- 30.06.2010, 09:57:59
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AKNÖ-Haneder: Kettenverträge bei der Post müssen beendet werden
Bis zu 11 Befristungen hintereinander - Arbeitsgerichtsverfahren noch anhängig
Wien (OTS/AKNÖ) - "Wieder hat sich bestätigt, dass sich
Privatisierungen zu Gunsten der Aktionäre und zu Lasten der
ArbeitnehmerInnen auswirken", erklärte AKNÖ-Präsident Hermann
Haneder. Anlass für seine Kritik sind zahlreiche Verfahren vor den
Arbeitsgerichten, in denen Postbeschäftigte verbotene Kettenverträge
bekämpfen. Die Umwandlung in unbefristete Dienstverhältnisse wird den
Betroffenen nur dann in Aussicht gestellt, wenn sie bereit sind,
Einkommenseinbußen hinzunehmen. In Einzelfällen gab es bis zu 11
befristete Dienstverträge hintereinander, die oft nur wenige Wochen
dauerten.
Mit einer Teilzeitbeschäftigung von 10 Wochenstunden und einer
Befristung von nur 3 Monaten kann man keine stabilen
Lebensverhältnisse aufbauen. Doch genau so einen Dienstvertrag musste
zum Beispiel eine Mutter von zwei Kindern aus dem Weinviertel
unterschreiben. Zusätzlich wurde der erste Monat als Probemonat mit
jederzeitiger Kündbarkeit vereinbart.
Das Arbeitsrecht schiebt Kettenverträgen einen Riegel vor:
AKNÖ-Arbeitsrechtsexperte Dr. Gerald Alfons: "Ein befristeter
Arbeitsvertrag darf nur einmal verlängert werden. Eine weitere
Verlängerung begründet ein unbefristetes Dienstverhältnis." Das gilt
auch für die Post. Seit es für neu eintretende MitarbeiterInnen einen
eigenen Kollektivvertrag gibt, werden auch Vertragsbedienstete, die
noch zu besseren Bedingungen über befristete Verträge beschäftigt
wurden, in die für sie schlechtere Entlohnung abgedrängt. Als die
Betroffenen - in der Mehrzahl weibliche Vorsortierkräfte - auf eine
unbefristete Anstellung drängten, wurden sie vor folgende Alternative
gestellt: Entweder bessere Entlohnung aber weitere Kettenverträge mit
teilweise sehr kurzen Laufzeiten oder Wechsel in niedrigere
Entlohnung und dafür ein unbefristetes Dienstverhältnis. Nach Ansicht
der Niederösterreichischen Arbeiterkammer müssten jedoch
Kettenverträge längst in unbefristete Dienstverhältnisse ohne
finanzielle Nachteile übergegangen sein.
AKNÖ gegen Working poor-Verträge
"Einkommen und Arbeitszeit müssen für die ArbeitnehmerInnen
berechenbar bleiben. Monats- oder Quartalsarbeitsplätze führen zu
einem Leben von der Hand in den Mund", fordert AKNÖ-Präsident Haneder
die Post auf, zu einer rechtskonformen Gestaltung der Dienstverträge
zurückzukehren.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1200
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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