- 23.07.2010, 10:05:11
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AKNÖ-Haneder: Lehre darf nicht krank machen
Lehrlingsbefragung zeigt gesundheitliche Probleme auf
Wien (OTS/AKNÖ) - Kann eine Lehre die Gesundheit gefährden? Die NÖ
Arbeiterkammer hat 900 Lehrlinge dazu befragt. Fazit: Die
Jugendlichen leiden unter Rückenproblemen, Erschöpfung und fehlenden
Sicherheitsvorkehrungen. Präsident Haneder: "Würden alle Gesetze
eingehalten, käme es nicht zu diesem besorgniserregenden Ergebnis."
Die Volkskrankheit Nummer 1 - Rückenleiden und Wirbelsäulenprobleme -
trifft keineswegs nur Erwachsene. Jeder zweite Lehrling klagt über
regelmäßige Rückenbeschwerden. Die meisten Betroffenen arbeiten am
Bau, im Gastgewerbe, im Handel und Verkauf. Frauen sind öfter
betroffen als Männer. "Gerade Wirbelsäulenerkrankungen sind
vermeidbar, wenn ergonomisch korrekt angepackt wird und Hebehilfen
eingesetzt werden, lassen sich auch schwere Lasten rückenschonend
transportieren", erklärt AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Alexander Kaba.
Burnout-Gefahr Lehre?
Den zweiten Platz im Negativ-Ranking nehmen Erschöpfungszustände ein.
53 Prozent der Lehrlinge leiden regelmäßig darunter. "Das gilt
bereits für Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren", sagt
AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner, "mehr als jeder zehnte Lehrling
gibt sogar an, chronisch oder sehr häufig betroffen zu sein." Im
Vergleich zu den Vorjahren steigt auch die Zahl der psychischen
Probleme und Erkrankungen. Laut Präsident Haneder ein Alarmzeichen:
"Gerade bei der Belastbarkeit sind Jugendliche nicht mit Erwachsenen
gleichzusetzen. Leider neigen sie dazu, sich zu überfordern und sind
bereit, zu viele oder zu schwere Aufgaben zu übernehmen. Die
Arbeitgeber und die Betreuer müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und
feinfühlig auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Lehrlinge
eingehen."
Bau- und Holzbranche: Sicherheitsvorschriften vernachlässigt
27 Prozent der Lehrlinge sehen sich an ihrem Arbeitsplatz großen oder
sehr großen körperlichen Gefahren ausgesetzt, ein knappes weiteres
Drittel sieht sich mittelgradig gefährdet. "Im Umgang mit
potentiellen Gefahren gibt es genaue Sicherheitsbestimmungen",
erläutert Experte Kastner, "diese Bestimmungen sind sehr wichtig für
Erwachsene und umso mehr für Jugendliche." Besorgt zeigt sich Kastner
über die Befragungsergebnisse: "15 Prozent der Lehrlinge geben an,
dass in ihren Betrieben die Sicherheitsvorschriften nie oder nur
selten eingehalten werden." Dies gilt am häufigsten für die Bau- und
Holzbranche. Nur ein Drittel der Befragten gibt an, dass die
Sicherheitsbestimmungen immer befolgt werden. "Eine
besorgniserregende Zahl", meint AKNÖ-Präsident Haneder und appelliert
an die Vorbildfunktion der Erwachsenen: "Leider gibt es unter den
Erwachsenen immer noch ?Helden?, die sich alles zutrauen und
Sicherheitsvorschriften ignorieren." In vielen Betrieben sind
Sicherheitsvertrauenspersonen und Sicherheitskräfte vorhanden, die
für die Einhaltung der Bestimmungen zuständig sind, auch wenn die
Letztverantwortung beim Arbeitgeber liegt. AKNÖ-Präsident Haneder
nimmt die Verantwortlichen in die Pflicht: "Würde man sich in allen
Betrieben an das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz und an
das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz halten, hätten wir gesündere
Lehrlinge und Arbeitnehmer. Mit Abschluss der Lehre sollen unsere
Jugendlichen nicht krank und erschöpft, sondern gut ausgebildet und
fit für das Berufsleben sein!"
Rückfragehinweis:
AKNÖ-Lehrausbildung, Bildung und Kulturpolitik
Günter Kastner BA
Telefon: 05 7171-1866
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