Kirche: Einsatz für Flüchtlinge bis zu zivilem Ungehorsam

Schlusserklärung der "Fachtagung Weltkirche" enthält Katalog von christlichen Selbstverpflichtungen im Umgang mit dem "Drama Flucht"

Wien, 29.07.10 (KAP) Der Einsatz kirchlicher Organisationen für Flüchtlinge kann bis zur Verpflichtung zu zivilem Ungehorsam gegenüber geltenden Gesetzen reichen, die im Widerspruch zu den Grundsätzen der Demokratie und der Menschenrechte stehen. Das halten Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen, die vor allem im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der Mission tätig sind, in ihrer am Freitag veröffentlichten Schlusserklärung zur diesjährigen Fachtagung Weltkirche vom 23. bis 24. Juli im oberösterreichischen Stift Lambach fest.

Da Flucht ein "Schrei nach Freiheit, Friede, Gerechtigkeit und Menschenwürde" sei, verpflichteten sich die rund 100 Tagungsteilnehmer zu konkreten Schritten der Solidarität, etwa der Nutzung des kirchlichen Raums, "um persönliche Begegnung mit Flüchtlingen zu ermöglichen, um Bewusstsein für Strukturen und Situationen des Unrechts zu schaffen und um gemeinsam zu beten."

Eine besondere Aufgabe von Christen bestehe auch darin, die Gesetzeslage für Flüchtlinge kritisch auf die Vereinbarkeit mit den demokratischen Grundsätzen, den Menschenrechten und mit Blick auf das christliche Menschenbild zu hinterfragen und gegebenenfalls zivilen Ungehorsam zu üben. Außerdem verpflichteten sich die Teilnehmer, "Mitverantwortung für die Ursachen und Auslöser der Flüchtlingsbewegung in den Herkunftsländern zu übernehmen, gegen jegliche Instrumentalisierung von Religion für wirtschaftliche und politische Interessen aufzutreten". Dazu zählt auch der Einsatz der Christen für Religionsfreiheit und Verfolgte.

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