- 12.07.2010, 10:56:05
- /
- OTS0079 OTW0079
Privatmeinung von Ärztekammer-Funktionären darf nicht überbewertet werden
Die Beschlusslage der Gremien der ÖÄK ist klar: Keine Approbation, sondern Turnus wie bisher
Wien (OTS) - Die bereits mehrfach von ranghohen
Ärztekammerfunktionären geforderte Abschaffung des Turnus nach
derzeitigem System ist aus Sicht der NÖ Ärztekammer kein guter Weg.
Bereits vor einigen Wochen begrüßte der Österreichische
Ärztekammerpräsident Dr. Walter Dorner die Abschaffung des Turnus,
nun meldete sich auch der Ärztekammerpräsident der Steiermark, Dr.
Wolfgang Routil, befürwortend zu diesem Thema zu Wort.
"Bei der ärztlichen Ausbildung gibt es tatsächlich einige
Defizite", so der Kurienobmann-Stellvertreter der Angestellten Ärzte
Niederösterreichs und Turnusärztevertreter Dr. Stefan Halper. "Diese
Defizite sind jedoch nicht aufgrund der angeblich
verbesserungsbedürftigen gesetzlichen Grundlagen vorhanden." Die
Gesetzeslage ist in Ordnung, Probleme bereitet die Durchführung.
Genauer gesagt die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. "Immer noch
viel zu oft werden Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung als billige
"Hilfsarbeitskräfte" missbraucht, was die Vermittlung des
Ausbildungsinhalts schwierig macht", so Dr. Halper.
Funktionäre sind an Beschlüsse der Gremien gebunden
Der Präsident der NÖ Ärztekammer Dr. Christoph Reisner verweist auf
die aktuelle Beschlusslage der Österreichischen Ärztekammer, wonach
die geltende Regelung der Ärzteausbildung samt Turnus unterstützt
wird und man sich vehement gegen die so genannte Teilapprobation
ausspricht: "Teilapprobierte Ärztinnen und Ärzte, die im
Österreichischen Gesundheitssystem nur beschränkt einsetzbar sind,
sind ein deutlicher Rückschritt im Sinne der Ausbildungsqualität und
in weiterer Folge auch im Sinne der medizinischen Qualität. Wir
sollten uns eher darauf konzentrieren, die Menge an erstklassig
ausgebildeten Medizinerinnen und Medizinern auszubilden, die unser
System in den kommenden Jahrzehnten dringend braucht."
Die Tatsache, dass einzelne Ärztekammerfunktionäre eine andere
private Meinung haben, ist laut Präsident Dr. Reisner
selbstverständlich zu akzeptieren, ändert aber keine Beschlüsse. "Als
Funktionär ist man an die Beschlüsse der Gremien gebunden, egal
welche Privatmeinung man hat. Auch mit medialer Unterstützung durch
den ein oder anderen Präsidenten eine Landesärztekammer finden die
Vorschläge der Bundesministerin Dr. Karl keine Zustimmung der
zuständigen Gremien der Österreichischen Ärztekammer".
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AEN






