Von der Blockade zum Zickzackkurs (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 27. Juli 2010

Klagenfurt (OTS) - Hat sich die ÖVP bisher in der Bildungsdebatte in erster Linie als Total-Blockierer hervorgetan, gefällt sich die Regierungspartei seit Neuestem in einem bizarren Zickzackkurs. Während Parteichef Josef Pröll sich mit Händen und Füßen gegen die Neue Mittelschule stemmt, kokettiert Erwin Pröll mit einer gemeinsamen Schule bis zum Alter von zwölf Jahren. Zugleich tritt der ÖVP-Grande - unter Druck der großen Nachfrage in seinem eigenen Bundesland - dafür ein, dass die Zehn-Prozent-Grenze für die Schulversuche fällt. Schließlich geht auch noch Außenminister Michael Spindelegger mit seiner Version hausieren: Er befürwortet zwar den Ausbau der Neuen Mittelschule - allerdings nur, wenn das Gymnasium in seiner Langform erhalten bleibt. Dieses Flickwerk ist weit von einer seriösen Schulpolitik entfernt. Für eine solche wäre es hoch an der Zeit, will man das österreichische System zukunftsfit machen. Doch die ÖVP ist in dieser Frage offenbar schon zu lange auf dem Stand getreten, als dass sie geschlossen einen Schritt nach vorne wagen könnte.

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