- 05.07.2010, 18:30:11
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Wir sind Weltmeister - von Wolfgang Unterhuber
Der Fußball kann immer noch von der Wirtschaft lernen
Wien (OTS) - Es ist elf Jahre her, da beschloss Magna-Gründer
Frank Stronach, mit dem Einstieg bei der Wiener Austria den
österreichischen Fußball zu retten. Seine Vision: Österreich soll
2010 Weltmeister werden. Das Ergebnis ist bekannt. Die heimische
Fußballkunst ist, sagen wir es diplomatisch, stark reformbedürftig.
Die Devise kann nur lauten: Lernen von den Anderen. Was liegt da
näher, als die besten Unternehmen unserer Wirtschaft näher zu
analysieren? So hatte die WirtschaftsBlatt-Redaktion vor Monaten die
Idee, Österreichs Business-Weltmeister zu küren. Analog zur
Teilnehmerzahl bei der WM in Südafrika wurden 32 Unternehmen
ausgewählt, die zumindest um die Position des Weltmarktführers
mitspielen oder in Nischensegmenten global die unumstrittene Nummer
eins sind.
Auffallend ist, dass die überwiegende Mehrzahl der ausgewählten
Unternehmen auch in sehr schwierigen Zeiten relativ gut dasteht. Das
ist keine Selbstverständlichkeit. Denn gerade Weltmarktführer sind
einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sozusagen auf breitester
Front ausgesetzt. Überraschend war auch die hohe Teilnehmerzahl bei
der Wahl zum österreichischen Weltmeister. Denn nicht eine Jury,
sondern die WirtschaftsBlatt-User waren aufgefordert, die
Top-Unternehmen zu küren. Nicht weniger als 55.000 Stimmen wurden
online abgegeben.
Und was zeichnet Österreichs Weltmarktführer aus? Sie sind
Innovationstreiber und kreieren Produkte, die andere bestenfalls
imitieren können. Dabei verfolgen sie oft die "Blue-Ocean-Strategy":
Statt sich im Haifischbecken von bestehenden Marktführern eine
blutige Nase zu holen ("Red Ocean") spezialisiert man sich auf
Nischen und schafft seinen eigenen Markt. Dazu kommen Fleiß und
Risikobereitschaft. Wesentlich ist die Ausdauer - ein (Welt-)Meister
fällt bekanntlich nicht vom Himmel. Der Weg nach oben ist im Sport
wie in der Wirtschaft ein dorniger. Es gilt Rückschläge zu verdauen,
und an der Spitze angelangt wird man von allen gejagt.
Nicht zu unterschätzen ist das Umfeld. Österreich profitiert von
seiner politischen Stabilität und macht seine Betriebe so zu
zuverlässigen Partnern. Umso wichtiger ist es jetzt, dass nicht
irgendwelche wirtschaftspolitischen Schiedsrichter Fehlentscheidungen
treffen. Unsere Weltmeister vertragen viel, aber mit Sicherheit keine
steuerpolitischen Eigentore, die uns nur in die zweite Liga
zurückwerfen würden. Schließlich sollten wir den WM-Rausch nicht
allein unseren Lieblingsnachbarn überlassen. Also: Wir sind
Weltmeister.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:[email protected]
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