• 04.08.2010, 10:57:47
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Statistisches Jahrbuch für Migration & Integration 2010: Integration je nach Zuwanderergruppe unterschiedlich vorangeschritten

Wien (OTS) - Bereits zum dritten Mal erscheint das Statistische
Jahrbuch für Migration & Integration, das von der Statistik Austria -
heuer erstmals in Zusammenarbeit mit der Kommission für Migrations-
und Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften - erstellt wurde. Neben aktuellen Daten und Fakten
rund um die Themen Migration und Integration sind erstmals auch 25
definierte Indikatoren zur Beurteilung von Integrationsprozessen
enthalten. Diese reichen von demographischen Aspekten über die
sozioökonomische Situation bis zum Thema Sicherheit.

18% der Bevölkerung Österreichs haben Migrationshintergrund, ein
Drittel davon stammt aus der EU

Anfang 2010 gab es 895.000 ausländische Staatsangehörige in
Österreich (10,7% der Bevölkerung). Im Durchschnitt des Jahres 2009
lebten rund 1,468 Millionen Personen (17,8%) mit
Migrationshintergrund in Österreich. Davon sind rund 1,083 Millionen
selbst im Ausland geboren. Knapp 386.000 Personen sind in Österreich
geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort und
werden daher auch als "zweite Generation" bezeichnet. Unter den
Personen mit Migrationshintergrund stammte ein Drittel (487.000
Personen) aus anderen EU-Staaten, zwei Drittel (981.000 Personen)
kamen aus Drittstaaten. Mit 496.000 waren Personen aus den
jugoslawischen Nachfolgestaaten die größte Gruppe, gefolgt von rund
248.000 Personen mit türkischem Migrationshintergrund.

Zuwanderer haben sehr unterschiedliches Bildungsniveau

Personen mit Migrationshintergrund sind in den höchsten (17,4%
Hochschulabschluss) und niedrigsten Bildungsschichten (31,3%
Pflichtschulabschluss) deutlich öfter vertreten als die Bevölkerung
ohne Migrationshintergrund (13,7% Hochschulabschluss, 13,3%
Pflichtschulabschluss). Der überdurchschnittliche Anteil gut
qualifizierter Migrantinnen und Migranten ist vor allem auf
Zuwanderung aus der EU (in erster Linie aus Deutschland)
zurückzuführen, wogegen Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien und
der Türkei deutlich geringer qualifiziert sind.

Niedrigere Erwerbstätigkeit und höhere Arbeitslosigkeit bei
Zuwanderern

Personen mit Migrationshintergrund stehen in geringerem Maße im
Erwerbsleben. So lag die Erwerbstätigenquote von Migrantinnen und
Migranten im Jahr 2009 bei 64%, jene der Bevölkerung ohne
Migrationshintergrund dagegen bei 74%. Dieser Unterschied ist
wesentlich auf die niedrigere Erwerbsbeteiligung von Migrantinnen,
insbesondere von türkischen Frauen (39%), zurückzuführen. Bei der
"zweiten Generation" hat sich das Erwerbsverhalten dagegen weitgehend
an die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund angenähert. Im
Gegensatz dazu war 2009 die Arbeitslosigkeit der ausländischen
Staatsangehörigen mit 10,2% deutlich höher als jene der
Österreicherinnen und Österreicher (6,7%, nationale Definition).
Allerdings waren (im Durchschnitt höher qualifizierte) Zuwanderer aus
EU-Staaten weitaus weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als
(geringer qualifizierte) Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten.

Ausländische Staatsangehörige verdienen weniger und sind stärker von
Armut betroffen

Das Lohnniveau ist bei Zuwanderern deutlich niedriger:
Ausländische Staatsangehörige, die ganzjährig erwerbstätig waren,
verdienten netto im Jahr 2008 mit 17.949 Euro rund 15% weniger als
der Durchschnitt in Österreich (21.156 Euro). Gleichzeitig war mehr
als ein Viertel (26%) der ausländischen Bevölkerung armutsgefährdet,
während es bei der inländischen Bevölkerung nur rund 11% waren.

Integrationsklima in Österreich von Zuwanderern optimistischer
eingeschätzt

Das Integrationsklima in Österreich wird von der Bevölkerung
pessimistisch eingeschätzt: Mehr als zwei Drittel sind der Meinung,
dass Integration eher schlecht oder sehr schlecht funktioniere. Die
zugewanderte Bevölkerung teilt diesen Pessimismus allerdings nicht:
Die überwiegende Mehrheit (86%) fühlte sich in Österreich bereits
völlig oder eher heimisch.

Die vom Bundesministerium für Inneres und vom Europäischen
Integrationsfonds finanzierte Publikation ist auf den Webseiten der
Statistik Austria und des Österreichischen Integrationsfonds
elektronisch verfügbar:
http://www.statistik.at
http://www.integrationsfonds.at/

Rückfragehinweis:

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:
    
   Dr. Stephan MARIK-LEBECK, Tel. (01) 71128-7204 bzw. [email protected] und
   Mag. Alexander WISBAUER, Tel. (01) 71128-7202 bzw. [email protected] 
   
   sowie an der Universität Wien/ÖAW:
   Univ.-Prof. Dr. Heinz FASSMANN, Tel. (01) 4277-486 80 bzw. [email protected] 
   
   Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
   Bundesanstalt Statistik Österreich, 
   Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek
   Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088 
   mailto:[email protected]

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