• 21.06.2010, 17:00:15
  • /
  • OTS0243 OTW0243

"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schamlos angebiedert" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 22.06.2010

Wien (OTS) - Viele Politiker werden umdenken müssen: Mit dem Tod
von Hans Dichand endet auch die Möglichkeit, sich durch
Unterwerfungsgesten und großzügige Inseratenaufträge eine
wohlwollende Berichterstattung der "Kronen-Zeitung" zu erkaufen.

Besonders deutlich geworden ist diese Anbiederung, als Werner Faymann
und Alfred Gusenbauer in der Hoffnung auf mediale Unterstützung mit
einem Anti-EU-Leserbrief an die "Krone" punkten wollten. Wirklich
widerstanden haben der Versuchung aber nur wenige.

Dass Dichand sich hofieren ließ, kann man ihm nicht vorwerfen, sehr
wohl aber seine Machtgier. Er wollte aus dem Hintergrund
(mit)-regieren, ohne Verantwortung tragen zu müssen.

Die eigentlich Schuldigen sind die Politiker. Wer hofft, sich starke
Medien durch schamlose Anbiederung gewogen zu machen, darf sich nicht
wundern, wenn er selber manipuliert wird.

Es würde Politik und Medien gleichermaßen gut tun, wenn mit dem Tod
von Hans Dichand auch diese Art der Verbrüderung ein Ende nimmt.
Politiker sollen Politik machen, Medien darüber berichten. Alles
andere schadet dem Ruf beider.

Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten, Chefredaktion, Tel.: 0664/80588382

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PVN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel