• 24.06.2010, 12:26:32
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Leitl fordert Wachstumsimpulse und setzt auf "Erneuern statt besteuern"

Neuer und alter WKÖ-Chef verlangt Finanzmarktreformen und setzt auf nachhaltige Werte statt Spekulation und Zockertum

Wien (OTS/PWK524) - In seiner Antrittserklärung vor dem
WKÖ-Wirtschaftsparlament bedankte sich der neue und alte Präsident
der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, an erster
Stelle bei den über 400.000 Betrieben in Österreich für die
Leistungen, welche sie in den vergangenen schwierigen Jahren erbracht
haben: "Österreich hat heute die Hälfte der Arbeitslosenrate Europas.
Und unser Wachstum ist in den vergangenen Jahren um 3,6 Prozent höher
ausgefallen als in der Eurozone. Das sind die positiven Leistungen
unserer Betriebe, welche sich um unser Land und seine Menschen
verdient gemacht haben."

Leitl bedankte sich bei den PräsidentInnen der
Landes-Wirtschaftskammern, bei den Spartenobleuten, den
FunktionärInnen sowie den GeneralsekretärInnen und MitarbeiterInnen
für die Mithilfe bei der Verbesserung der wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und die Bereitschaft, Verantwortung für die
Wirtschaft und das Land zu übernehmen: "Sie alle sind Problemlöser
und wichtige Begleiter für unsere Unternehmen."

Der WKÖ-Präsident wies in seiner Rede auf die unverändert
schwierigen Zeiten hin: "Europa und die Welt ringen um ein
Gleichgewicht im Finanzsystem und suchen nach Regeln. Die
Realwirtschaft ist nicht schuld an der Krise. Jetzt geht es darum,
die Spekulation einzudämmen und die reale Wirtschaft zu stärken."
Leitl betonte, dass er sich derzeit keine Sorgen um Euro-Kurs und
Inflation mache und betonte, dass die Einbindung Österreichs in den
Euro unser Land vor Schaden bewahrt habe. Nun müsse Europa aber eine
koordinierte und strategisch ausgerichtete Wirtschafts- und
Budgetpolitik einrichten. Und bei der Realisierung der neuen
Bankenregeln von Basel III solle nun Amerika vorausgehen, aber nicht
Europa. Eine Realisierung zur jetzigen Zeit schade den Banken ebenso
wie den Kreditnehmern.

Der WKÖ-Präsident warb um die Entwicklung und Förderung neuer
Ideen ("Innovation und Qualifikation sind die Chancen Österreichs")
und darum, nachhaltige Werte wieder in den Vordergrund zu stellen:
"Dienen statt Verdienen, Kontinuität, Handschlagfestigkeit und
Nachhaltigkeit machen sich bezahlt. Und wenn unfähige Manager in
staatsnahen Betrieben scheitern und trotzdem riesige Abfertigungen
kassieren, dann stimmt etwas nicht. Dann müssen wir die Verträge
ändern. Ich bin aber auch gegen eine Neiddebatte. Wer eine
ordentliche Leistung erbringt, soll marktkonform entlohnt werden."

Als "wichtigste Strategie Österreichs" bezeichnete Leitl alle
Bemühungen für mehr Wachstum: "Derzeit sinken die Investitionen - wir
haben deshalb eine Investitionszuwachsprämie vorgeschlagen. Wir
müssen Impulse setzen: Handwerkerbonus, thermische Sanierung und eine
Investitionszuwachsprämie bringen auch dem Budget etwas und tragen
dazu bei, das Wirtschaftswachstum auf 2 Prozent plus zu steigern, die
Beschäftigung zu erhöhen und damit zusätzliche Steuern und Abgaben
als wichtigsten Beitrag zur Budgetsanierung einzunehmen."

Unverändert setzte sich der WKÖ-Chef für umfassende Reformen etwa
in der Verwaltung ein: "Hätten wir das Bildungssystem Finnlands, das
Pensionssystem Schwedens, die Budgetpolitik der Schweiz und die
Arbeitsmarktpolitik Dänemarks, dann bräuchten wir nicht über neue
Steuern zu reden. Wir müssen erneuern statt besteuern, wir müssen von
den Besten lernen, um in fünf Jahren zu den Besten zu gehören. Daher
unterstütze ich auch den Pakt für Österreich, den WIFO-Chef Aiginger
vorgeschlagen hat."

Wissend, dass Steuersenkungen in den kommenden Jahren kaum
umsetzbar sind, forderte Leitl eine umfassende Steuervereinfachung
samt einer Pauschalierung der Lohnnebenkosten: "Wir wollen vom Staat
nicht mehr einfordern als er hat, aber wir haben das Recht, das
Machbare einzufordern. Und wir fordern, dass das Machbare rasch
gemacht wird. Wir wollen, dass endlich gehandelt wird."

"Mit einem gemeinsamen Handeln, mit einer Bündelung der Kräfte,
mit Mut, Optimismus und Zukunftsfreude", so Leitl, könne "Österreich
in fünf Jahren an der Spitze sein und müsse den Besten nicht
hinterherlaufen. Die Wirtschaftskammer wird auch in Zukunft daran
mitwirken, Leistungen zu erbringen, die unserem Land, unseren
Menschen und unseren Betrieben zugute kommen." (RH)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse
Mag. Rupert Haberson
Tel.: T:(+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263
mailto:presse@wko.at
http://wko.at/Presse

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