Neue Migränetherapie für Jugendliche

Nasenspray hilft Jugendlichen ab 12 Jahren

Wien (OTS) - Nicht nur Erwachsene, auch Kinder und Jugendliche können unter Migräne oder Kopfschmerzen leiden. Die Bedeutung der Migräne bei Jugendlichen wird im Allgemeinen jedoch unterschätzt, etwa das Ausmaß der aufgrund des Leidens ausgefallenen Schultage. Speziell bei Kindern und Jugendlichen können Faktoren wie Schulstress oder Stress durch familiäre Probleme, Bewegungsmangel, bestimmte Lebensmittel (Schokolade, Nüsse etc.), zu langes Fernsehen oder Computerspielen, geänderter Schlaf-Wach-Rhythmus oder der Eintritt der Regelblutung bei Mädchen eine Migräneattacke auslösen.

Neue Migränetherapie für Jugendliche ab 12 Jahren

Die Erkrankung sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden -er kann eine Therapie empfehlen, die auf das Kind zugeschnitten ist. Die Migränetherapie muss bei Kindern und Jugendlichen genauso individuell angepasst werden wie bei Erwachsenen. Für betroffene Kinder und Jugendliche ist es zudem gut, wenn sie lernen Stress abzubauen und sich zu entspannen.

Neben verschiedenen nicht-medikamentösen Maßnahmen und Schmerzmitteln gibt es nun auch für Jugendliche ein migränespezifisches Medikament: Eines der Triptane ist ab sofort in Form eines Nasensprays für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Die Wirksamkeit des Arzneimittels wurde in einer multizentrischen, doppelblinden, randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie (1) bei 171 Jugendlichen nachgewiesen. Das Nasenspray sollte angewendet werden, sobald sich der Migräne-Kopfschmerz ankündigt.

Triptane sind eine besonders wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeit für schwere Migräne, die eine individuelle Behandlung erlauben. Gleich zu Beginn eines Migräne-Anfalls angewendet, können mit Triptanen die Kopfschmerzen rasch und gezielt behandelt werden. Triptane binden an spezielle Rezeptoren im Gehirn, an die normalerweise die körpereigene Substanz Serotonin bindet, blockieren damit den Rezeptor und unterbinden die Schmerzweiterleitung.

Meist Besserung im Erwachsenenalter

Wissenschaftler aus Taiwan sind in einer Studie (2) der Frage nachgegangen, ob sich Migränebeschwerden in der Jugend bis zum Erwachsenenalter vermindern, oder ob es Marker dafür gibt, dass die Kopfschmerzen auch im Erwachsenenalter bleiben.

Dazu wurden 122 Schüler und Schülerinnen zwischen zwölf und 14 Jahren über mehrere Jahre hinweg untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass 60 Prozent der Jugendlichen nach einem Jahr und 75 Prozent nach zwei Jahren von Migräne befreit waren. Nach acht Jahren litten lediglich noch zwölf Prozent der Probanden darunter.

Der Studienleiter wies darauf hin, dass chronische Kopfschmerzen mit der Zeit zwar besser werden können, jedoch meist nicht ganz verschwinden. Bei jungen Erwachsenen treten sie jedoch wesentlich seltener auf. Als Risikofaktoren, dass die Kopfschmerzen auch mit den Jahren nicht abnehmen, gelten den Wissenschaftlern zufolge ein frühes Auftreten der Kopfschmerzen unter 13 Jahren, eine Überdosierung von Schmerzmitteln sowie eine Beschwerdedauer von über zwei Jahren im Kindes- und Jugendalter.

Patientenwebsite: Fachlich fundiert - patientenfreundlich formuliert

Die Website www.migraene-individuell.at informiert, berät und unterstützt Betroffene sowie deren Angehörige mit patientenfreundlich formulierten Informationen, womit auch der Weg zum Facharzt erleichtert wird. Denn nur wer seine Kopfschmerzen kennt, über Auslöser, Verlauf und Häufigkeit Bescheid weiß, kann sie erfolgreich behandeln. Ein online Migräne-Check hilft, sich optimal auf den Arztbesuch vorzubereiten. Weiters stehen ein Kopfschmerz-Kalender für die Verlaufsdokumentation und viele Tipps sowie weiterführende Kontaktadressen zur Verfügung. Die Plattform bietet aber auch die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches unter Betroffenen und hilft so, über schwere Zeiten und emotionale Probleme hinwegzukommen.

1)Lewis DW, Winner P, Hershey AD, Wasiewski WW.: Efficacy of Zolmitriptan Nasal Spray in Adolescent Migraine. Pediatrics. 2007; 120(2): 390-6

2) Wang SJ, Fuh JL, Lu SR. Chronic daily headache in adolescents. An 8-year follow-up study.: Neurology. 2009; 73(6): 416-422

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Sylvia Fritsch (vorm. Goluch), Public Health PR,
Tel: 01/602 05 30-91, E-Mail: sylvia.fritsch@publichealth.at

Auftraggeber:
AstraZeneca Österreich GmbH
Schwarzenbergplatz 7, 1037 Wien

ID 2074 08/10

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PHP0001