• 01.07.2010, 10:10:11
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AHS-Scholik: Schluss mit Jubelpropaganda zur Gesamtschule!

Aktueller deutscher Bundesländervergleich zu den Bildungsstandards beweist deutliche Überlegenheit des differenzierten Schulwesens

Wien (OTS) - Die Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eva Scholik
fordert BM Schmied auf, ihre Jubelpropaganda für die Gesamtschule
endlich einzustellen und sich mit den wissenschaftlichen Fakten
auseinander zu setzen.
Der vor wenigen Tagen veröffentlichte Bundesländervergleich der
Bildungsstandards-Ergebnisse in Deutschland "ist ein Debakel für alle
Gesamtschulmodelle", so Scholik wörtlich.

Scholik weiter: "Die herausragende Position Bayerns bei den
Ergebnissen ist ein weiterer Beweis dafür, was deutsche
Bildungswissenschaftler seit Jahrzehnten belegen, nämlich die klare
Überlegenheit des differenzierten Schulwesens in der Förderung
Leistungsschwächerer als auch Leistungsstarker."

Die Ergebnisse deutscher Bildungsforschung "links liegen" zu
lassen und die negativen Erfahrungen in deutschen Gesamtschulländern
zu ignorieren, ist für Scholik "grob fahrlässig". Scholik betont
dazu: "Dies gilt nicht nur hinsichtlich des Leistungsniveaus, sondern
auch bezüglich der sozialen Gerechtigkeit."

Scholik verweist in diesem Zusammenhang exemplarisch auf den
renommierten Bildungsforscher Helmut Fend, der wörtlich feststellen
musste: "Die Gesamtschule schafft unterm Strich nicht mehr
Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des gegliederten Schulsystems -
entgegen ihrem Anspruch und entgegen den Hoffnungen vieler
Schulreformer, denen ich mich verbunden fühle."

Die Stimmen der betroffenen LehrerInnen hören

Scholik: "Zahlreiche LehrerInnen sind an uns herangetreten und
haben ihre vielfach negativen Erfahrungen mit den
Gesamtschulversuchen ("NMS") mitgeteilt."

Scholik zeigt sich "betroffen über den politischen Druck", der auf
viele LehrerInnen ausgeübt werde, sodass diese absolute
Vertraulichkeit einforderten, bevor sie ihre Meinung zum NMS-Versuch
kundtaten.

Scholik weiter: "Viele KollegInnen zweifeln die Sinnhaftigkeit der
zusätzlichen Ressourcen an, mit denen der Schulversuch NMS verwöhnt
wird. Schließlich könnten Regelschulen mit diesen Zusatzmitteln
weitaus bessere Ergebnisse erreichen."

Jugendarbeitslosigkeit - Österreich in international beneideter
Situation, Finnland abschreckendes Beispiel

Laut Eurostat (Daten aus 2009) liegt die Arbeitslosenquote bei
Personen mit Abschluss der Sekundarstufe II oder eines postsekundaren
Bildungsgangs (ISCED-Stufen 3+4) in Österreich bei 3,6 %, in den EU
25 bei 7,3 % und in Finnland bei 7,7 %.
"Beschäftigungsfähigkeit ist nur ein Teilaspekt von Bildung, aber ein
wichtiger, der keinesfalls ausgeblendet werden darf. Nicht die
Gesamtschule, sondern ein Schulsystem der Vielfalt ist das probate
Mittel, die Jugend auch in Zukunft fit für den Berufseinstieg zu
machen!" so Scholik abschließend.

Rückfragehinweis:
AHS-Gewerkschaft
Mag. Christiane Bartoga
1090 Wien, Lackierergasse 7
[email protected]
Tel.: 01/405 61 48

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