• 27.07.2010, 14:40:59
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Zuwanderung ist kein Allheilmittel

Rotes Kreuz begrüßt Vorstoß für qualifizierte Zuwanderung, warnt vor "unwirksamen Einzelmaßnahmen"

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - "Wir sind erfreut, dass eine langjährige
Forderung der Migrations- und Integrationscharta des Österreichischen
Roten Kreuzes eine breitere politische Basis findet," kommentiert
Werner Kerschbaum, stellvertretender Generalsekretär des
Österreichischen Roten Kreuzes, den Vorstoß der Bundesregierung zu
mehr qualifizierter Zuwanderung. "Die Debatte ist außerdem wichtig,
damit Zuwanderung nicht ständig als Bedrohung erlebt und Zuwanderer
nicht bloß als Sicherheitsrisiko angesehen werden", so Kerschbaum
weiter.

Gleichzeitig warnt der Rotkreuz-Generalsekretär vor unwirksamen
Einzelmaßnahmen. "5000 Zuwanderer pro Jahr lösen keine Probleme",
sagt Kerschbaum. "Um die Wirtschaftsleistung aufrecht und die
Sozialsysteme tragfähig zu halten, ist ein Maßnahmen-Mix nötig."
Damit das Verhältnis zwischen erwerbstätigen Steuer- und
Beitragszahlern in die Sozialsysteme und Leistungsbeziehern aus
diesen Systemen im Gleichgewicht bleibt, müsse zusätzlich zur
Zuwanderung die Frauenerwerbsquote an jene der Männer und das
effektive Pensionseintrittsalter an das gesetzliche angenähert
werden. "Wegen der steigenden Lebenserwartung wäre trotzdem niemand
kürzer in Pension", so der stellvertretende Generalsekretär.

Die Herausforderungen dabei: "Ein Arbeitsmarkt für ältere
Arbeitnehmer ist nicht in Sicht, und auch bei der besseren
Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist noch einiges zu tun." Aus
diesem Grund wäre neben der Zuwanderungspolitik auch die Wirtschafts-
und Familienpolitik gefordert, nicht zu vergessen die
Bildungspolitik: "Qualifizierte Menschen sind produktiver und weniger
oft arbeitslos", sagt Kerschbaum. "Das gilt für Zuwanderer genauso
wie für die einheimische Bevölkerung."

"In unserem Simulationsprojekt future.monitor, durchgeführt mit dem
Demografen Wolfgang Lutz und der Industriellenvereinigung, spielen
wir verschiedene Zukunftsszenarien in den Bereichen Bildung,
Erwerbstätigkeit und Migration durch", sagt Kerschbaum. Der
future.monitor zeige dabei ganz klar, welche Maßnahmen zu treffen
wären, um Wirtschaftsleistung und Sozialsysteme auch künftig zu
erhalten. "Qualifizierte Zuwanderung ist dabei eine der Maßnahmen",
so Kerschbaum. "Ein Allheilmittel ist sie nicht."
Weitere Informationen: www.futuremonitor.at

Rückfragehinweis:
Mag. Thomas Marecek,
Österreichisches Rotes Kreuz, Presse- und Medienservice,
Tel.: +43 1 589 00-151, Mobil: +43 664 823 48 02, mailto:[email protected],
http://www.roteskreuz.at

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