• 02.08.2010, 13:07:38
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Von wegen "Herr'schende Wissenschaft - Klare Signale für weiblichere Wissenschaft

Karl übergibt "Guiding Lights für Frauen in der Wissenschaft"

Karl übergibt "Guiding Lights für Frauen in der Wissenschaft"

Wien (OTS) - "Von wegen "Herr'schende Wissenschaft. Die
Wissenschaft wird weiblich(er)" - unter diesem Titel lud heute
Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl zu einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Sonja Hammerschmid, designierte
Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität, Barbara Schmid,
Rektorin der FH St. Pölten und Rektorin Eva Werner der FH Krems sowie
der neuen Leiterin der Sektion für wissenschaftliche Forschung im
BMWF, Barbara Weitgruber. Ministerin Karl sprach von einem "klaren
Signal, dass die Wissenschaft weiblicher wird".

"All diese Personalentscheidungen sind für mich sehr erfreuliche
Signale, die hoffentlich auch bei den anstehenden Rektorswahlen an
einigen Unis ihre Wirkung nicht verfehlen", so Karl, die auch
Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Wissenschaft und Forschung
skizzierte: "Mit der neuen Geschäftseinteilung hat das BMWF nun eine
Stabstelle für Gender & Diversity, im Rahmen von Gender Budgeting
laufen derzeit 3 Pilotprojekte im BMWF zur Studienförderung,
Mobilitäts- und Nachwuchsförderung und High-Potential-Förderung.
Diese sind für mich auch Vorbild für die Universitäten."

Kräftigen Nachholbedarf im Bereich der Hochschulen ortet die
Ministerin speziell bei der Berufung von Professorinnen. Das Programm
"excellentia" soll hier ansetzen. Mehr als 2,7 Millionen Euro wurden
seit Beginn des Programms investiert. Der Professorinnenanteil konnte
von 15 Prozent im Jahr 2005 auf knapp 19 Prozent im Vorjahr
gesteigert werden. "Kein großer Sprung", wie Karl befindet, "aber ein
guter Anfang." Weitere Programme zur Förderung von Frauen sind fFORTE
(Frauen in Forschung und Technologie) sowie die
Karriereentwicklungsprogramme Hertha Firnberg und Elise Richter sowie
die Gabriele Possaner-Staats- und Förderungspreise.

Ministerin Karl verwies auch ganz besonders auf die vom BMWF
finanzierten Medientrainings für Wissenschafterinnen, die Filmreihe
"Wissenschafterinnen im Film" und die vom Ministerium geförderten
"Lise Meitner Lectures". Das jüngste Projekt betrifft die stärkere
Vernetzung der Frauen im BMWF untereinander und läuft unter dem Titel
"BMWFInnen".

Mit der anschließenden Übergabe von "Guiding Lights" für Frauen in
der Wissenschaft will Ministerin Karl ihre Botschaft auch symbolisch
festigen. Das Guiding Light mit Solarzellen steht für unendliche
Energie, die sich in Kraft verwandelt, und soll möglichst viele
Frauen erreichen.

"Frauenförderung auf der Veterinärmedizinischen Universität passiert
auf drei Ebenen, in der Berufungspolitik, in der Personalentwicklung
und in der Vereinbarkeit von Karriere und Familie", so Rektorin Sonja
Hammerschmid. Besonderes Augenmerk legt sie auf die Stärkung des
Selbstbewusstseins von Frauen, sich bestimmte Positionen auch
zuzutrauen. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen bis hin zur Heimarbeit
kommt man an ihrer Universität vor allem Forscherinnen mit Kindern
entgegen. Echte Frauenförderung müsse aber bereits im Kindergarten
anfangen, betonte sie.

Für Rektorin Barbara Schmid von der FH St. Pölten ist besonders auch
der Gender-Sprachleitfaden von großer Bedeutung, der in die Lehre und
die Lehrunterlagen einfließt. Besonders hob sie das Programm Femtech
hervor, wodurch mehr Frauen für die Technik gewonnen werden können,
sowie weitere Forschungsprojekte an der FH St. Pölten, die sich mit
der Genderproblematik auseinandersetzen.

Mit dem Ziel der "guten Durchmischung" bei der
Professor/innenbestellung geht die FH-Krems vor, wie Rektorin Eva
Werner ausführte. Der Anteil der Frauen bei den Professoren liegt an
ihrer Fachhochschule bei lobenswerten 45 %. Die Vereinbarkeit von
Familie und Karriere ist auch ihr ein großes Anliegen: Mit flexiblen
Arbeitszeitmodellen wird auch hier erreicht, dass Forscherinnen mit
Kindern nicht aus der Forschungscommunity herausfallen, sondern auch
in der Karenz an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen können.
Frauenspezifische Themen sind vor allem auch in Bachelor- und
Masterarbeiten gerne gesehen.

Die neue Sektionsleiterin im BMWF, Barbara Weitgruber, sprach von
einem nötigen Kulturwandel, um in der Frauenförderung nachhaltig
erfolgreich zu sein. Sie wirft die Frage auf "Wer definiert
wissenschaftliche Exzellenz?" und tritt dafür ein, dass
Auswahlprozesse transparenter gestaltet werden. Besonders lobend
erwähnte sie das FWF-Startprogramm, das Spitzenprogramm für
Nachwuchsförderung in Österreich. Hier wurden mehrere frauenfördernde
Maßnahmen eingeführt, die letztlich dazu geführt haben, dass der
Frauenanteil in diesem Programm 2010 erstmals die 50 Prozent-Marke
erreicht hat.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Pressebüro
Tel.: +43/1/53120-9007

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