"Nachbar in Not - Erdbeben Haiti" - 6 Monate nach dem Beben

14,5 Millionen Euro wurden gespendet und werden in zahlreichen Hilfsprojekten für die Menschen in Haiti umgesetzt

Wien (OTS) - Das Erdbeben, das Haiti am 12. Jänner 2010 erschütterte, gehört zu den schlimmsten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte. Rasch haben sich der ORF und die "Nachbar in Not"-Hilfsorganisationen - Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, CARE, Caritas, Diakonie, Hilfswerk Austria International, Malteser Hospitaldienst, Rotes Kreuz, Volkshilfe - zusammengeschlossen und am 14. Jänner die Aktion "Nachbar in Not - Erdbeben Haiti" gestartet. 14,5 Millionen Euro sind von den Österreicher/innen gespendet worden. Auch ein halbes Jahr nach dem Beben brauchen die Menschen in Haiti immer noch Hilfe. Durch das immense Ausmaß der Katastrophe - und weil die Hauptstadt Port-au-Prince so massiv betroffen ist - ist die Nothilfephase immer noch nicht abgeschlossen. Die unter dem Dach von "Nachbar in Not" tätigen österreichischen Hilfsorganisationen sind nach wie vor im Krisengebiet und berichten, dass Nothilfemaßnahmen -insbesondere im Hygiene- und Trinkwasseraufbereitungsbereich - nach wie vor notwendig sind. Parallel dazu hat aber auch der Wiederaufbau begonnen und zahlreiche "Nachbar in Not"-Projekte sind, mit Hilfe der Spenden aus Österreich, am Laufen.

Mayerhoffer: "'Nachbar in Not' leistet nachhaltige Hilfe"

Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian-Broadcasting: "Ein halbes Jahr nach dem Beben ist zwar die Katastrophe aus dem medialen Fokus der Weltöffentlichkeit verschwunden, aber für die meisten Menschen in Haiti ist Normalität noch sehr weit entfernt. Mein Dank gilt den vielen Einzelspendern und zahlreichen Firmen aus Österreich, die diese Hilfsaktion von ORF und 'Nachbar in Not' mit insgesamt 14,5 Millionen Euro Spenden innerhalb weniger Wochen zur zweiterfolgreichsten 'Nachbar in Not'-Hilfe seit 2003 gemacht haben. Und mein Dank und Respekt gilt den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der 'Nachbar in Not'-Organisationen, die mit diesem Geld nachhaltige Hilfe für die Menschen in Haiti leisten - auch dann, wenn Kameras und Mikrofone ausgeschaltet sind. Das Beben hat Hunderttausende Einzelschicksale mit Verlusten und Verletzungen verursacht. Viele Wunden - die unsichtbaren wie die sichtbaren -werden die Menschen ein Leben lang begleiten. Sie auf dem mühsamen Weg zur Wiedererlangung ihrer Lebensgrundlagen ein Stück weit zu unterstützen, hat 'Nachbar in Not' sich zur Aufgabe gemacht."

Petrik-Schweifer: "Keine Zeit für eine Atempause"

"Zeit für eine Atempause haben wir keine. Viele Menschen in Haiti werden noch mindestens bis Ende des Jahres auf Verteilungen von Hilfsgütern angewiesen sein. Insgesamt wurden und werden aus 'Nachbar in Not'-Spenden in der Nothilfephase mehr als 370.000 Menschen mit Wasser, Nahrungsmitteln, medizinischen Hilfsgütern, Hygiene- und Küchensets, sanitären Anlagen oder auch temporären Unterkünften versorgt. Aber gleichzeitig arbeiten wir HiIfsorganisationen auf Hochtouren am Wiederaufbau", sagt Caritas-Auslandshilfechef und "Nachbar in Not"-Vorstandsvorsitzender Christoph Petrik-Schweifer. Und weiter: "'Nachbar in Not' hat den Bau von über 1.000 Häusern bereits bewilligt, die ersten Unterkünfte werden im Lauf des Frühherbstes fertiggestellt sein." Denn: "Die Auflösung der Camps und Umsiedelung der Menschen in andere und sichere Gegenden verläuft langsam, und kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen auch eine Perspektive haben", weiß Petrik-Schweifer.

Opriesnig: "Blühendes Dorfleben statt Ruinen und Schuttberge"

"Gut sechs Monate nach dem verheerenden Erdbeben leben noch immer rund 1,5 Millionen Erdbebenopfer in Camps", sagt "Nachbar in Not"-Vorstand Michael Opriesnig. Dass in den dicht gedrängten Zeltstädten bisher keine Seuchen ausgebrochen sind, ist ein großer Erfolg für die Helfer. Allein das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) hat mit Mitteln aus 'Nachbar in Not' im vergangenen halben Jahr gut 50.000 Menschen in mehr als 50 Camps mit Hygieneprogrammen erreicht. "Ziel der Rotkreuz-Arbeit ist es nun, die Camps zu verkleinern und den Menschen Übergangsunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Das weitere Hilfsprogramm des ÖRK konzentriert sich daher auf den Wiederaufbau von vier Dörfern rund um die schwer beschädigte Stadt Léogane, südlich der Hauptstadt. 'Nachbar in Not' finanziert den Bau von 3.000 dieser Übergangsunterkünfte. In den nächsten drei Jahren soll aus Ruinen und Schuttbergen wieder blühendes Dorfleben entstehen. Dazu wird die Instandsetzung der Wasserversorgung ebenso beitragen wie der Wiederaufbau von Häusern, Erste-Hilfe-Stationen und Gemeinschaftseinrichtungen", so Opriesnig.

Lassmann: "Den Menschen eine Perspektive geben"

Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie-Auslandshilfe und ebenfalls im "Nachbar im Not"-Vorstand, betont: "In der nun angelaufenen Phase des Wiederaufbaus ist es besonders wichtig, die betroffenen Menschen in die Maßnahmen mit einzubinden, um ihnen nicht nur eine Arbeit, sondern auch eine Aufgabe und Perspektive zu geben. So verschaffen etwa die 'Food for Work'-Programme der 'Nachbar in Not'-Organisationen den Menschen Einkommen und vermitteln Wissen über katastrophensicheres Bauen. Die 'Nachbar in Not'-Spenden aus Österreich sind dabei auch ein wichtiger Baustein für den Wiederaufbau."

Vielfältige Hilfe durch das "Nachbar in Not"-Netzwerk

Nach den ersten sechs Monaten der Aktion "Nachbar in Not - Erdbeben Haiti" sind zahlreiche Nothilfemaßnahmen wie medizinische Versorgung und Hilfsgüter, Lebensmittelpakete, Decken, Küchen- und Hygienesets abgeschlossen. Dennoch bleibt noch viel zu tun, um den Menschen im Katastrophengebiet weiterhin zu helfen, und die Nothilfephase wurde in vielen Bereichen auf ein Jahr verlängert. Synchron dazu treten größere und kleinere Wiederaufbauprojekte nun ins Zentrum der "Nachbar in Not"-Hilfe: Zahlreiche Projekte werden derzeit nach der jeweiligen Expertise von den "Nachbar in Not"-Organisationen durchgeführt. Die Caritas engagiert sich insbesondere im Wiederaufbau sowie für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs für traumatisierte Kinder und Waisen, das Rote Kreuz im Wasser-, Sanitär- und Hygienebereich, die Diakonie versorgt Familien, insbesondere in den Armenvierteln von Jacmel und Bainet, Hilfswerk Austria International hat landwirtschaftliche Nothilfeprogramme rund um Port-au-Prince und im Norden des Landes gestartet, CARE kümmert sich um Baumaterialien und Werkzeuge, mit denen noch bestehende Notunterkünfte besser vor Hurrikanen und Regen geschützt werden sollen, die Malteser, vor allem im Léogane Distrikt, sowie der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs betreiben Projekte mit dem Ziel einer medizinischen Basisversorgung, die Volkshilfe trägt zur Verbesserung der Unterkunfts- und Hygienebedingungen für Familien im Raum Jacmel und Umgebung bei und unterstützt infrastrukturelle Maßnahmen.

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