- 24.06.2010, 18:03:55
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Neues Volksblatt: "Utopisch" (von Werner Rohrhofer)
Ausgabe vom 25. Juni 2010
Linz (OTS) - "Ecclesia semper reformanda" - frei übersetzt: Die
Kirche sollte eine sein, die sich ständig selbst erneuert. Dieser
Grundsatz stammt ursprünglich aus der evangelischen Kirche, er fand
aber auch Eingang in den katholischen Bereich. Gerade heute ist der
Ruf nach "Erneuerung" in der katholischen Kirche nicht zu überhören.
Zuletzt legte die Plattform "Wir sind Kirche" gestern Vorschläge für
eine "neue Kirchenverfassung" auf den Tisch. Unter anderem mit der
Forderung, "Leiter und Leiterinnen auf allen Ebenen" der Kirche
sollten "durch Wahlen" bestellt werden. Wenn man's konkretisiert,
heißt das wohl: Bischöfe sollen gewählt werden. Und ihre Amtszeit
solle begrenzt sein, eine Wiederwahl solle nur einmal möglich sein.
Nun kann und soll es in der Kirche keine "Denkverbote" geben und
jeder soll die Möglichkeit haben, Vorschläge vorzubringen. Freilich
sollten diese Vorschläge realistisch sein. Fehlt dieser Bezug zur
Realität, so endet das Ganze in Frust und Enttäuschung. Und dass
selbst in ferner Zukunft die Kirche zu einer "demokratischen"
Einrichtung mutieren wird, deren leitende "Funktionäre" (Bischöfe!)
vielleicht vom Gottesvolk gewählt werden, das ist sowohl vom
theologischen Kirchenverständnis als auch von der kirchlichen
Realverfassung her utopisch.
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