• 09.07.2010, 10:53:56
  • /
  • OTS0099 OTW0099

"Nachbar in Not - Erdbeben Haiti" - 6 Monate nach dem Beben

14,5 Millionen Euro wurden gespendet und werden in zahlreichen Hilfsprojekten für die Menschen in Haiti umgesetzt

Wien (OTS) - Das Erdbeben, das Haiti am 12. Jänner 2010
erschütterte, gehört zu den schlimmsten Naturkatastrophen der
vergangenen Jahrzehnte. Rasch haben sich der ORF und die "Nachbar in
Not"-Hilfsorganisationen - Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, CARE,
Caritas, Diakonie, Hilfswerk Austria International, Malteser
Hospitaldienst, Rotes Kreuz, Volkshilfe - zusammengeschlossen und am
14. Jänner die Aktion "Nachbar in Not - Erdbeben Haiti" gestartet.
14,5 Millionen Euro sind von den Österreicher/innen gespendet worden.
Auch ein halbes Jahr nach dem Beben brauchen die Menschen in Haiti
immer noch Hilfe. Durch das immense Ausmaß der Katastrophe - und weil
die Hauptstadt Port-au-Prince so massiv betroffen ist - ist die
Nothilfephase immer noch nicht abgeschlossen. Die unter dem Dach von
"Nachbar in Not" tätigen österreichischen Hilfsorganisationen sind
nach wie vor im Krisengebiet und berichten, dass Nothilfemaßnahmen -
insbesondere im Hygiene- und Trinkwasseraufbereitungsbereich - nach
wie vor notwendig sind. Parallel dazu hat aber auch der Wiederaufbau
begonnen und zahlreiche "Nachbar in Not"-Projekte sind, mit Hilfe der
Spenden aus Österreich, am Laufen.

Mayerhoffer: "'Nachbar in Not' leistet nachhaltige Hilfe"

Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian-Broadcasting: "Ein
halbes Jahr nach dem Beben ist zwar die Katastrophe aus dem medialen
Fokus der Weltöffentlichkeit verschwunden, aber für die meisten
Menschen in Haiti ist Normalität noch sehr weit entfernt. Mein Dank
gilt den vielen Einzelspendern und zahlreichen Firmen aus Österreich,
die diese Hilfsaktion von ORF und 'Nachbar in Not' mit insgesamt 14,5
Millionen Euro Spenden innerhalb weniger Wochen zur
zweiterfolgreichsten 'Nachbar in Not'-Hilfe seit 2003 gemacht haben.
Und mein Dank und Respekt gilt den vielen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der 'Nachbar in Not'-Organisationen, die mit diesem Geld
nachhaltige Hilfe für die Menschen in Haiti leisten - auch dann, wenn
Kameras und Mikrofone ausgeschaltet sind. Das Beben hat
Hunderttausende Einzelschicksale mit Verlusten und Verletzungen
verursacht. Viele Wunden - die unsichtbaren wie die sichtbaren -
werden die Menschen ein Leben lang begleiten. Sie auf dem mühsamen
Weg zur Wiedererlangung ihrer Lebensgrundlagen ein Stück weit zu
unterstützen, hat 'Nachbar in Not' sich zur Aufgabe gemacht."

Petrik-Schweifer: "Keine Zeit für eine Atempause"

"Zeit für eine Atempause haben wir keine. Viele Menschen in Haiti
werden noch mindestens bis Ende des Jahres auf Verteilungen von
Hilfsgütern angewiesen sein. Insgesamt wurden und werden aus 'Nachbar
in Not'-Spenden in der Nothilfephase mehr als 370.000 Menschen mit
Wasser, Nahrungsmitteln, medizinischen Hilfsgütern, Hygiene- und
Küchensets, sanitären Anlagen oder auch temporären Unterkünften
versorgt. Aber gleichzeitig arbeiten wir HiIfsorganisationen auf
Hochtouren am Wiederaufbau", sagt Caritas-Auslandshilfechef und
"Nachbar in Not"-Vorstandsvorsitzender Christoph Petrik-Schweifer.
Und weiter: "'Nachbar in Not' hat den Bau von über 1.000 Häusern
bereits bewilligt, die ersten Unterkünfte werden im Lauf des
Frühherbstes fertiggestellt sein." Denn: "Die Auflösung der Camps und
Umsiedelung der Menschen in andere und sichere Gegenden verläuft
langsam, und kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen auch
eine Perspektive haben", weiß Petrik-Schweifer.

Opriesnig: "Blühendes Dorfleben statt Ruinen und Schuttberge"

"Gut sechs Monate nach dem verheerenden Erdbeben leben noch immer
rund 1,5 Millionen Erdbebenopfer in Camps", sagt "Nachbar in
Not"-Vorstand Michael Opriesnig. Dass in den dicht gedrängten
Zeltstädten bisher keine Seuchen ausgebrochen sind, ist ein großer
Erfolg für die Helfer. Allein das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK)
hat mit Mitteln aus 'Nachbar in Not' im vergangenen halben Jahr gut
50.000 Menschen in mehr als 50 Camps mit Hygieneprogrammen erreicht.
"Ziel der Rotkreuz-Arbeit ist es nun, die Camps zu verkleinern und
den Menschen Übergangsunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Das
weitere Hilfsprogramm des ÖRK konzentriert sich daher auf den
Wiederaufbau von vier Dörfern rund um die schwer beschädigte Stadt
Léogane, südlich der Hauptstadt. 'Nachbar in Not' finanziert den Bau
von 3.000 dieser Übergangsunterkünfte. In den nächsten drei Jahren
soll aus Ruinen und Schuttbergen wieder blühendes Dorfleben
entstehen. Dazu wird die Instandsetzung der Wasserversorgung ebenso
beitragen wie der Wiederaufbau von Häusern, Erste-Hilfe-Stationen und
Gemeinschaftseinrichtungen", so Opriesnig.

Lassmann: "Den Menschen eine Perspektive geben"

Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie-Auslandshilfe und ebenfalls im
"Nachbar im Not"-Vorstand, betont: "In der nun angelaufenen Phase des
Wiederaufbaus ist es besonders wichtig, die betroffenen Menschen in
die Maßnahmen mit einzubinden, um ihnen nicht nur eine Arbeit,
sondern auch eine Aufgabe und Perspektive zu geben. So verschaffen
etwa die 'Food for Work'-Programme der 'Nachbar in
Not'-Organisationen den Menschen Einkommen und vermitteln Wissen über
katastrophensicheres Bauen. Die 'Nachbar in Not'-Spenden aus
Österreich sind dabei auch ein wichtiger Baustein für den
Wiederaufbau."

Vielfältige Hilfe durch das "Nachbar in Not"-Netzwerk

Nach den ersten sechs Monaten der Aktion "Nachbar in Not - Erdbeben
Haiti" sind zahlreiche Nothilfemaßnahmen wie medizinische Versorgung
und Hilfsgüter, Lebensmittelpakete, Decken, Küchen- und Hygienesets
abgeschlossen. Dennoch bleibt noch viel zu tun, um den Menschen im
Katastrophengebiet weiterhin zu helfen, und die Nothilfephase wurde
in vielen Bereichen auf ein Jahr verlängert. Synchron dazu treten
größere und kleinere Wiederaufbauprojekte nun ins Zentrum der
"Nachbar in Not"-Hilfe: Zahlreiche Projekte werden derzeit nach der
jeweiligen Expertise von den "Nachbar in Not"-Organisationen
durchgeführt. Die Caritas engagiert sich insbesondere im Wiederaufbau
sowie für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs für traumatisierte
Kinder und Waisen, das Rote Kreuz im Wasser-, Sanitär- und
Hygienebereich, die Diakonie versorgt Familien, insbesondere in den
Armenvierteln von Jacmel und Bainet, Hilfswerk Austria International
hat landwirtschaftliche Nothilfeprogramme rund um Port-au-Prince und
im Norden des Landes gestartet, CARE kümmert sich um Baumaterialien
und Werkzeuge, mit denen noch bestehende Notunterkünfte besser vor
Hurrikanen und Regen geschützt werden sollen, die Malteser, vor allem
im Léogane Distrikt, sowie der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
betreiben Projekte mit dem Ziel einer medizinischen Basisversorgung,
die Volkshilfe trägt zur Verbesserung der Unterkunfts- und
Hygienebedingungen für Familien im Raum Jacmel und Umgebung bei und
unterstützt infrastrukturelle Maßnahmen.

Weitere Details finden Sie in der Pressemappe auf
http://presse.ORF.at.

Rückfragehinweis:

ORF-Pressestelle - Humanitarian Broadcasting
   Christine Kaiser
   Tel.: +43 (0)1/87878 - DW 12422
   http://nachbarinnot.ORF.at
   http://tv.ORF.at
   http://kundendienst.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GOK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel