- 12.07.2010, 10:58:25
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Geistiges Eigentum als Wirtschaftsfaktor
Forschungsrat fordert einheitlichen Rahmen zum Schutz von Innovationen, Patenten und neuen Geschäftsmodellen
Wien (OTS) - Die moderne Gesellschaft hat sich deutlich von einer
Produktions- zu einer Wissensgesellschaft gewandelt. Wissen und
dessen Bewertung sind heute ausschlaggebende Faktoren für
wirtschaftliches Wachstum. "Um den Wohlstand in Österreich zu wahren,
müssen wir aber zusätzlich das vorhandene Know-how besser verwertbar
machen", betont Knut Consemüller, Vorsitzender des Rates für
Forschung und Technologieentwicklung: "Daher ist ganz klar, dass
geistiges Eigentum ein Schlüssel zu mehr Wirtschaftswachstum ist und
ein weiterer Schritt Österreichs in Richtung eines Innovation
Leaders."
Ziel des Rates ist es, den Stellenwert und die Bedeutung von
geistigem Eigentum zu heben. Basierend auf den Ergebnissen einer
Studie, die der Rat in Kooperation mit der Universität Oxford
durchgeführt hat, ( http://www.ots.at/redirect/endbericht ) soll nun
in einem Workshop mit der Scientific Community und internationalen
Experten ein Strategiepapier erarbeitet werden. "Derzeit ist
geistiges Eigentum für die Politik fast ausschließlich ein Thema,
wenn es um Medieninhalte und das Internet geht. Als Wirtschaftsfaktor
wird geistiges Eigentum - wenn überhaupt - in Expertenausschüssen
statt im Plenum des Parlaments behandelt", so Jürgen Stockmar,
Ratsmitglied und für das Thema IPR (Intellectual Property Rights)
zuständig. "Die Ziele zukünftiger Politik", so Stockmar weiter,
"sollten daher sein: erstens das Bewusstsein über das wirtschaftliche
Potenzial von geistigem Eigentum zu steigern; zweitens: geistiges
Eigentum effizient zu managen, da dies auch ein Hebel zur Steigerung
des Outputs ist; und schließlich drittens: das Management und die
Verwertung geistigen Eigentums an Universitäten, Forschungsstätten
und industriellen Entwicklungszentren zu professionalisieren."
Mit öffentlichen Partnerschaften zum Innovation Leader
Gerade dem Staat kommt beim Management des geistigen Eigentums
eine entscheidende Rolle zu. Erfolgreicher Technologietransfer durch
die Bildung effizienter Schnittstellen zwischen Wirtschaft und
Wissenschaft sowie eine effektivere Förderung der Grundlagenforschung
könnten es Österreich ermöglichen, vom "Innovation Follower" zum
"Innovation Leader" aufzusteigen. "Derzeit ist es so, dass Österreich
im EU-Vergleich überdurchschnittlich viele Mittel in Forschung und
Entwicklung investiert, aber nur einen unterdurchschnittlichen Output
generiert", erklärt Stockmar. "Diese negative Bilanz zeigt uns leider
das European Scoreboard."
Auch Universitäten profitieren von besseren Rahmenbedingungen
Als ersten konkreten Schritt empfiehlt Stockmar einen
einheitlichen Rahmen zum Schutz von geistigem Eigentum, der
Innovationen, Patente und neue Geschäftsmodelle inkludiert. Eine
Finanzierung der Forschung durch die öffentliche Hand sieht er dabei
als unerlässlich an: "Nach der reinen Logik des Marktes ist das
wirtschaftliche Risiko von innovativen Entwicklungen für Unternehmen
häufig zu hoch. Vitale Technologiemärkte zeichnen sich daher durch
eine hohe Anzahl von öffentlichen-privaten Partnerschaften aus", so
Stockmar. Entscheidend ist dabei aber, dass die Balance der
Interessen gehalten wird. "Es kann nicht sein, dass eine Universität
forscht und nur das Unternehmen davon profitiert." Durch das
Diensterfindungsgesetz gab es hier eine deutliche Verbesserung, die
es auch Universitäten und anderen öffentlichen
Forschungseinrichtungen ermöglicht, von den Ergebnissen ihrer
ForscherInnen zu profitieren. Die Universitäten sind daher auch
gefordert, das Management und die Verwertung "ihres" geistigen
Eigentums optimal auszuführen. So kann die öffentliche Hand nicht nur
am indirekten Rückfluss durch mögliche Steuereinnahmen, sondern auch
über die direkte Kompensation durch das Unternehmen profitieren. "Es
müssen deshalb optimale Bedingungen für geistiges Eigentum geschaffen
werden, um einen erfolgreichen Technologietransfer zu ermöglichen,
der auch der Wirtschaft wertvolle Impulse liefert", so der
Ratsvorsitzende, Knut Consemüller, abschließend.
Studie:
Roya Ghafele (2010); Technologietransfer und Geistiges Eigentum in
Österreich, Oxford (University of Oxford)
http://www.ots.at/redirect/technologierat
Rückfragehinweis:
DI Dr. Ludovit Garzik
Leiter der Geschäftsstelle des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
Tel. 01 - 7131414
E-Mail: [email protected]
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