirklich dramatische Herausforderungen zu bestehen, sollte
Österreichs Energieforschung in die Lage versetzt werden, auf
europäischem und internationalem Spitzenniveau zu forschen", fordert
Stockmar. Nach Ansicht des Rates für Forschung und
Technologieentwicklung braucht es eine Energieforschungsrevolution!

Forschung und Entwicklung als Grundlage einer "Energierevolution"
Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung definiert sechs
unterschiedliche Bereiche, die zusammen das Potenzial für eine
erfolgreiche Energieforschungsstrategie tragen:

- Die nationale Forschungsförderung muss, dem Stellenwert einer 
   gesicherten Energieversorgung entsprechend, angehoben werden. 
   Die Entwicklung von klaren Strukturen und das Setzen von 
   Forschungsschwerpunkten soll dabei eine zielorientierte 
   Forschung vorantreiben.
 - Forschung braucht WissenschaftlerInnen. Besonders in den 
   technikorientierten Studien ist es unumgänglich, dass Maßnahmen 
   gefunden werden, um mehr Menschen zu einem "Technikstudium" zu 
   motivieren.
 - Die Stärkung der Forschungsinfrastruktur ist eine wesentliche 
   Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche 
   Energieforschungs- und Innovationspolitik.
 - Die Spitzenposition österreichischer Forschung im   
   Energieforschungssektor wird durch internationale Kooperationen 
   gestärkt. Ein Ausbau dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit 
   ist daher dringend notwendig.
 - Eine Optimierung der einzelnen Maßnahmen sollte durch flexible 
   strategische Steuerungsprozesse gefördert und durch
   zweckoptimiertes Monitoring unterstützt werden. 
 - Ein innovationsförderndes Umfeld schafft die Voraussetzung für 
   die Umsetzung des angestrebten Wandels in der Energieversorgung 
   der Zukunft.

"Unser Umgang mit Energie, die Entwicklung neuer und optimierter
Lösungen zur Energiegewinnung und die ansteigende Nutzung
erneuerbarer Energiequellen werden sicherlich schon für die nächsten
Generationen einen großen Einfluss darauf haben, wie reibungsarm bzw.
mit wie viel Spielraum der Ausstieg aus der fossilen
Energieversorgung möglich wird", so Ratsmitglied Jürgen Stockmar.

Resultat eines intensiven und langfristigen Prozesses

Die in der Energieforschungsstrategie definierten Ziele,
vorgeschlagenen Empfehlungen und Handlungsmaßnahmen sind das Produkt
eines intensiven und umfassenden Prozesses, der gemeinsam mit
wesentlichen Akteuren der Energieforschung entwickelt und erarbeitet
wurde.

In Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation
und Technologie (BMVIT), der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt
und Technologie (ÖGUT) und der Österreichischen Energieagentur (AEA)
führten die Inhalte von Expertengesprächen und Workshops im August
2009 zur Erstellung eines Expertenpapiers. Auf dieser Grundlage wurde
im Februar und März dieses Jahres ein mehrwöchiger offener
Online-Konsultationsprozess durchgeführt, dessen Ergebnisse in einem
abschließenden Expertenworkshop wiederum eingehend diskutiert wurden.

Die wertvollen Kommentare, Stellungnahmen und Diskussionsbeiträge
stellen somit die Basis der genannten Empfehlungen und
Handlungsmaßnahmen dar, die der Rat für Forschung und
Technologieentwicklung in seiner Energieforschungsstrategie
vorschlägt.

"Eine besondere Bedeutung für die Sicherung der zukünftigen
Energieversorgung kommt dabei einer klaren Steigerung der
Energieeffizienz zu, die den Schlüssel für eine nachhaltige
Energieversorgung mit erneuerbaren Ressourcen in den kommenden
Jahrzehnten darstellt", erklärt Stockmar. "Um den Energieverbrauch
maßgeblich zu reduzieren, ist es einerseits notwendig, dass durch
eine intensivierte Forschung u. a. effiziente Lösungen für Logistik
und Mobilitätssysteme, Energieversorgung von Gebäuden, Transport und
industrielle Prozesse entwickelt werden. Gleichermaßen müssen aber
auch der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben und neue
Technologien entwickelt werden, wobei der erfolgreiche Einsatz ganz
klar von ökonomischen Faktoren abhängig ist," so Stockmar. "Dabei ist
vor allem die Politik gefordert, Steuerungsmechanismen zu entwickeln,
um ein soziales Ungleichgewicht durch steigende Energiekosten zu
verhindern."

10 Jahre Rat für Forschung und Technologieentwicklung: Bilanz und
Ausblick

Der Vorsitzende des Rates für Forschung und
Technologieentwicklung, DI Dr. Knut Consemüller, nahm im Anschluss an
die Präsentation der "Energieforschungsstrategie" Stellung zur Anfang
September 2010 auslaufenden Funktionsperiode des Rates und schlug
einige mögliche Arbeitsschwerpunkte für die Zukunft vor. "Diese
Themen", so Consemüller, " stellen eine Kontinuität der laufenden
Tätigkeiten dar und spiegeln dringliche, aber nicht erschöpfende
Fragen der österreichischen FTI-Landschaft wider."
Als wesentlich für die Zukunft betrachtet Consemüller die Entwicklung
von Maßnahmen auf Basis eines ganzheitlichen Ansatzes: "Bildung,
Forschung und Innovation beeinflussen einander und müssen daher
künftig auch gemeinsam betrachtet werden", fordert Consemüller: "Wenn
Entscheidungen in diesen Feldern unabhängig voneinander getroffen
werden, wie dies in der Vergangenheit teilweise geschehen ist, so
kann das verfügbare Potenzial nicht zur Gänze ausgeschöpft werden."

Als weitere Orientierungspunkte nannte Consemüller:

- Orientierung an den besten Ländern ("best practice" anstelle 
   quantitativer Inputziele);
 - jährliche Steigerungen der Aufwände bei FWF, FFG, Christian 
   Doppler Gesellschaft, Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, ÖAW, u.a. 
   um 8-10 Prozent bei Verbesserung der Exzellenz und Effektivität;
 - differenzierte Vorgangsweise aufgrund der in Österreich 
   vorherrschenden KMU-Wirtschaftsstruktur;
 - Verbesserung der Attraktivität Österreichs für ausländische 
   Firmen, ForscherInnen und InvestorInnen, um wieder zu einem F&E-
   Auslandsanteil von mehr als 20 Prozent zu kommen;
 - bevorzugte Förderung des Kooperativen Bereichs zur weiteren 
   Verbesserung der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft.

Wichtige Themen für die Zukunft

Abschließend verwies der Ratsvorsitzende auf das Dokument
"Bridging the Gap". Dieses Papier soll der neuen Ratsversammlung
übergeben werden und enthält eine Aufzählung jener Themen, deren
Bearbeitung nach Ansicht der scheidenden Ratsversammlung auch in
Zukunft eine wichtige Aufgabe darstellen muss. Dies sind:

- Humanressourcen - Bildung/Forschung,
- Gesellschaft und Awareness,
- Outputorientierung / Wirkungsanalyse
- Internationalisierung und 8. EU-Forschungs-Rahmenprogramm,
- Grundlagenforschung / Angewandte Forschung / Experimentelle
Entwicklung

und schließlich

- Schwerpuntthemen wie beispielsweise Innovative Dienstleistungen,
Mobilität und Verkehr, Agrarwissenschaften, Geistes-, Sozial-
und Kulturwissenschaften, Geistiges Eigentum (Intellectual
Property Rights) und Technologietransfer, Infrastruktur,
Evaluierung / Monitoring sowie Bund-Bundesländer-Abstimmung.

Rückfragehinweis:
DI Dr. Ludovit Garzik
Geschäftsführer des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
Tel: +43 (1) 7131414
E-Mail: l.garzik@rat-fte.at

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