• 27.07.2010, 15:00:12
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Falter veröffentlicht Akten im Strafverfahren gegen Grasser-Freund Plech

Ex-Buwog-Aufsichtsrat soll von Millionenprovisionen profitiert haben/ U-Haft trotz "Verabredung" mit Meischberger abgelehnt.

Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlicht in
ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe die Justiz-Akten im Fall
des Grasser-Geschäftspartners und ehemaligen Buwog-Aufsichtsrats
Ernst Plech. Der Grasser-Vertraute soll - so die Begründung für den
Hausdurchsuchungsbefehl in Plechs Büros - nicht nur über die Zahlung
von rund zehn Millionen Euro Buwog-Provisions-Schwarzgeld der
siegreichen Immofinanz an die Lobbyisten und damaligen
Grasser-Freunde Peter Hochegger und Walter Meischberger Bescheid
gewusst haben. Plech, so der Verdacht, soll auch "von Anfang an in
die Beratertätigkeit des Ing. Meischberger und des Dr. Hochegger für
die Immofinanz und das (Buwog-)Bieterkonsortium eingebunden gewesen
sein". Er habe den Schwarzgeldempfängern einen Anwalt für ihre
Provisionsgeschäfte empfohlen und schließlich selbst über
Meischberger-Konten verfügt, auf denen einige der Provisionsmillionen
landeten, so der Verdacht der Justiz. Über mindestens 2,2 Millionen
Euro habe Plech verfügen können, das Geld habe er allerdings nicht
versteuert.

Im Februar dachte die Staatsanwaltschaft noch daran, Meischberger
und Plech in U-Haft zu sperren. "Im Zuge der Abhörung der
Gesprächsinhalte", so hielt das Bundeskriminalamt fest, konnte
nämlich "die Erkenntnis gewonnen werden, dass sich die (...)
Beschuldigten Ernst Karl Plech und Walter Meischberger im Glauben,
dass sie damit keine Spuren bzw. Daten hinterlassen, (...) mittels
Skype, sowie per Email (...) in der Causa verabreden".

Die Justiz begnügte sich damit, vor den Anwesen von Meischberger
und Plech einen "Imsi-Catcher" aufzustellen, einen polizeilichen
Handymast, der alle Telefonate in der Umgebung absaugt. Die Freunde
hatten ja (so wie übrigens Karl Heinz Grasser) immer wieder
Wertkartenhandys benutzt. Plechs Anwälte beteuern, ihr Mandant sei
unschuldig und habe mit den Millionenprovisionen nichts zu tun.

Rückfragehinweis:
Dr. Florian Klenk
Stv. Chefredakteur Falter
Marc Aurelstraße 9
1011 Wien
Tel: 0043/1/53660-924

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