- 09.07.2010, 12:45:36
- /
- OTS0181 OTW0181
"Ein slawischer Bischof"
Kardinal Christoph Schönborn begrüßt Ernennung von Msgr. Zsifkovics zum neuen Bischof von Eisenstadt
Wien (OTS) - Kardinal Christoph Schönborn, der Vorsitzende der
Österreichischen Bischofskonferenz, hat am Freitag die Ernennung von
Msgr. Ägidius Zsifkovics zum neuen Diözesanbischof von Eisenstadt
begrüßt. Die Erklärung des Kardinals hat folgenden Wortlaut: "Die
Diözese Eisenstadt hat einen neuen Bischof, den bisherigen
Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Msgr. Ägidius
Zsifkovics. Ich beglückwünsche ihn und seine künftige Diözese und ich
verbinde diesen Wunsch mit einem herzlichen Vergelts Gott an den
scheidenden Diözesanbischof Paul Iby.
Mit Ägidius Zsifkovics hat Österreich wieder einen "slawischen
Bischof"; das ist ein schöner Bezug auf die österreichische Tradition
und zugleich auf die Zukunft im größeren Europa. Er hat intensive
Beziehungen zu den Bischofskonferenzen in den Nachbarländern
aufgebaut. Ich habe in den letzten Jahren - insbesondere in der
Vorbereitung und Durchführung des Mitteleuropäischen Katholikentags,
aber auch danach - die Begabung von Ägidius Zsifkovics kennen und
schätzen gelernt, Brücken zu bauen. Das ist eine wichtige
Voraussetzung für das Bischofsamt. Ich bin sicher, dass er nicht nur
Brücken über die Grenzen zwischen Nationen, Kulturen, Sprachen
schlagen kann, sondern auch zwischen unterschiedlichen Mentalitäten,
Auffassungen und Lebensstilen im kirchlichen Bereich.
Es freut mich besonders, dass mit Ägidius Zsifkovics ein "gestandener
Pfarrer" zum Bischof ernannt worden ist. Er ist - auch als
Generalsekretär der Bischofskonferenz - immer Pfarrer von
Wulkaprodersdorf geblieben. Das haben nicht alle gleich verstanden.
Aber es ist schon klar, dass er immer Seelsorger bleiben wollte, um
"bei den Leuten" zu sein. Das schöne Augustinus-Wort "Für euch bin
ich Bischof, mit euch bin ich Christ" kann Ägidius Zsifkovics aus
persönlicher Erfahrung in den Alltag übersetzen: Die Pfarre ist immer
eine Schule des Lebens, ein Ort, an dem deutlich wird, dass die
Christen Sorgen und Freuden der Menschen teilen. Wenn ein Priester
vor allem Pfarrer sein will, dann ist das für mich ein Hinweis, dass
er nicht in erster Linie an "Karriere" denkt.
Es hat in den letzten Tagen auch kritische Stimmen gegeben, harte
Worte sind gefallen, die meisten davon habe keinerlei Fundament in
der Realität. Mit Entschiedenheit weise ich völlig unqualifizierte
Angriffe zurück, wie sie leider auch von Prof. Paul Zulehner und
Msgr. Helmut Schüller formuliert worden sind; solche "Ferndiagnosen"
können das kirchliche Leben nur vergiften. Ich appelliere an alle,
das elementare Wohlwollen, das wir in der Kirche einander schulden,
auch einem neuernannten Bischof zuteil werden zu lassen.
In diesem Fall ist die bewährte Vorgangsweise bei der Vorbereitung
einer Bischofsernennung eingehalten worden. Der künftige Bischof von
Eisenstadt ist "ein Mann der Mitte", hat eine große österreichische
Zeitung geschrieben: So habe ich ihn in all den Jahren der
Zusammenarbeit erlebt.
Ägidius Zsifkovics kann auf ein gutes Fundament aufbauen, das seine
Vorgänger Stefan Laszlo und Paul Iby gelegt haben. Die katholische
Kirche im Burgenland hat in manchem eine andere Prägung als im
übrigen Österreich. Das ist die pannonische Tradition, es sind die
Spuren des Heiligen Martin, der in römischer Zeit diesen Raum geformt
hat. Dieser Beitrag macht die katholische Kirche in Österreich bunter
und vielfältiger.
Ich bin dankbar für diesen Beitrag zur "Einheit in der Vielfalt" und
wünsche dem neuernannten Bischof von Eisenstadt und seinem Vorgänger
Gottes Segen".
(forts. mgl.)
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation Erich Leitenberger 1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1 Tel: 01/51552-3591 E-Mail: [email protected] http://presse.stephanscom.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EDW






