• 25.06.2010, 12:27:18
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"Einkommen ist kein Beichtgeheimnis" - Frauenarbeit gerecht bewerten!

Aktion der Frauen im "Bündnis 8. März" für mehr Einkommensgerechtigkeit

Linz (OTS) - Im Rahmen einer oberösterreichweiten Aktionswoche der
Frauen im "Bündnis 8. März" für mehr Einkommenstransparenz fand heute
auf dem Linzer Taubenmarkt eine außergewöhnliche gewöhnliche Aktion
mit einer Riesenzeitung statt. Mit dieser Aktion unter dem Motto
"Einkommen ist kein Beichtgeheimnis", die sofort das Interesse
zahlreicher PassantInnen weckte, wollen die Frauen im "Bündnis 8.
März" eine breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Bei
einem Pressegespräch informierten sie über ihre Forderungen für mehr
Einkommensgerechtigkeit zwischen Frauen und Männern.

"Das Thema hat auch nach mehr als 30 Jahren nichts von seiner
Brisanz verloren. Frauen verdienen praktisch vom ersten Tag ihres
Berufslebens an weniger und zwar um bis zu 40 Prozent. Werden alle
Faktoren wie Teilzeit, Berufsunterbrechungen usw. mit eingerechnet,
bleiben immer noch 18% Differenz, die statistisch nicht erklärbar
sind", so Erika Kirchweger, Vorsitzende der Katholischen
Frauenbewegung in Oberösterreich. Ein Problem ist auch, dass Frauen
ihren "Marktwert" nicht kennen und nicht wissen, oder sich nicht
trauen, angemessene Gehaltsforderungen zu stellen. Zu diesem Schluss
kommt die "Entgeltexpertin" Dr.in Edeltraud Ranftl von der
Universität Linz, die sich auf Einladung der Frauen im "Bündnis 8.
März" bei einem Runden Tisch mit dem Thema auseinandersetzte.
"Bereits 1979 wurde gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit im
Gleichbehandlungsgesetz niedergeschrieben, die Umsetzung dieses
Rechtsanspruches in der Praxis steht heute aber immer noch zur
Debatte", kritisiert Sarah Ortner vom ÖH-Frauenreferat.

"Früher wurden die Frauen damit abgespeist, sie seien zuwenig
gebildet, jetzt heißt es, sie hätten die falschen Berufe gewählt",
kritisiert Sonja Ablinger, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ
Oberösterreich. Bei den vielen Diskussionen immer Rahmen der
Informationswoche kam immer wieder heraus: Das Problem ist, dass
Frauenarbeit historisch stets unterbewertet wurde. Es fehlt das
Know-How, das Bewusstsein, aber auch der politische Wille,
Transparenz zu schaffen, Tätigkeiten und Berufe systematisch zu
vergleichen, in eine Rangordnung zu bringen und zu klassifizieren.
Die Systeme, wie Arbeit bewertet wird, stammen zum Teil noch aus den
50er-Jahren.

"Wir sehen daher Regierung, Sozialpartner und Arbeitgeber
gefordert, das zu ändern, Kollektivverträge kritisch unter die Lupe
zu nehmen, die Entgeltsysteme zu modernisieren und Rahmenbedingungen
zu schaffen, die eine Durchsetzung des Rechtsanspruches auf gleichen
Lohn ermöglichen", erklärt Ulrike Bernauer-Birner, Geschäftsführerin
des VFQ Gesellschaft für Frauen und Qualifikation mbH..
Die unterschiedliche Arbeit eines Informatikers und einer Logopädin
etwa könne durchaus gleichwertig sein und es sei nicht
nachvollziehbar, dass z.B. eine Vorhangverkäuferin in einem
Einrichtungshaus weniger verdiene, als ein Einrichtungsplaner, wie
zahlreiche Beispiele in der Praxis zeigen.

Bei den Aktionen im Rahmen der Informationswoche für mehr
Einkommenstransparenz, aber auch beim heutigen Pressegespräch wurde
immer wieder die Problematik angesprochen, dass bestimmte
Berufsbereiche, etwa im Beratungs- und Sozialbereich weiblich
"formatiert" sind. Die dafür notwenigen Anforderungen und
Qualifikationen, abgesehen von einem formalen Berufsabschluss, wie
u.a, Empathie oder Einfühlungsvermögen sind aber nicht einfach
weibliche Eigenschaften, sondern klare Anforderungen für das
Berufsbild und müssen als solche auch definiert und bewertet werden.

Maria Buchmayr, Frauenvorsitzende der Grünen Oberösterreich
betont: "Auch der Wirtschaft nützt es, wenn Frauen mehr verdienen.
Sie horten das Geld nicht, sondern geben es aus, weil sie es für das
tägliche Leben brauchen und stärken so die heimische Kaufkraft."

Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich, Medienservice
Silvia Reisinger
Tel.: (0732) 772611-35
mailto:[email protected]

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