• 12.07.2010, 09:50:53
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Wlodkowski: Trotz Schönfärberei - Fossile Energie ist nicht nachhaltig

Seltsame Studie: Agiert sogenannte Umweltorganisation im Sinne der Ölmultis?

Wien (OTS) - "Eigentlich ist es Allgemeinwissen, dass fossile
Energie den CO2-Gehalt der Erde anreichert und das Klima verändert,
während nachwachsende Rohstoffe einen CO2-Kreislauf bilden. Doch nun
will eine seltsame Studie der Waldwirtschaft die Nachhaltigkeit
absprechen. Zur Klarstellung sei gesagt, dass unser Wald seit
Generationen nachhaltig bewirtschaft wird. In Österreich legt das
Forstgesetz die Grundlagen für eine nachhaltige Bewirtschaftung fest,
an die sich die Waldbesitzer strikt halten. Hingegen kann die Nutzung
fossiler Energieträger, betrachtet man allein die sinkenden
Fördervolumina und den Abbau der weltweiten Vorräte, in keinem Fall
als nachhaltig bezeichnet werden. Völlig unberücksichtigt in der
Bewertung der Nutzung von fossilen Energieträgern bleiben außerdem
die Auswirkungen der Öl- und Gasförderung, wie die Katastrophen im
Golf von Mexico, die Zerstörung von wertvollen Ökosystemen in
Sibirien, dem Kaspischen Meer, im Niger-Delta oder in Angola und
Kanada. Und dabei sind die Folgen für das Klima noch gar nicht
erwähnt. Wer also Biomasse schlecht rechnen muss, hat etwas zu
verbergen. Hier agiert eine sogenannte Umweltorganisation voll im
Sinne der Ölmultis", stellt Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK
Österreich zur Studie "The upfront carbon debt of bioenergy" fest,
die vom Joanneum Research Graz im Auftrag von BirdLife International
erstellt worden ist.

Forstwissenschaft: Studie-Annahmen falsch

"In genannter Studie werden einige Annahmen getroffen, die
methodisch nicht zulässig sind. Beim Vergleich der Verbrennung von
Holz mit Erdöl wird die mehrere Millionen Jahre dauernde Entstehung
fossiler Energieträger völlig außer Acht gelassen. Bei Holz ist dies
ein vergleichsweise vernachlässigbarer Zeitraum, der jedoch
eingerechnet wurde. Zudem wird die Substitution von fossilen
Energieträgern durch Biomasse und die Bindung von Kohlenstoff in
Holzprodukten nicht bewertet, was ein weiterer Kritikpunkt ist",
kiritisiert Hubert Hasenauer, Leiter des Institutes für Waldbau an
der Universität für Bodenkultur Wien. "Selbst bei der Annahme, dass
aus dem Wald kurzfristig mehr Holz entnommen werden würde als
zuwächst, wäre das bei den sehr hohen Vorräten in Österreich nicht
kritisch zu sehen. Im Gegenteil, die damit verbundene Verjüngung der
Wälder steigert sogar noch deren Zuwachs", so Hasenauer.

Holz nur zu 30% für Energie

"In Österreich nimmt die Waldfläche seit Jahrzehnten ebenso zu wie
der stehende Holzvorrat. Es wird seit Langem weniger genutzt als
zuwächst, von einer negativen Kohlenstoffbilanz kann also keine Rede
sein. Die im Durchschnitt sehr vorratsreichen Wälder in Österreich
erlauben deshalb eine intensivere Nutzung, ohne die nachhaltige
Forstbewirtschaftung zu gefährden", erklärte Wlodkowski. Es sei
wissenschaftlich völlig unseriös, das gesamte genutzte Holz einer
energetischen Verwertung anzurechnen, da aus der jährlichen
Einschlagsmeldung eindeutig ersichtlich sei, dass weniger als 30% des
geernteten Holzes direkt energetisch genutzt wird. "Die übrigen mehr
als 70% werden einer stofflichen Verwertung zugeführt und finden sich
etwa als Bauholz mit jahrzehntelanger Nutzungsdauer in Häusern
wieder, was die Kohlenstoffbindung verlängert", gibt Wlodkowski zu
bedenken.

Auch Urwälder stoßen CO2 aus

"Selbst wenn der Wald nicht mehr genützt werden würde, ändert sich
nichts an der Tatsache, dass ein Urwald in seiner Zerfallsphase durch
Verrottung die gleiche Menge CO2 freisetzt, wie sie bei der
Verbrennung desselben Holzes entsteht", unterstreicht Wlodkowski.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8521
mailto: [email protected]
www.lk-oe.at

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