Karas zu Stresstests: Uneingeschränkte Veröffentlichung nicht vor 2013

Nervöse Märkte müssen sich in den nächsten Jahren beruhigen

Brüssel, 25. Juni 2010 (OTS) "Die Forderung einer raschen umfassenden Veröffentlichung der Stresstests ist weder richtig noch wichtig. Aus populistischer Sicht mag diese Forderung zwar gut klingen, aus finanz-, wirtschafts-, und verantwortungspolitischer Sicht muss man dieses Ansinnen jedoch sehr skeptisch bewerten: Wann soll denn veröffentlicht werden, wie und vor allem wem gegenüber was?", so EVP-Vizepräsident Mag. Othmar Karas auf die von Spanien durchgesetzte Forderung einer raschen Veröffentlichung. ****

"Die Banken-Stresstests sind eine wichtige Übung und erfüllen den richtigen Zweck: Gründlich, ehrlich und sachlich Auskunft darüber zu geben, wie die europäischen Banken dastehen. Eine Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt wäre aber sachpolitisch einfach falsch und würde ein falsches Bild widerspiegeln. Den, hätte die EU die Banken in den letzten Monaten nicht gerettet, würde es jetzt viele gar nicht mehr geben", so Karas weiter. Der populistische Mehrwert einer Veröffentlichung überwiege nicht das Risiko, die ohnedies nervösen Märkte dadurch nicht beruhigen zu können und den Sanierungsprozess sowie den notwendigen Vertrauensgewinn zu gefährden.

Der Stresstests nach Abschluss der derzeit laufenden recovery packages, also ab 2013, wäre aber in Ordnung. Bis dahin wären die Kriterien einer Veröffentlichung festgesetzt, die Sanierung abgeschlossen und Rückzahlungen der öffentlichen Gelder und EU-Richtlinien in Kraft. "Auch die von mir verhandelte Erhöhung der Eigenkapitalsqualität und -quantität sollte dann in Kraft sein und als funktionierender 'Gegenentwurf' Hilfestellung leisten", informiert der Finanzexperte.

Die Politik müsse jetzt mit viel Verantwortung vorgehen. "Die Ergebnisse der Stresstests sollten daher in einer ersten Phase nur an Bankenaufsicht und Finanzministerium übergeben werden, ohne sie sofort über die Öffentlichkeit zu spielen. Riskieren wir nicht aus populistisch gefälligen Motiven potentiell gefährliche Nebenwirkungen. Es hat die Stunde der kompetenten, verantwortungsvollen, mutigen Politiker zu schlagen, nicht jede der kurzsichtigen Populisten", so Karas abschließend.

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