Was PsychologInnen leisten können

Wien (OTS) - "Die medialen Berichte über die hohe Anzahl von Personen, die auf Grund von psychischen Erkrankungen in Frühpension gehen, sollten Grund genug sein, klinisch psychologische Behandlung endlich allen Versicherten auf Krankenschein zugänglich zu machen", sagt Gisela Pusswald von der Gesellschaft für Neuropsychologie in Österreich, die klinische PsychologInnen zur Behandlung neurologischer Störungsbilder ausbildet. "Die Kosten, die infolge unzureichender Behandlung entstehen, wie etwa durch Frühpensionierungen oder medikamentöse Behandlung, sind keinesfalls mit der Höhe einer klinisch psychologischen Behandlung gleichzusetzen", so Pusswald weiter.

Klinische PsychologInnen sind neben ihrer Tätigkeit in verschiedenen Abteilungen in Spitälern, auch ambulant tätig und versorgen PatientInnen mit verschiedenen Krankheitsbildern, wenn sie bereits das Spital verlassen haben und den langwierigen Weg zurück ins Arbeitsleben suchen.

Gerade unter den neurologisch Erkrankten, wie PatientInnen mit Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen durch Hirnschäden nach Autounfällen, Schlaganfällen oder chronischen Erkrankungen wie MS oder Epilepsie muss ein Großteil um Frühpension ansuchen. Durch fehlende ambulante psychologische Betreuung und Behandlung auf Grund mangelnder eigener finanzieller Mittel schaffen sie alleine den Weg zurück ins Alltagsleben nicht und können ihre Leistung am Arbeitsplatz nicht mehr erbringen.

"Klinische PsychologInnen sind sehr gut ausgebildete, meist auf mehrere Krankheitsbilder spezialisierte Mitglieder in der Kette der Gesundheitsversorgung, die durch keine andere Berufsgruppe wie z.B. PsychotherapeutInnen ersetzt werden können, sondern mit ihnen zusammenarbeiten", erklärt Pusswald.

Pusswald: "Durch das Wissen um die Erkrankungen, deren Störungsbilder, Diagnostik und die gezielte Behandlung übernehmen PsychologInnen in der Kette der Versorgung psychisch Erkrankter einen wesentlichen Part und tragen zur Kostenreduktion, z. B. durch Einsparung von Medikamentengabe, Verkürzung von Krankenständen, Verhinderung oder Frühbehandlung von Burn out bei.

Gesundheitspolitiker sind aufgerufen, diesen ökonomischen Aspekt mit Fachleuten zu diskutieren".

Rückfragen & Kontakt:

Mag Dr Gisela Pusswald
(Gesellschaft für Neuropsychologie Österreich)
Gisela.pusswald@meduniwien.ac.at

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