• 01.07.2010, 08:54:39
  • /
  • OTS0021 OTW0021

Neue Studie belegt: Synthetische Chemikalie BPA schädigt Fruchtbarkeit!

GLOBAL 2000 fordert von BM Stöger BPA-Aktionsplan und sofortiges Verbot von BPA in Baby-Produkten

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt vor
der synthetischen Chemikalie Bisphenol A (BPA). Eine neue Studie, die
vergangene Woche bei der Endocrine Society präsentiert wurde, zeigt,
wie sich BPA auf die zukünftige Fruchtbarkeit männlicher Föten
auswirken kann. Ein Versuch an trächtigen Ratten ergab bei bereits
kleinsten über die Nahrung verabreichten Dosen von BPA negative
Auswirkungen auf die Entwicklung der Hoden des männlichen
Nachwuchses. "Die Datenlage ist in höchstem Masse alarmierend. BPA
befindet sich in zahlreichen Lebensmittelverpackungen und kann so
über unsere Nahrung in den Organismus gelangen. Gesundheitsminister
Stöger muss einen BPA-Aktionsplan für Österreich erstellen. Weil
Kinder besonders gefährdet sind, muss ein Verbot von BPA in
Baby-Schnullern und Baby-Fläschchen der erste Schritt sein", fordert
Daniela Hoffmann, Chemieexpertin von GLOBAL 2000.

Zusammenhang zwischen BPA und Unfruchtbarkeit belegt

Den dringenden Handlungsbedarf belegt auch eine ForscherInnengruppe
aus Michigan. Ihre ebenfalls dieses Jahr veröffentlichte Studie an
unfruchtbaren Männern zeigt einen Zusammenhang zwischen BPA-Gehalten
in Urinproben und veränderten Konzentrationen von
fruchtbarkeitsbestimmenden Hormonen. Eine Studie an chinesischen
Fabrikarbeitern, die der gefährlichen Chemikalie von Berufswegen
ausgesetzt wurden, kam zu einem ähnlich alarmierenden Ergebnis.
Exponierte Arbeiter litten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit an
sexueller Lustlosigkeit, Erektions- und Ejakulationsproblemen und
waren generell unzufriedener mit ihrem Sexualleben.
Unabhängige ForscherInnen weisen seit Jahrzehnten auf gefährliche
hormonähnliche Eigenschaften der allgegenwärtigen Massenchemikalie
hin. Viele weit verbreitete Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes,
Herz- Kreislauferkrankungen und Krebs werden in Zusammenhang mit BPA
gebracht.
"Wir haben bereits vor einem Jahr ein Verbot von BPA in Babyartikeln
gefordert. Seit dieser Zeit ist die Datenlage immer erdrückender
geworden. Worauf warten Sie, Herr Minister Stöger", fragt Hoffmann
von GLOBAL 2000.

BPA kann unsere Nahrungsmittel verunreinigen

Mit einer Jahresproduktion von 3,8 Millionen Tonnen zählt Bisphenol A
zu den meist produzierten synthetischen Chemikalien weltweit. BPA
findet sich in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs. Es dient
unter anderem als Ausgangsprodukt für die Herstellung von
Epoxidharzen, die für die Innenbeschichtung von Getränke- und
Konservendosen verwendet werden, und Polykarbonatkunststoffen. Beide
Materialien kommen über ihre Verwendung in Lebensmittelverpackungen
mit unserer Nahrung in Berührung und verunreinigen diese mit BPA.

Die Studien finden Sie unter:
The Endocrine Society (2010, June 22). Early-life exposure to BPA may
affect testis function in adulthood. ScienceDaily. Retrieved June 29,
2010, from
http://www.sciencedaily.com/releases/2010/06/100621151123.htm

Meeker J.D. et al. (2010) Urinary Bisphenol A Concentrations in
Relation to serum Thyroid and Reproductive Hormone Levels in Men from
an Infertility Clinic. Environmental Science & Technology
44:1458-1463
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es9028292

Li D. et al. (2009) Occupational exposure to bisphenol-A (BPA) and
the risk of self-reported male sexual dysfunction. Human reproduction
25:519-527
http://humrep.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/dep381v1

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Jens Karg
Tel.: +43 699 1 42000 20
mailto:jens.karg@global2000.at
www.global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel