- 28.07.2010, 13:37:29
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70 Prozent der Betriebe finden keine geeigneten Lehrlinge
Aktuelle Studie unter Wiens Lehrbetrieben: Große Schwächen bei mathematisch-technischem Verständnis, logischem Denken und sprachlichem Ausdrucksvermögen
Wien (OTS) - Wien, 28.07.2010 - Die Ausbildung der Fachkräfte von
morgen hat einen hohen Stellenwert im Bewusstsein der Wiener
Betriebe. Allerdings klagen 68 Prozent der Wiener Unternehmen über
Schwierigkeiten, geeignete, qualifizierte Jugendliche zu finden, wie
eine aktuelle Studie des Instituts für Bildungsforschung der
Wirtschaft IBW im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien zeigt, für die
300 Wiener Betriebe aus allen Branchen befragt wurden. Seit Jahren
geht das Niveau der Pflichtschulabsolventen zurück. Immer mehr
Schulabgänger verfügen über nur geringe Grundkompetenzen in Lesen,
Schreiben, Rechnen - im Schulwesen gibt es daher einen dringenden
Handlungsbedarf.
Details der Studie
Mit folgenden Fähigkeiten der Jugendlichen sind Wiener Betriebe nicht
oder gar nicht zufrieden:
54% - Mathematik
35% - sprachliches Ausdruckvermögen
35% - logisches Denken
33% - technisches Verständnis 44% - gute Schulnoten im Allgemeinen Die Ergebnisse der Umfrage sind umso alarmierender, als die
Unternehmer genau auf jene Qualifikationen besonderen Wert legen, in
den die Jugendlichen schlecht abschneiden. Denn für Unternehmer ist
besonders wichtig:
98% - Logisches Denken
95% - Sprachliches Ausdrucksvermögen
84% - Mathematik
65% - Technisches Verständnis
79% - Gute Schulnoten im Allgemeinen
Die Unternehmen legen Wert auf Basiskenntnisse, die sie voraussetzen.
Es ist für die Betriebe nicht möglich und auch nicht zumutbar das
nachzuholen, was die Jugendlichen in der Schule nicht gelernt haben.
Aufwändige Auswahlverfahren
Ein Ergebnis der Studie ist, dass die Unternehmen bei der Suche nach
Lehrlingen sehr viel Zeit und Geld investieren und viele
unterschiedliche Auswahlverfahren anwenden. Wiens Betriebe setzen
auf:
99% - Persönliche Auswahlgespräche
61% - Praktische Tests
58% - Schnupper-Lehrtage
48% - Schriftliche Tests
34% - Praktikumsplätze
21% - Potenzialanalyse
11% - Assessment Center
Für die Wirtschaftskammer Wien sind die Studienergebnisse eine
Bestätigung ihrer langjährigen Forderungen im Bildungsbereich - etwa
nach Einführung verpflichtender Mindest-Bildungsstandards in den
Pflichtschulen oder Bildungs- und Berufsorientierung in allen
Schultypen. Die internationale PISA-Studie hat gezeigt, dass
unterschiedliche Bildungssysteme zu unterschiedlichen Ergebnissen
führen.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Wien Dr. Gary Pippan Presse & Medienmanagement Tel.: 01 51450-1314 mailto:gary.pippan@wkw.at http://www.wko.at/wien
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