Experimentelles, Literarisches und Humoriges in den Ö1-Sommerreihen

Wien (OTS) - Kommende Woche startet Ö1 zahlreiche Sommerserien -von klassischer und neuer Literatur über experimentelles Radio bis hin zu Porträts unvergesslicher Unterhaltungskünstler/innen. Detaillierte Informationen zu den Ö1-Sommerserien sind im Internet unter presse.orf.at abrufbar.

"Next Ideas" - Die Ö1-Sommerserie zur Ars Electronica 2010

Während im Linzer Ars Electronica Center seit 16. Juni die Ausstellung "Die Welt in 100 Jahren" zu sehen ist, bringt Ö1 am Termin der Sendereihe "Digital.Leben" (Montag bis Donnerstag, 16.55 Uhr) von 28. Juni bis 2. September eine Sommerserie, die sich mit Projekten beschäftigt, die zum diesjährigen Prix Ars Electronica eingereicht wurden. Seit 1987 gibt es diesen Preis, in den sieben Wettbewerbskategorien Hybrid Art, Computer Animation/ Film/VFX, Interactive Art, Digital Musics, Digital Communities, dem österreichweit ausgeschriebenen Jugendwettbewerb "u19 - freestyle computing" und in "the next idea", werden die "Oscars der Medienkunst", die Goldenen Nicas verliehen. Ö1 widmet sich besonders den Projekten der Kategorie "the next idea", deren Preisträger bei der Verwirklichung unterstützt werden sollen - wie z. B. Bruce Baikie und sein "Intelligent Solar Powered 3G-WiFi Broadband Access", ein speziell für wenig entwickelte Gebiete wasser- und staubdichtes, stromnetzunabhängiges Gerät, das Breitband-Internetanschlüsse überall auf der Welt ermöglichen soll.

"Der Engel mit der Posaune": Ernst Lothars Roman als achtteiliges Hörspiel ab 3.7.

Der österreichische Schriftsteller Ernst Lothar (1890-1974) schrieb den Roman "Der Engel mit der Posaune" 1944 im Exil in den USA, wohin er 1938 geflohen war. Dieses zutiefst "österreichische" Buch erschien zunächst in Englisch und drei Jahre später, 1947, in Deutsch. Die Verfilmung des Romans (mit Paula Wessely, Attila Hörbiger, Hedwig Bleibtreu u. a.) hatte 1948 bei den Salzburger Festspielen Premiere und erntete international großartige Kritiken. Ernst Lothar schildert im "Engel mit der Posaune" die Geschichte der Klavierbauerfamilie Alt, beginnend im Jahr 1888. Mit dieser spannenden und bewegenden Familiensaga zeichnet er zugleich ein eindrucksvolles Zeitbild Österreichs: Vom Abglanz der Donaumonarchie, über ihren Niedergang, die Jahre des Austrofaschismus, des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs bis zu dessen Ende 1945. 1970 hat Regisseur Klaus Gmeiner die dramatische, spannungsreiche und atmosphärisch dichte österreichische Familiensaga als Hörspiel-Achtteiler dramatisiert und in hochkarätiger Besetzung realisiert: mit Gert Westphal als Erzähler, Aglaja Schmid, Michael Heltau, Gustl Weishappel u. v. a., zu hören ab 3. Juli jeden Samstag bis 21. August in der "Hörspiel-Galerie" (14.00 Uhr).

Kurt-Tucholsky-Sommerrevue in neun Patina-Matineen ab 4.7.

Tucholsky hat man. Teils gelesen, teils inhaliert, teils seit Jahren zu Hause stehen, teils seinerzeit bewundert, aber jetzt schon lang nicht mehr so präsent - aber: man hat. Anlässlich des 120. Geburtstages sowie des 75. Todestages des Dichters gestaltete Roland Knie die neunteilige Tucholsky-Sommerrevue, zu hören in "Patina" ab 4. Juli, 9.05 Uhr: Tucholsky zum Kennenlernen, Wiederentdecken oder einfach Schwelgen.

"Sternstunden des Humors" - Unterhaltungskünstler/innen im Porträt ab 4.7.

Die Ö1-Sommerserie "Sternstunden des Humors" ruft bis Ende September jeden Sonntagmorgen (9.30 Uhr) ausgewählte Persönlichkeiten der Unterhaltungskunst in Erinnerung. Den Auftakt macht am 4. Juli Heinz Conrads, die weitere Auswahl bis 26. September: Karl Valentin, Hans Peter Heinzl, Heinz Erhardt, Ernst Waldbrunn, Wolfgang Neuss, Helmut Qualtinger, Woody Allen, Liesl Karlstadt, Otto Grünmandl, Gerhard Bronner und andere. Den Großteil der Porträts verfasste Schriftsteller Franz Schuh, weitere Sendungen gestalteten Ursula Burkert und Silvia Lahner; Alexander Strobele wird durch die "Sternstunden des Humors" führen.

"Das Ö1-Labor" ab 4. Juli

Ö1 hat zu Beginn dieses Jahres Radiomacher/innen, Kreative, Student/innen und Interessierte, die nicht zum Stammpersonal des Senders gehören, eingeladen, Sendungen oder Sendungsprojekte zu entwickeln und vorzuschlagen. Dazu wurden die einschlägigen Fachhochschulen kontaktiert und am Ende acht Projekte ausgewählt, die ab 4. Juli immer sonntags ab 23.03 Uhr unter dem Titel "Das Ö1-Labor" zu hören sind. Thematische Vorgaben gab es keine. Zu erwarten ist daher ein bunter Mix. Einige Beispiele: Lale Rodgarkia-Dara und Peter A. Krobath entführen in die Welt der Sprachboxen und klären auf, warum die versäumten Anrufe die besten sind. Julian Rubisch unternimmt eine Reise durch vergangene, gegenwärtige und zukünftige Klanglandschaften, und Ernst Reitermeier und Barbara Kaiser gestalten das Porträt eines Wiener Altbaus. Was hört man von morgens bis abends, wenn man in einem "Haus auf der Wieden" lebt? Ebenfalls eine akustische Wanderung verspricht Christian Buttkereit. Er entführt uns in das europäische Istanbul. Ein Studententeam der Fachhochschule St. Pölten dokumentiert die "Kumbh Mela", ein gewaltiges religiöses Fest in Indien. Weiters: Hosea Ratschiller und Freunde begeben sich mit Marcel Proust auf die "Suche nach der verlorenen Zeit", Martin G. Wanko stöbert in den nachgelassenen Kisten und Schachteln des vor fünf Jahren verstorbenen Dichters und Dramatikers Wolfgang Bauer und die "Radio Dynamik Redaktion" untersucht das Verhältnis zu Utopien. Stolpern Menschen nur noch von einer Problemlösung zur anderen, reagieren sie bloß oder verfügen sie noch über konkrete Fantasien für eine andere, bessere Welt?

Stermann/Grissemann - "Zwei Klassiker lesen Weltliteratur" ab 5. Juli

Ab 5. Juli unternehmen die FM4-Stimmen Stermann & Grissemann einen Ausflug ins Ö1-Programm. In vier Leseabenden im RadioKulturhaus nahmen sie sich im vergangenen Frühling die großen Texte der Menschheit vor. Land für Land. Am Beginn der aus den Mitschnitten dieser Abende entstandenen achtteiligen "Tonspuren"-Sommerserie steht eine (auch literarische) Großmacht: Russland. Zu hören sind u.a. Texte von Anton Tschechow und Nikolai Gogol. Bis 26. August folgen die USA, Österreich, Ungarn, Deutschland, Japan, Großbritannien und Indien - jeweils Montag, 21.00 Uhr und als da capo Donnerstag, 16.00 Uhr.

Siegertexte des Ö1-Literaturwettbewerbs WÖRTER.See ab 6. Juli

Die Ö1-Literatur- und Hörspielabteilung schrieb Anfang 2010 unter dem Titel WÖRTER.See erstmals einen Literaturwettbewerb für junge Autorinnen und Autoren bis 35 aus. Erklärtes Ziel war die Förderung zeitgenössischer Literatur und des literarischen Nachwuchses, gesucht wurden Texte in deutscher Sprache mit einer Länge von 30.000 bis maximal 50.000 Zeichen ohne Themenvorgabe. Aus den 164 eingereichten Texten wählte eine Fachjury die neun besten aus. Diese werden ab 6. Juli an neun hintereinander folgenden Dienstagen jeweils ab 21.00 Uhr auf Ö1 gesendet, gelesen von Schauspielerinnen und Schauspielern. Das Projekt WÖRTER.See wird ab Juli auch online unter oe1.ORF.at/woertersee begleitet, wo die Siegertexte nachzulesen sind.

Weitere Informationen zu den Ö1-Sommerserien sind unter presse.orf.at abrufbar.

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