- 01.08.2010, 15:58:34
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Küberl: "Bildung ist Schlüssel zum Wiederaufbau in Haiti"
Caritas-Präsident berichtet im "Kathpress"-Interview von seinem Lokalaugenschein in Haiti
Wien, 01.08.10 (KAP) Bildung stellt laut Caritas-Präsident Franz
Küberl den entscheidenden "Schlüssel zum Wiederaufbau in Haiti" dar.
Nur durch ein umfassendes Bildungsprogramm, das von schulischer
Bildung bis hin zur praktischen Facharbeiterausbildung reicht, werde
es gelingen, den Wiederaufbau Haitis nachhaltig zu gestalten. "Ziel
muss es sein, dass Haiti - ein Land mit einer Analphabetenquote von
80 Prozent - nach dem Beben besser da steht als zuvor. Dazu müssen
möglichst viele Menschen geschult, ausgebildet und aktiv am
Wiederaufbau beteiligt werden", forderte der Caritas-Präsident im
Gespräch mit "Kathpress". Küberl war erst vor wenigen Tagen von
einem fünftägigen Lokalaugenschein in Haiti zurückgekehrt.
Es sei schwierig, den Stand des Wiederaufbaus insgesamt zu
beurteilen, so Küberl weiter. So gebe es ein intensives Bemühen der
Menschen, ihre Häuser wieder zu errichten - auf der anderen Seite
bremse die Regierung den Wiederaufbau durch fehlende Koordination
und durch das Fehlen jeglicher Liegenschaftskataster, in denen
Eigentumsrechte von Grundstücken verbrieft sind. Es mangele somit an
Rechtssicherheit, was wiederum die Erteilung von Baugenehmigungen
verzögere. Die Caritas Österreich habe laut Küberl einen konkreten
Vorschlag zur Schaffung von Rechtssicherheit im entsprechenden
UN-Cluster für den Wiederaufbau eingebracht. Insgesamt hat das Beben
im Jänner dieses Jahres in Haiti über 200.000 Häuser zerstört.
"Es gibt für Port-au-Prince keinen Masterplan"
Speziell die Hauptstadt Port-au-Prince mache noch einen desaströsen
Eindruck, so Küberl weiter. Unmengen Schutt behinderten jeden
koordinierten Wiederaufbau. So habe man errechnet, dass 1.000 LKW
täglich drei Jahre lang fahren müssten, um die Hauptstadt vom Schutt
zu befreien. "Es gibt für Port-au-Prince augenscheinlich keinen
Masterplan", fasste Küberl seine Eindrücke aus der Hauptstadt
zusammen. Wichtig sei für den Wiederaufbau auch die Errichtung eines
funktionstüchtigen Wasser- und Abwassersystems in der Hauptstadt.
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