AHS-Scholik: Schluss mit Jubelpropaganda zur Gesamtschule!

Aktueller deutscher Bundesländervergleich zu den Bildungsstandards beweist deutliche Überlegenheit des differenzierten Schulwesens

Wien (OTS) - Die Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eva Scholik fordert BM Schmied auf, ihre Jubelpropaganda für die Gesamtschule endlich einzustellen und sich mit den wissenschaftlichen Fakten auseinander zu setzen.
Der vor wenigen Tagen veröffentlichte Bundesländervergleich der Bildungsstandards-Ergebnisse in Deutschland "ist ein Debakel für alle Gesamtschulmodelle", so Scholik wörtlich.

Scholik weiter: "Die herausragende Position Bayerns bei den Ergebnissen ist ein weiterer Beweis dafür, was deutsche Bildungswissenschaftler seit Jahrzehnten belegen, nämlich die klare Überlegenheit des differenzierten Schulwesens in der Förderung Leistungsschwächerer als auch Leistungsstarker."

Die Ergebnisse deutscher Bildungsforschung "links liegen" zu lassen und die negativen Erfahrungen in deutschen Gesamtschulländern zu ignorieren, ist für Scholik "grob fahrlässig". Scholik betont dazu: "Dies gilt nicht nur hinsichtlich des Leistungsniveaus, sondern auch bezüglich der sozialen Gerechtigkeit."

Scholik verweist in diesem Zusammenhang exemplarisch auf den renommierten Bildungsforscher Helmut Fend, der wörtlich feststellen musste: "Die Gesamtschule schafft unterm Strich nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des gegliederten Schulsystems -entgegen ihrem Anspruch und entgegen den Hoffnungen vieler Schulreformer, denen ich mich verbunden fühle."

Die Stimmen der betroffenen LehrerInnen hören

Scholik: "Zahlreiche LehrerInnen sind an uns herangetreten und haben ihre vielfach negativen Erfahrungen mit den Gesamtschulversuchen ("NMS") mitgeteilt."

Scholik zeigt sich "betroffen über den politischen Druck", der auf viele LehrerInnen ausgeübt werde, sodass diese absolute Vertraulichkeit einforderten, bevor sie ihre Meinung zum NMS-Versuch kundtaten.

Scholik weiter: "Viele KollegInnen zweifeln die Sinnhaftigkeit der zusätzlichen Ressourcen an, mit denen der Schulversuch NMS verwöhnt wird. Schließlich könnten Regelschulen mit diesen Zusatzmitteln weitaus bessere Ergebnisse erreichen."

Jugendarbeitslosigkeit - Österreich in international beneideter Situation, Finnland abschreckendes Beispiel

Laut Eurostat (Daten aus 2009) liegt die Arbeitslosenquote bei Personen mit Abschluss der Sekundarstufe II oder eines postsekundaren Bildungsgangs (ISCED-Stufen 3+4) in Österreich bei 3,6 %, in den EU 25 bei 7,3 % und in Finnland bei 7,7 %.
"Beschäftigungsfähigkeit ist nur ein Teilaspekt von Bildung, aber ein wichtiger, der keinesfalls ausgeblendet werden darf. Nicht die Gesamtschule, sondern ein Schulsystem der Vielfalt ist das probate Mittel, die Jugend auch in Zukunft fit für den Berufseinstieg zu machen!" so Scholik abschließend.

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