"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schamlos angebiedert" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 22.06.2010

Wien (OTS) - Viele Politiker werden umdenken müssen: Mit dem Tod von Hans Dichand endet auch die Möglichkeit, sich durch Unterwerfungsgesten und großzügige Inseratenaufträge eine wohlwollende Berichterstattung der "Kronen-Zeitung" zu erkaufen.

Besonders deutlich geworden ist diese Anbiederung, als Werner Faymann und Alfred Gusenbauer in der Hoffnung auf mediale Unterstützung mit einem Anti-EU-Leserbrief an die "Krone" punkten wollten. Wirklich widerstanden haben der Versuchung aber nur wenige.

Dass Dichand sich hofieren ließ, kann man ihm nicht vorwerfen, sehr wohl aber seine Machtgier. Er wollte aus dem Hintergrund (mit)-regieren, ohne Verantwortung tragen zu müssen.

Die eigentlich Schuldigen sind die Politiker. Wer hofft, sich starke Medien durch schamlose Anbiederung gewogen zu machen, darf sich nicht wundern, wenn er selber manipuliert wird.

Es würde Politik und Medien gleichermaßen gut tun, wenn mit dem Tod von Hans Dichand auch diese Art der Verbrüderung ein Ende nimmt. Politiker sollen Politik machen, Medien darüber berichten. Alles andere schadet dem Ruf beider.

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