• 16.08.2010, 16:05:09
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"KURIER"-Kommentar von Ricardo Peyerl "Elsner nicht mehr allein"

Wer wie lange in U-Haft sitzt, dürfte vielfach eine "Bauchentscheidung" sein.

Wien (OTS) - Das Lieblingsargument der Fürsprecher von Helmut
Elsner ist mit der Verhaftung von Wolfgang Kulterer widerlegt:
Nämlich dass auch andere Banker den Begehrlichkeiten der Eigentümer
(der ÖGB bei der Bawag, das Land Kärnten bei der Hypo) nachgaben und
zockten, aber er als Einziger sitzt. Elsner und Kulterer wurden von
der Politik hofiert, fühlten sich allmächtig und zu sicher.
Der große Unterschied bei der U-Haft für Golfspieler Helmut Elsner
und Polospieler Wolfgang Kulterer ist der Zeitfaktor: Der
Ex-Bawag-Chef sitzt seit dreieinhalb Jahren hinter Gittern, sein
Prozess ist zumindest in erster Instanz längst gelaufen, das Urteil
aber noch lange nicht rechtskräftig, es gibt nichts mehr zu
vertuschen oder abzusprechen, und eine Flucht würde der herz- und
nierenkranke 75-Jährige kaum überleben.
Da würde man schon eher einem Julius Meinl V. zutrauen, sich
angesichts von Milliardenklagen und strafrechtlicher Verfolgung
abzusetzen. Aber er, der auch die britische Staatsbürgerschaft
besitzt, darf nach kurzer U-Haft mit seinen Pässen schon wieder
reisen.
Und Karl-Heinz Grasser? Ihn hat die Justiz bis jetzt zu der Flut
von Vorwürfen und Verdachtsmomenten nicht einmal noch zu einem
Gespräch eingeladen.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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