• 25.06.2010, 12:23:53
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LR Anschober: Skandalös geringe Ziele Österreichs beim Ausbau der erneuerbaren Energie

Nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energie sieht massive Verringerung des Umstiegstempos auf erneuerbare Wärme vor.

Linz (OTS) - Seit 2005 konnte der Anteil erneuerbarer Energie am
Gesamtwärme- und Kälteverbrauch in Österreich um 6 Prozent auf 30,5
Prozent erhöht werden. Mit ambitionierter Politik könnte dieser
Anteil bis 2020 auf über 50 Prozent erhöht werden und damit die
Abhängigkeit vom Öl im Heizungsbereich deutlich verringert werden.

Nun liegt der vorläufige Endbericht der Bundesregierung zum
"Nationalen Aktionsplan 2010 für erneuerbare Energie (NAP)" vor, der
bis 30. Juni 2010 der EU übermittelt werden muss (Datum des
Endberichts: 18.Juni 2010. Am 21.Juni wurde der Bericht den
Bundesländern übermittelt, die für eine Stellungnahme nicht einmal
eineinhalb Tage Zeit gehabt hätten. Das war nicht möglich,
Oberösterreich deponiert daher jetzt nach Detailbearbeitung des
Berichts seine klare Ablehnung). Anstatt eines ambitionierten
Ausstiegsprogrammes aus der Abhängikeit von Öl zu fixieren - der
Anteil Erneuerbare Energie am Wärme- und Kälteverbrauch könnte bis
2020 realistisch auf 50 Prozent erhöht werden - beinhaltet der NAP
nun das Ziel, den Anteil erneuerbarer Wärme bis 2010 nur mehr im
Schneckentempo (um 2 Prozent auf 32,5 Prozent) zu erhöhen.

Energie-Landesrat Rudi Anschober: "Während die ÖsterreicherInnen laut
gestriger Market-Befragung aus der Abhängigkeit vom Öl aussteigen
wollen und damit Umwelt- und Klimaschutz, Preisstabilität erreichen
und Jobs in der Region schaffen wollen, hat die Bundesregierung -
falls sie diesen vorläufigen Endbericht tatsächlich mit diesen Zahlen
nach Brüssel übermittelt - nicht einmal das Ziel, einen nennenswerten
Ausstieg zu schaffen. Das wäre ein Armutszeugnis für die
österreichische Energiepolitik."
Anschober verweist darauf, dass Oberösterreich bereits aktuell über
dem österreichischen Ziel für 2020 liegt und im aktuellen
Energiekonzept "Energiezukunft 2030" bis 2020 50 Prozent erreichen
will.

Ähnlich untragbar unambitioniert sind die Ziele in anderen Bereichen
des NAP - zum Beispiel beim Anteil erneuerbarer Energie am gesamten
Energieverbrauch in Wohmgebäuden: lag dieser 2010 bei 25 Prozent, so
schätzt der NAP eine Steigerung im Schneckentempo auf 26 Prozent im
Jahr 2020.

Anschober abschließend: "Zurecht protestieren bereits die Verbände
und die betroffenen Firmen (etwa aus der
Biomasseheizkesselproduktion). Denn würde dieser Kurs Realität, dann
würde dies tausende Arbeitsplätze in Österreich, vor allem in
Oberösterreich gefährden. Ich appelliere daher an die
Bundesregierung, die Übermittlung des NAP an Brüssel zu verschieben,
dies Ziele gemeinsam mit den Bundesländern und den Fachverbänden noch
einmal zu überarbeiten, einen ambitionierten Kurs, der den
schrittweisen Ausstieg aus dem Öl möglich macht, festzulegen und an
Brüssel zu melden."

Rückfragehinweis:
Büro Landesrat Rudi Anschober, Mag. Rudi LEO, Pressesprecher, Tel: +436648299969, mailto:[email protected], Promenade 37, 4020 Linz, www.anschober.at

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