ÖGKV fordert zielgerechten Einsatz von Kompetenzen der Fachpflege

Pflegekosten in Österreich - ein Fass ohne Boden?

Wien (OTS) - Die schlechten Nachrichten sind längst bekannt: Die Kosten für Pflege und Betreuung steigen jährlich um bis zu 15 Prozent. Gleichzeitig steuert Österreich in den nächsten Jahren auf einen dramatischen Pflegenotstand zu. Laut Statistik Austria haben bereits 480.000 Personen Probleme bei den Basisaktivitäten des täglichen Lebens, wie beispielsweise alleine zu essen, ohne Hilfe Köperpflege durchzuführen oder sich selbst anzukleiden. Weitere 600.000 Menschen können auf Grund ihrer eingeschränkten körperlichen Verfassung weder die tägliche Hausarbeit noch den Einkauf für den persönlichen Bedarf durchführen. Akutkrankenhäuser sind sicher kein geeigneter Platz zur Pflege chronisch Kranker und Rekonvaleszenter. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Pflege und Betreuung durch Familienangehörige ständig.

"Das Vorhaben Pflegebedürftige möglichst lange zu Hause zu versogen, ist wohl der richtige Ansatz, jedoch fehlt es derzeit gänzlich an den dafür notwendigen Strukturen", meint Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).

Laut Rechungshofbericht finden im Bundesland Tirol derzeit bis zu 40 Prozent der ärztlichen Gutachten für die Pflegegeldeinstufung ohne Hausbesuch statt,. ebenso fehlen bundesweite einheitliche Qualitätskriterien, "hier kann wohl kaum von effektiver oder zielgerichteter Verwendung der zur Verfügung stehenden Mitteln ausgegangen werden", betont Frohner weiter.

Die Kompetenz des Fachpflegepersonals ist für die Definition des pflegebedingten Mehraufwands dringend zu nutzen. Als weitere Lösungsansätze sind aus der Sicht des Österreichischen Gesundheits-und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) Pflege- und Betreuungsmodelle mit den entsprechenden Berufsgruppen gemeinsam und vor Ort, wie bereits im Regierungsabkommen vorgesehen, im Sinne einer sozialen Diagnostik, zu erstellen. Ein wichtiger Faktor in der Erhaltung und Unterstützung pflegender Angehöriger ist die gezielte Beratung durch Fachpflegepersonal. Die Kenntnisse der Familiengesundheitspflege sind dringend anzuwenden und die Ausbildung in diesem Bereich vermehrt umzusetzen. Präventive Hausbesuche bei SeniorInnen durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sind dazu geeignet, bereits im Vorfeld Gefahrenpotentiale, wie etwa das Sturzrisiko zu erfassen und damit Folgekosten zu senken. Darüber hinaus ist Pflege und Betreuung nicht ausschließlich als Kostenfaktor, sondern als zentraler Leistungsfaktor des Gesundheits-und Sozialsystems zu sehen.

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