- 14.07.2010, 10:57:03
- /
- OTS0093 OTW0093
Leopold-Museum: Provenienzbericht über die Sammlung Grünbaum ist fertig - kein Hinweis auf Raubkunst
Wien (OTS) - Der lang erwartete Bericht des Bundes über die im
Leopold-Museum befindlichen Exponate aus der Sammlung des im
Konzentrationslager Dachau ermordeten Kabarettisten Fritz Grünbaum
ist fertig. Das von der Provenienzforscherin Sonja Niederacher
erstellte Dokument ist mit 30. Juni datiert und erbrachte keinen
Hinweis auf Raubkunst. Das berichtet NEWS in seiner morgen
erscheinenden Ausgabe.
Die Fakten laut NEWS:
- Die Sammlung Grünbaum umfasste 446 Bilder und wurde 1939 mit 5.791
Reichsmark bewertet.
- Im Leopold-Museum befinden sich nur drei nachweisliche Werke aus
der Sammlung Grünbaum: das Ölgemälde "Tote Stadt III", 1998 mit
"Bildnis Wally" in New York beschlagnahmt, aber wieder freigegeben,
da die Kläger nicht erbberechtigt waren; "Andacht"; und "Akt mit
orangefarbenen Strümpfen".
- Mutmaßlich aus der Sammlung Grünbaum kommen fünf weitere Blätter
Schieles.
- Sieben untersuchte Werke Schieles entstammen, anders als
ursprünglich angenommen, gar nicht dem Besitz Grünbaums.
Den Exponaten aus der Grünbaum-Sammlung ist laut Provenienzbericht
eines gemeinsam: Dass sie geraubt worden wären, lässt sich nirgendwo
nachweisen. In den Akten der Vugesta, der "Verwertungsstelle für
jüdisches Umzugsgut der Gestapo", finden sich keine Einträge mit den
Namen Fritz Grünbaums oder seiner in einem Konzentrationslager bei
Minsk ermordeten Ehefrau Elisabeth.
Über den Verbleib der Bilder nach 1939 gibt es mehrere Theorien.
Vieles dürfte von Fritz Grünbaums Schwägerin außer Landes gebracht
worden seien.
Rückfragehinweis:
Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NES






