• 05.08.2010, 09:28:08
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GLOBAL 2000: Alarmierend viel Plastikhormon im Blut von Kindern

Neueste Studie zeigt: Menschen weltweit höher mit Chemikalie BPA belastet als bisher angenommen - Kinder schützen, Bisphenol A verbieten!

Wien (OTS) - Die am 1. August im Environ Health Perspect
erschienene Studie belegt, dass wir wesentlich höheren Dosen der
Chemikalie Bisphenol A (BPA) ausgesetzt sind als bisher angenommen
und vom Gesetzgeber berücksichtigt wird. Die Studie bewertet die
Messungen von BPA-Gehalten im Urin, Blut oder Gewebe von Menschen aus
neun Nationen, darunter auch Deutschland. "Besonders alarmierend sind
die BPA Konzentrationen in Kindern und Neugeborenen, die weit über
denen der Erwachsenen liegen. Denn Kinder reagieren besonders
empfindlich auf hormonell wirksame Chemikalien", warnt Daniela
Hoffmann, Chemieexpertin von GLOBAL 2000. "Die Studie kommt auch zu
dem Schluss, dass Menschen auf der ganzen Welt mit dieser Chemikalie,
die vor allem aus Kunststoffen in unsere Nahrung übergeht, belastet
sind! Allgegenwärtige Kunststoffchemikalien sind ein äußerst ernstes
Umwelt- und Gesundheitsproblem, das bis jetzt von den
Verantwortlichen der Politik und der Industrie verdrängt oder bewusst
außer Acht gelassen wird. Das wollen wir ändern!" kündigt Hoffmann
an.

BPA wurde in den 1930er Jahren aufgrund seiner östrogenähnlichen
Wirkung medizinisch erforscht. Später wurde es in der
Plastikindustrie als billiger und leicht zu produzierender Grundstoff
für zahlreiche Anwendungen eingesetzt. Viele BPA-haltige Kunststoffe
kommen bei der Lebensmittelproduktion oder als
Lebensmittelverpackungen zum Einsatz und verunreinigen so unsere
Nahrung. WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass Menschen BPA
hauptsächlich über diese verunreinigte Nahrung aufnehmen. Dennoch
können andere Expositionswege wie beispielsweise über Haut oder Lunge
nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund seiner hormonähnlichen Wirkung
stört BPA zahlreiche hormongesteuerte Prozesse im menschlichen Körper
und kann u.a. Unfruchtbarkeit, Erektions- und Ejakultionsstörungen,
Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen auslösen und wirkt sich
negativ auf die Hirn- und Geschlechtsdrüsenentwicklung von Föten aus.
"Seit Jahrzehnten warnen WissenschaftlerInnen, dass die bestehenden
gesetzlichen Grenzwerte keinen ausreichenden Schutz bieten. Die in
der EU für Lebensmittelsicherheit zuständige Behörde EFSA bezieht
sich in ihren Risikoanalysen immer wieder auf wenige und zum Teil von
ExpertInnen heftigst kritisierte Studien, die von der
Plastikindustrie finanziert wurden", empört sich Hoffmann. Zwei
dieser Industriestudien, gelten als Grundlage des momentan gültigen
Richtwerts zur erlaubten Tagesdosis von BPA. "Nach einer Studie des
Deutschen Umweltbundesamtes liegt dieser aber 2000fach zu hoch. Und
die Vorhersagen der Industriestudien bezüglich der Konzentration von
BPA im menschlichen Körper werden in der aktuellen Studie, die sich
ja auf tatsächliche Messungen bezieht, unzweifelhaft widerlegt", so
Hoffmann

Aufgrund der gesundheitsrelevanten BPA-Konzentrationen vor allem in
Kindern fordert GLOBAL 2000 von Minister Stöger ein sofortiges Verbot
von BPA in Kinderprodukten und Produkten, die mit Lebensmitteln für
Kinder in Kontakt kommen. "Weiters muss ein Aktionsplan zur Reduktion
von BPA in unserer Umwelt und unseren Körpern entwickelt werden", so
Hoffmann abschließend.

Link zur Sudie: http://tinyurl.com/392rabc
Vandenberg LN, Chahoud I, Heindel JJ, Padmanabhan V, Paumgartten FJ,
Schoenfelder G 2010. Urinary, Circulating, and Tissue Biomonitoring
Studies Indicate Widespread Exposure to Bisphenol A. Environ Health
Perspect 118:1055-1070. doi:10.1289/ehp.0901716

Rückfragehinweis:
Simonne Baur, Tel: 0699 14 2000 23, GLOBAL 2000 Presse, [email protected]

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