AKNÖ: Arbeit darf nicht psychisch krank machen!

ArbeitnehmerInnenschutz nimmt Betriebe in die Pflicht

Wien (OTS/AKNÖ) - Bereits ein Drittel aller Invaliditätspensionen resultieren aus psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. "Der Ruf nach psychologischer Behandlung auf Krankenschein durch klinisches Fachpersonal wäre zwar eine Hilfe für die Betroffenen, doch eigentlich müsste es so weit erst gar nicht kommen" sagt AKNÖ-Experte Dr. Alexander Kaba mit Verweis auf den bestehenden ArbeitnehmerInnenschutz.

"Es ist nicht nur bedenklich, dass der ArbeitnehmerInnenschutz in vielen Betrieben kaum bis gar nicht umgesetzt wird", so der Psychologe Dr. Kaba. In Niederösterreich seien es gerade einmal "eine Handvoll Betriebe", die das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz ernst nehmen und auch umsetzen. Besonderes Manko herrsche eben bei den psychischen Belastungen: "Zwar sind die ArbeitgeberInnen laut ArbeitnehmerInnenschutz dazu verpflichtet, Maßnahmen zur Schaffung eines guten Arbeitsklimas zu setzen, es mangelt aber vor allem am Wissen darüber." Deshalb fordert er zusätzlich die Verpflichtung, ArbeitsmedizinerInnen und ArbeitspsychologInnen heranzuziehen, die gemeinsam mit ArbeitgeberInnen, Betriebsräten, Sicherheitsvertrauenspersonen und vor allem mit den MitarbeiterInnen nach Lösungen suchen. "Zu hohe Anforderungen etwa durch Anordnung von Überstunden, schlechten Arbeitsbedingungen generell und Mobbing sind die häufigsten Ursachen für depressive Verstimmungen und letztendlich Burn Out", sagt Dr. Kaba. Verantwortlich dafür sei nicht zuletzt fehlende Führungskompetenz.

Dabei sollte die Schaffung eines guten Arbeitsklimas besonders im Interesse eines Unternehmens selbst stehen: "Druck, Stress oder Mobbing schaffen nicht nur schmerzhaftes Leid bei den betroffenen ArbeitnehmerInnen, sondern verursachen auch Krankenstände und die Produktivität sinkt", sagt Dr. Kaba.

Den Betrieben in Niederösterreich empfiehlt Dr. Kaba die NÖ-Plattform für Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung. "Mit dieser von Gesundheitslandesrätin Karin Scheele ins Leben gerufenen Aktion wird ein leicht gangbarer und kostensparender Weg vorgezeichnet." Betriebe sollten sich zudem an der EU-geförderten Aktion "Arbeit.Im Rythmus des Lebens" (Work.In Tune With Life) beteiligen.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Abteilung für Gesundheitswesen und ArbeitnehmerInnenschutz
Dr. Alexander Kaba
Tel.: 01-58883-1277

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