• 27.07.2010, 12:50:31
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Ehemaliger Britischer Minister kritisiert Hitler-Entscheidung des Österreichischen Gerichts heftig

Wien/London (OTS) - Der ehemalige britische Minister und
Generalstaatsanwalt Lord Peter Goldsmith QC äußerte gestern, dass
Julius Meinl in Österreich in einer Art und Weise behandelt werde,
die Anlass zu großer Sorge gebe. Gegenüber der britischen Zeitung
Sunday Telegraph sagte er: "Es ist sehr überraschend, dass das
Gericht in Wien der Ansicht ist, es sei nichts gegen die Darstellung
Julius Meinls als Hitler einzuwenden, obwohl seine Familie vor den
Nazis aus Österreich fliehen musste."

Mit seiner Stellungnahme reagierte er auf die erfolgreiche
Berufung der Verleger des Magazins "Format" gegen eine Klage, die
Julius Meinl beim Wiener Handelsgericht eingereicht hatte und die
ursprünglich am 31. Januar dieses Jahres bestätigt wurde. Am 15. Mai
2009 hatte "Format" auf seiner Titelseite ein großes Foto von Julius
Meinl mit der Schlagzeile "Meinls Kampf" veröffentlicht.

Diese Darstellung wurde allgemein als eine Anspielung auf Adolf
Hitler verstanden, was insbesondere deshalb schockierend ist, da
Julius Meinl aus einer Familie stammt, die von den Nazis verfolgt
wurde und von denen mehrere Mitglieder im Holocaust umkamen.

Der Fotograf des Bildes, Geoff Pugh, hat Julius Meinl eine
unverfälschte Originalaufnahme zur Verfügung gestellt. Pugh zeigt
sich sehr bestürzt über die Art und Weise, wie sein Foto ohne seine
Zustimmung verwendet wurde.

"Format" behauptete vor Gericht, dass Julius Meinl Adolf Hitler
ähnlich sehe, und dass das Foto unverfälscht sei und bereits im Daily
Telegraph veröffentlicht worden war. Keine dieser Behauptungen
entspricht der Wahrheit. Sowohl auf dem Foto als auch im wirklichen
Leben hat Julius Meinl keinerlei Ähnlichkeit mit Adolf Hitler. Das
Foto wurde nie im Telegraph oder anderswo veröffentlicht. Und das
Foto ist eindeutig verändert worden.

Das Foto wurde verfälscht, um das Gesicht von Julius Meinl
schmäler wirken zu lassen und die Frisur wurde modifiziert. Die Farbe
seiner Haut wurde grundlegend verändert. Das Originalfoto zeigt ihn
mit normaler Hautfarbe, auf der Titelseite von "Format" erscheint er
grau und manisch.

"Format" legte beim Oberlandesgericht in Wien Berufung ein. Anfang
dieses Monats hob Richter Werner Hofman die Entscheidung der
Vorinstanz auf. Er stimmte "Format"zu, dass Julius Meinl wie Adolf
Hitler aussehe und führte an, dass der Verweis auf Meinls Kampf
keinerlei Bedeutung habe.

Das Urteil von Werner Hofman stieß auf allgemeine Ablehnung. Lord
Goldsmith, der ebenfalls jüdischer Abstammung ist, ist von der
Auffassung des österreichischen Gerichts zutiefst erschüttert. "Eine
derartige Verunglimpfung seitens der Presse ist besorgniserregend.
Julius Meinl wird in Österreich äußerst ungerecht behandelt." sagte
er.

Rückfragehinweis:
Alan Kilkenny
Tel: 00 44 (0)1264 781228
Email: [email protected]

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