- 08.07.2010, 09:00:56
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Ertragskraft der Sachgütererzeugung 2009 deutlich verschlechtert
Wien (OTS/WIFO) - Die internationale Wirtschaftskrise
beeinträchtigte die Ertragskraft der österreichischen
Sachgütererzeugung 2009 deutlich. Aktuelle WIFO-Berechnungen ergeben
einen Rückgang der Cash-Flow-Umsatz-Relation um mehr als ein Drittel
von 11,2% 2008 auf 7,5% im Jahr 2009. Die Eigenkapitalausstattung der
österreichischen Sachgütererzeuger liegt im europäischen
Durchschnitt. 2009 dürfte sie im Gegensatz zur Cash-Flow-Quote noch
stabil gewesen sein.
Die Wirtschaftskrise und der durch sie ausgelöste internationale
Nachfrageausfall betrafen 2009 vor allem die österreichische
Sachgütererzeugung. Aufgrund des Einbruchs der Exporte schrumpfte
deren Produktion im Vorjahresvergleich um 11,7%, die Beschäftigung
sank um rund 6%. Insgesamt ergab sich damit eine deutliche
konjunkturbedingte Verschlechterung der Stundenproduktivität um 2,3%.
Dies beeinträchtigte auch die Ertragskraft der Unternehmen.
Im Zeitraum 2000 bis 2008 hatte sich die Cash-Flow-Quote der
österreichische Sachgütererzeugung im europäischen Vergleich sehr
günstig entwickelt. Bereits 2008 blieb sie mit 11,2% um etwas mehr
als 2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Für 2009 errechnet das
WIFO für den gewichteten Durchschnitt der Sachgütererzeugung eine
deutliche Abnahme auf 7,5%. Dieser Einbruch spiegelt die massive
Konjunkturverschlechterung im Jahr 2009 wider.
Die Verschlechterung der Cash-Flow-Quote dürfte fast alle Branchen
betroffen haben; die Unterschiede wurden insbesondere durch die
jeweilige Entwicklung der internationalen Nachfrage bestimmt.
Überdurchschnittlich war der Einbruch in der Herstellung von Leder,
Lederwaren und Schuhen, in der Metallerzeugung und -bearbeitung und
der Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, sowie der
Verarbeitung von Steinen und Erden.
Die Eigenkapitalquote der österreichischen Sachgütererzeugung
entsprach 2008 mit 36,4% dem Durchschnitt der europäischen
Vergleichsländer (36,3%); sie war auch im Mittelwert der Periode
2000/2008 kaum vom Durchschnitt abgewichen (Österreich 36,8%,
europäische Vergleichsländer 36,3%). Neben den Niederlanden (57,4%)
wiesen nur Belgien (40,2%), Spanien (40,0%) und Portugal (40,8%) in
diesem Zeitraum eine deutlich höhere durchschnittliche
Eigenkapitalquote auf. Angesichts der geringen Schwankungsbreite über
die Zeit sollte die Eigenkapitalquote in der österreichischen
Sachgütererzeugung trotz des Einbruchs der Cash-Flow-Quote 2009
stabil geblieben sein.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
6/2010
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=39951&typeid=8&
display_mode=2)
Rückfragehinweis:
Dr. Werner Hölzl
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-472 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:Werner.Hoelzl@wifo.ac.at
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