Wem die Ehr fehlt, dem fehlt auch die Einsicht (Kommentar von Ralf Mosser)

Klagenfurt (OTS) - "Gesetzliche Strafandrohung und Einschreiten eines Staatsanwaltes sind nicht die Grenze für das Verhalten des Einzelnen", sagte Heinz Fischer gestern in einer Ansprache. Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Man kann den für ein gesellschaftliches Zusammenleben notwendigen Ehrenkodex schon lange gebrochen haben, ohne dass man dafür strafrechtlich verfolgt werden kann. Politiker sollten diesen Ehrenkodex besonders ernst nehmen. Wer Geld von Diktatoren annimmt, wer an Rüstungskonzerne seine Meinung verkauft, wer seinen Parteifreunden Kohle bezahlt, damit sie auf ihren Pensionsanspruch verzichten, und wer Russen Staatsbürgerschaften für Sponsorgelder verkauft, der tritt nicht nur diesen Ehrenkodex mit Füßen, er begeht damit auch Verrat an der Gesellschaft. Aber wem die Ehr fehlt, dem fehlt wohl erst recht die Einsicht.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001