- 29.06.2010, 10:55:11
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Wer hat Angst vor einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Wohlfahrtsfonds?
Der NÖ Ärztekammerpräsident reagiert mit Unverständnis auf das Misstrauensvotum in Kärnten
Wien (OTS) - Mit Unverständnis reagiert Dr. Christoph Reisner,
Präsident der NÖ Ärztekammer, auf das Misstrauensvotum gegen einige
Spitzenfunktionäre in der Kärntner Ärztekammer. "Wer hat Angst vor
einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Wohlfahrtsfonds? In
dieser Angelegenheit gibt es nichts zu verheimlichen. Der
Wohlfahrtsfonds einer Landesärztekammer als gesetzlich vorgesehene
Versorgungseinrichtung ist zu wichtig, um sich mit ihm auf diese
undemokratische Weise auseinanderzusetzen", so Präsident Dr. Reisner.
Er erkennt in Kärnten eine ähnliche Problematik wie in
Niederösterreich vor der Sanierung des dortigen Wohlfahrtsfonds:
"Jeder weiß, dass alle Pensionssysteme rechtzeitig auf demografische
Probleme eingestellt werden müssen. Die längere Lebenserwartung, die
trotzdem immer kürzer werdende Lebensarbeitszeit sowie die gesunkenen
Renditen müssen dazu führen, dass das Beitrags- und Leistungssystem
rechtzeitig adaptiert wird. Sonst droht mittelfristig eine
Zahlungsunfähigkeit."
Sanierung soll auf Kosten der jungen Ärztinnen und Ärzte durchgeführt
werden
Präsident Dr. Reisner sieht in Kärnten eine weitere Parallele zu
anderen Bundesländern: "Ich muss anhand der mir zugänglichen
Informationen und der Öffentlichkeitsarbeit der Ärztekammer für
Kärnten vermuten, dass ein Lobbyismus der "alten" Generation eine
Sanierung des WFF auf den Schultern aller Ärztinnen und Ärzte
verhindert. Es soll in Kärnten offenbar so saniert werden, dass nur
aktive Ärztinnen und Ärzte, vor allem junge Kolleginnen und Kollegen,
zur Kasse gebeten werden."
Bereits vor einigen Monaten war in der Kärntner Ärztezeitung eine
Darstellung des Wohlfahrtsfonds samt Vergleich zu anderen
Bundesländern abgedruckt, worauf sich mehrere Bundesländer bei
Präsident Dr. Haas beschwert hatten. "In Kärnten ist vorauszusehen,
dass sich durch eine Verschleppung die Probleme in den kommenden
Jahren potenzieren könnten. Unsere Experten konnten die Kärntner
Berechnung in keiner Weise nachvollziehen. Ein seriöser Vergleich der
verschiedenen Fonds ist ohnehin kaum möglich, da die Komplexität
aufgrund der unterschiedlichen Beitrags- und Leistungssysteme enorm
ist. Angelegenheiten eines Wohlfahrtsfonds sind zwar autonome
Angelegenheiten der jeweiligen Landesärztekammer, daher hat man sich
da generell nicht einzumischen. Aber wenn Vergleiche zu anderen
Wohlfahrtsfonds gezogen werden, muss man das schon kommentieren", so
Präsident Dr. Reisner.
Ablenkungsmanöver, um das wahre Ausmaß der Problemstellung nicht
erläutern zu müssen
Die Leistungsfähigkeit eines Wohlfahrtsfonds zeigt sich jedenfalls
an der versicherungsmathematischen Deckung und nicht am aktuell
bestehenden Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung. Zumindest dann,
wenn man seiner Verpflichtung nachkommt im Sinne aller Ärztinnen und
Ärzte eine nachhaltige Sicherstellung eines Wohlfahrtsfonds
herzustellen. "Diese Deckung sagt aus in wie weit der Fonds in der
Lage sein wird die bestehenden Verpflichtungen auch in Zukunft
abdecken zu können. Nun stellt sich für mich die Frage, warum in
Kärnten eine derartig oberflächliche Beleuchtung dieser ungemein
wichtigen Fragestellung erzwungen wird. Vielleicht als
Ablenkungsmanöver, um den Mitgliedern das wahre Ausmaß der
Problemstellung nicht erläutern zu müssen?"
Diese Vorgänge innerhalb der Ärztekammer für Kärnten sind aus
Sicht des Präsidenten der NÖ Ärztekammer jedenfalls ein ganz
schlechtes Signal. Dr. Reisner: "Auch in Kärnten gibt es schon mehr
Wahlärztinnen und Wahlärzte als Kassenärztinnen und Kassenärzte. In
der Kammer ist das leider noch umgekehrt. Wenn nun die ganze
Wahlärztefraktion mundtot gemacht wird, muss ich mich schon fragen,
wer dort Angst vor Meinungsvielfalt hat. Diese undemokratische
Haltung ist eines Ärztekammerpräsidenten nicht würdig. Und schon gar
nicht, wenn er sich öffentlich zum Gegenteil bekennt."
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at
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