WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Wir sind Weltmeister - von Wolfgang Unterhuber

Der Fußball kann immer noch von der Wirtschaft lernen

Wien (OTS) - Es ist elf Jahre her, da beschloss Magna-Gründer
Frank Stronach, mit dem Einstieg bei der Wiener Austria den österreichischen Fußball zu retten. Seine Vision: Österreich soll 2010 Weltmeister werden. Das Ergebnis ist bekannt. Die heimische Fußballkunst ist, sagen wir es diplomatisch, stark reformbedürftig. Die Devise kann nur lauten: Lernen von den Anderen. Was liegt da näher, als die besten Unternehmen unserer Wirtschaft näher zu analysieren? So hatte die WirtschaftsBlatt-Redaktion vor Monaten die Idee, Österreichs Business-Weltmeister zu küren. Analog zur Teilnehmerzahl bei der WM in Südafrika wurden 32 Unternehmen ausgewählt, die zumindest um die Position des Weltmarktführers mitspielen oder in Nischensegmenten global die unumstrittene Nummer eins sind.

Auffallend ist, dass die überwiegende Mehrzahl der ausgewählten Unternehmen auch in sehr schwierigen Zeiten relativ gut dasteht. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn gerade Weltmarktführer sind einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sozusagen auf breitester Front ausgesetzt. Überraschend war auch die hohe Teilnehmerzahl bei der Wahl zum österreichischen Weltmeister. Denn nicht eine Jury, sondern die WirtschaftsBlatt-User waren aufgefordert, die Top-Unternehmen zu küren. Nicht weniger als 55.000 Stimmen wurden online abgegeben.

Und was zeichnet Österreichs Weltmarktführer aus? Sie sind Innovationstreiber und kreieren Produkte, die andere bestenfalls imitieren können. Dabei verfolgen sie oft die "Blue-Ocean-Strategy":
Statt sich im Haifischbecken von bestehenden Marktführern eine blutige Nase zu holen ("Red Ocean") spezialisiert man sich auf Nischen und schafft seinen eigenen Markt. Dazu kommen Fleiß und Risikobereitschaft. Wesentlich ist die Ausdauer - ein (Welt-)Meister fällt bekanntlich nicht vom Himmel. Der Weg nach oben ist im Sport wie in der Wirtschaft ein dorniger. Es gilt Rückschläge zu verdauen, und an der Spitze angelangt wird man von allen gejagt.

Nicht zu unterschätzen ist das Umfeld. Österreich profitiert von seiner politischen Stabilität und macht seine Betriebe so zu zuverlässigen Partnern. Umso wichtiger ist es jetzt, dass nicht irgendwelche wirtschaftspolitischen Schiedsrichter Fehlentscheidungen treffen. Unsere Weltmeister vertragen viel, aber mit Sicherheit keine steuerpolitischen Eigentore, die uns nur in die zweite Liga zurückwerfen würden. Schließlich sollten wir den WM-Rausch nicht allein unseren Lieblingsnachbarn überlassen. Also: Wir sind Weltmeister.

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