- 21.07.2010, 12:49:39
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Bures: "Mit weniger Energieverbrauch mehr bewegen"
Energiesparen als größte Ressource der Energieversorgung - Aktuelle Schwerpunkte in der Energieforschung
Wien (OTS/BMVIT) - "Die größte ungenutzte Ressource für die
Energieversorgung liegt im Energiesparen. Die ergiebigste
Energiequelle, die nur darauf wartet, angezapft zu werden, ist
Energieeffizienz", sagte Infrastrukturministerin Doris Bures in einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Infrastrukturministerin
Klimafonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel und Brigitte Bach, der
Leiterin des Energy Departments des AIT Austrian Institute of
Technology. Nach Berechnungen der TU Wien können mittelfristig 25
Prozent der Energie durch Effizienzsteigerung gespart werden. Das
Einsparungspotential entspricht dem Dreifachen der Energie, die
sämtliche kalorischen Kraftwerke in Österreich erzeugen oder dem
Sechsfachen eines AKWs vom Typ Temelin. ****
Forschungsschwerpunkt Umwelt und Energie
"Indem man die Einsparungspotentiale nutzt, können wir es schaffen,
Wirtschaftswachstum von Energieverbrauch und von CO2-Ausstoß zu
entkoppeln", so Bures, die betont: "Klimafreundliches
Wirtschaftswachstum ist möglich." Deshalb wurden die öffentlichen
Mittel für die Energieforschung seit 2007 beinahe verdreifacht. Von
32 Mio. Euro im Jahr 2007 auf 87 Mio. Euro 2009, davon stammen rund
55 Mio. Euro von BMVIT und Klimafonds.
Die zentralen Energieforschungsthemen in den Förderprogrammen des
BMVIT sind E-Mobilität, Smart Grids, Endverbrauchertechnologien,
Gebäudetechnologien (Haus der Zukunft), energieeffiziente
Produktionstechnologien und erneuerbare Energien.
"Forschung, Entwicklung und Innovation machen alle Lebensbereiche,
Wirtschaft, Wohnen, Verkehr umweltfreundlicher", resümiert die
Infrastrukturministerin, "und darin stecken enorme Chancen für die
heimischen Unternehmen, für Wertschöpfung und neue Jobs in
Österreich. Kaum ein anderer Bereich der Wirtschaft wird in den
nächsten Jahren solche Wachstumsraten haben wie der
Energiesparsektor."
Beispiele Mobilität und Wohnen
Beim Autofahren mit einem normalen Benzinverbrennungsmotor werden
nur 18-25 Prozent der eingesetzten Energie in Bewegung umgesetzt,
beim E-Fahrzeug bis zu 70 Prozent. Elektrische Antriebe nutzen die
Energie dreimal so effizient wie konventionelle Motoren.
Bei den modernsten Gebäudetechnologien - Passivenergie- sowie
Nullenergie- und Plusenergiehäusern - sind Österreichs Forschung und
Unternehmen führend. Kein anderes Land in der EU hat eine so hohe
Dichte an Passivhäusern. Mit insgesamt 3,2 Millionen m2 Nutzfläche im
Passivhausstandard ist Österreich absoluter Spitzenreiter in Europa.
Das ist ein direktes Ergebnis der intensiven Forschungs- und
Entwicklungsarbeit in Österreich und insbesondere der jahrelangen
Arbeit des BMVIT. Zum Vergleich: Europaweit beträgt die
Gesamtnutzfläche im Passivhausstandard 7,0 Millionen m2.
Klima- und Energiefonds: Langfristige Förderstrategie für den Weg an
die Spitze
Die Erforschung effizienter Energietechnologien und die Schaffung
einer leistbaren, nachhaltigen und sicheren Energieversorgung - das
sind die Ziele des Förderprogramms "Neue Energien 2020" des Klima und
Energiefonds. 35 Millionen Euro stehen heuer für die aktuell bis 8.
September 2010 laufende Ausschreibung zur Verfügung. Die
Ausschreibung, es ist bereits die vierte in Folge, orientiert sich
dabei an drei Säulen: Intelligente Energiesysteme und Netze,
Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.
"Die ersten drei Ausschreibungen haben erfolgreiche Projekte hervor
gebracht, in Summe mehr als 400. Unsere Förderstrategie setzt daher
klar auf Kontinuität: Nur wer langfristig denkt, wird in der
Energieforschung einen Spitzenplatz einnehmen können, Österreich ist
da gut aufgestellt und soll es auch bleiben", sagt Theresia Vogel,
Geschäftsführerin des Klima und Energiefonds.
Ergänzend zu den bestehenden Förderschwerpunkten sehen die Planungen
2011 einen weiteren vor: "Unser genereller Schwerpunkt Bildung -
Ausbildung -Bewusstseinsbildung, den wir 2011 als Querschnitt über
alle Programme legen werden, wird auch im Forschungsprogramm Neue
Energien 2020 umgesetzt", gibt Theresia Vogel einen Ausblick auf das
kommende Jahr. Auch der Anschluss an die europäischen Aktivitäten
(Stichwort SET-Plan) wird etwas mehr ins Zentrum unserer
Ausschreibung rücken.
Vorreiter in der Smart Grids Forschung durch SimTech Labor - Das
Energy Department des AIT
Das AIT Austrian Institute of Technology forscht unter anderem an
innovativen Energielösungen, um die Risken seiner Forschungspartner
aus Industrie und Wirtschaft bei der Einführung von neuern
Technologien zu minimieren und den Entwicklungszeitraum bis zur
Marktreife zu verkürzen.
Mit 104 MitarbeiterInnen und starkem Wachstum verfolgt das Energy
Department des AIT Austrian Institute of Technology einen
ganzheitlichen Ansatz, um die umweltfreundliche Stromversorgung,
Heizung und Klimatisierung der Gebäude und Städte von morgen zu
gewährleisten. Mit Hilfe hochqualitativer Messtechnik und innovativer
Simulationstools verknüpfen unsere interdisziplinären Forschungsteams
dezentrale Erzeuger, effiziente Verteilungsnetze und intelligente
Gebäude mit effizienten Heiz- & Kühltechnologien zu einem
nachhaltigen Energiesystem. Oberstes Ziel des Department Energy ist
es, den Innovationsprozess im Energiesektor durch gezielte Forschung
und Entwicklung voranzutreiben und so das Energiesystem der Zukunft
aktiv mit zu gestalten.
Die künftige Energielandschaft wird vor allem durch eine Vielzahl
dezentraler Erzeugungsanlagen geprägt sein. Die schwankende
Stromproduktion von Photovoltaik- und Windkraftanlagen stellt die
Netze vor völlig neuen Herausforderungen.
Im elektrischen Stromnetz ist es nötig, Energieerzeugung und
Energieverbrauch zu jedem Zeitpunkt im Gleichgewicht zu halten. Zur
stochastischen Einspeisung kommt noch die starke Entwicklung im
Sektor Elektromobilität: Derzeit wird daran geforscht,
Elektrofahrzeuge künftig als fahrende Energiespeicher zu nutzen,
welche Strom je nach Bedarf ins Netz einspeisen bzw. aus dem Netz
beziehen können.
Diese neue Vielfalt an Erzeugern, Verbrauchern und Speichern
erfordert Smart Grids, eine neue Generation intelligenter Netze, die
durch Kommunikation zwischen den einzelnen Netzknoten einen
effizienten Systembetrieb sicherstellen.
SimTech Labor - Vorsprung durch Forschung
Das Energy Department des AIT realisiert derzeit einen
Forschungsschwerpunkt zur wissenschaftlichen Begleitung der
technischen Einbindung dezentraler erneuerbarer Energieträger und
verteilter Energiespeichersysteme in aktive elektrische Verteilnetze
mittels Power Hardware-in-the-Loop (P-HIL) Simulationen.
"Die ExpertInnen des AIT wenden dafür Echtzeitsimulationen an, um
die komplexen Wechselwirkungen zwischen Netz und Komponenten zu
analysieren. Durch die Verknüpfung von virtueller und realer Welt
lassen sich so im SimTech Labor verschiedene Regelungskonzepte und
Komponenten für Smart Grids entwickeln, testen und optimieren",
erklärt DI Dr. Brigitte Bach, Head of Energy Departement.
Um dies zu realisieren wurde eine gemeinsame Initiative zwischen
BMVIT, Klien und AIT gestartet, bestehend aus einem
Investitionsprojekt "SimTech Laborinfrastruktur" (Volumen von 3,5
Mio. Euro aus AIT Eigenmitteln finanziert) und dem DG-EV-HIL
Forschungsprojekt (Volumen 4,0 Mio. Euro, vom Klima- und Energiefonds
finanziert). Dieses Forschungsprojekt hat die grundlegenden Methoden
zur Anwendung von P-HIL Verfahren auf Smart Grids zum Inhalt und
damit entsteht im Energy Department eine einzigartige
Forschungsinfrastruktur, mit welcher binnen kürzester Zeit kritische
Massen erreicht werden können.
Mit dem vorliegenden Forschungs- und Investitionsprogramm
positioniert sich Österreich mit dem AIT Energy Department europaweit
als einzigartiger Forschungsknoten für die Industrie. Damit wird eine
federführende Einbindung in internationale Forschungsprojekte im
Bereich Smart Grids möglich. Durch den Beitritt des AIT zur "European
Energy Research Alliance (EERA) ist dafür eine optimale Basis
geschaffen worden.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Susanna Enk, Pressesprecherin
Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
mailto:[email protected]
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