Neue Studie belegt: Synthetische Chemikalie BPA schädigt Fruchtbarkeit!

GLOBAL 2000 fordert von BM Stöger BPA-Aktionsplan und sofortiges Verbot von BPA in Baby-Produkten

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt vor
der synthetischen Chemikalie Bisphenol A (BPA). Eine neue Studie, die vergangene Woche bei der Endocrine Society präsentiert wurde, zeigt, wie sich BPA auf die zukünftige Fruchtbarkeit männlicher Föten auswirken kann. Ein Versuch an trächtigen Ratten ergab bei bereits kleinsten über die Nahrung verabreichten Dosen von BPA negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Hoden des männlichen Nachwuchses. "Die Datenlage ist in höchstem Masse alarmierend. BPA befindet sich in zahlreichen Lebensmittelverpackungen und kann so über unsere Nahrung in den Organismus gelangen. Gesundheitsminister Stöger muss einen BPA-Aktionsplan für Österreich erstellen. Weil Kinder besonders gefährdet sind, muss ein Verbot von BPA in Baby-Schnullern und Baby-Fläschchen der erste Schritt sein", fordert Daniela Hoffmann, Chemieexpertin von GLOBAL 2000.

Zusammenhang zwischen BPA und Unfruchtbarkeit belegt

Den dringenden Handlungsbedarf belegt auch eine ForscherInnengruppe aus Michigan. Ihre ebenfalls dieses Jahr veröffentlichte Studie an unfruchtbaren Männern zeigt einen Zusammenhang zwischen BPA-Gehalten in Urinproben und veränderten Konzentrationen von fruchtbarkeitsbestimmenden Hormonen. Eine Studie an chinesischen Fabrikarbeitern, die der gefährlichen Chemikalie von Berufswegen ausgesetzt wurden, kam zu einem ähnlich alarmierenden Ergebnis. Exponierte Arbeiter litten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit an sexueller Lustlosigkeit, Erektions- und Ejakulationsproblemen und waren generell unzufriedener mit ihrem Sexualleben.
Unabhängige ForscherInnen weisen seit Jahrzehnten auf gefährliche hormonähnliche Eigenschaften der allgegenwärtigen Massenchemikalie hin. Viele weit verbreitete Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen und Krebs werden in Zusammenhang mit BPA gebracht.
"Wir haben bereits vor einem Jahr ein Verbot von BPA in Babyartikeln gefordert. Seit dieser Zeit ist die Datenlage immer erdrückender geworden. Worauf warten Sie, Herr Minister Stöger", fragt Hoffmann von GLOBAL 2000.

BPA kann unsere Nahrungsmittel verunreinigen

Mit einer Jahresproduktion von 3,8 Millionen Tonnen zählt Bisphenol A zu den meist produzierten synthetischen Chemikalien weltweit. BPA findet sich in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs. Es dient unter anderem als Ausgangsprodukt für die Herstellung von Epoxidharzen, die für die Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen verwendet werden, und Polykarbonatkunststoffen. Beide Materialien kommen über ihre Verwendung in Lebensmittelverpackungen mit unserer Nahrung in Berührung und verunreinigen diese mit BPA.

Die Studien finden Sie unter:
The Endocrine Society (2010, June 22). Early-life exposure to BPA may affect testis function in adulthood. ScienceDaily. Retrieved June 29, 2010, from
http://www.sciencedaily.com/releases/2010/06/100621151123.htm

Meeker J.D. et al. (2010) Urinary Bisphenol A Concentrations in Relation to serum Thyroid and Reproductive Hormone Levels in Men from an Infertility Clinic. Environmental Science & Technology 44:1458-1463
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es9028292

Li D. et al. (2009) Occupational exposure to bisphenol-A (BPA) and the risk of self-reported male sexual dysfunction. Human reproduction 25:519-527
http://humrep.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/dep381v1

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