"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Wehrpflicht, nein danke"

Das stehende Heer ist reif für den Zapfenstreich. An die Front gehören Vollprofis.

Wien (OTS) - Kaputte Kasernen, frustrierte Ausbildner,
gelangweilte Wehrdiener. Das Bild, das die real existierende Armee abgibt, ist keine Werbung fürs Bundesheer. Die neu entflammte Debatte über die allgemeinen Wehrpflicht wird längst mit den Füßen entschieden. Jeder dritte Wehrpflichtige zieht den Zivildienst dem Präsenzdienst vor - obwohl dieser mit neun statt sechs Monaten um drei Monate länger und oft fordernder ist. Immer mehr EU-Nachbarn rücken davon ab, jeden Jungmann unter Waffen zu stellen. Das in Österreich im schlimmsten Sinn des Wortes stehende Heer hat keine Zukunft mehr.
In der Heeresreform-Kommission zielten scheinbare Antipoden wie Helmut Zilk und Peter Pilz bereits gemeinsam in die richtige Richtung. Sie empfahlen ausdrücklich die Armee so umzubauen, dass sie auch mit einer "Aussetzung der Wehrpflicht" auskommt - etwa durch "Umstellung auf ein Freiwilligenheer".
Unverzichtbar bleiben eine Katastrophenschutz-Truppe - hier leistet das Bundesheer bereits vorbildlich sinnvolle Arbeit - und bestens ausgestattete Soldaten, die weiterhin unserem hervorragenden Ruf bei internationalen Einsätzen gerecht werden können. Dafür braucht es hoch motivierte Profis, aber keine allgemeine Wehrpflicht.

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