• 21.06.2010, 09:42:36
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Bevölkerungsprognose: Allianz erwartet "Wirtschaftswunder" in Afrika

Wien (OTS) - Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung
stellen Industrieländer vor wirtschaftliche Herausforderungen,
während Afrika zum Aufholen ansetzt: Mit Investitionen in
Bildungsprogramme für Frauen soll der Überbevölkerung Einhalt geboten
- und damit eine Ära des Wirtschaftswachstums eingeläutet werden. In
zwölf Jahren könnte das Gastgeberland der aktuellen Fußball-WM,
Südafrika, Österreich beim Abhängigkeitsquotienten (Relation zwischen
erwerbsfähigen und wirtschaftlich abhängigen Personen) überholen.

Afrikas Bevölkerungsprognosen bieten Aussicht auf wirtschaftlichen
Aufschwung. "Aus demographischer Perspektive haben die afrikanischen
Staaten in den kommenden Jahrzehnten die historische Chance, die
Armut zu besiegen - sofern die richtigen Maßnahmen ergriffen werden",
fasst Martin Bruckner, Vorstandsmitglied der Allianz Gruppe in
Österreich, die Ergebnisse des aktuellen "Allianz Demographic Pulse"
zusammen.

Abhängigkeitsquotient: in Industrieländern steigend, in Afrika
sinkend

Dabei rückt vor allem ein Indikator ins Blickfeld: der
Abhängigkeitsquotient. Dieser bezeichnet das Verhältnis der
wirtschaftlich abhängigen Altersgruppen (Personen unter 15 bzw. über
65 Jahren) zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Je niedriger die
Quote, desto besser sind die Aussichten für das Wirtschaftswachstum.
Während die Industriestaaten seit dem neuen Jahrtausend steigende
Werte aufweisen, zeigt der Trend bei den afrikanischen Ländern in die
entgegengesetzte Richtung. Diese Entwicklung lässt sich auch im
Vergleich zwischen Österreich und Südafrika zeigen: Aktuell liegt der
Abhängigkeitsquotient in Österreich bei 47,7 Prozent, in Südafrika
bei 53,6 Prozent. Im Jahr 2023 wird Südafrika Österreich erstmals
überholen - bis 2050 wird sich dieser Trend beschleunigen, wobei der
Indikator für Österreich bei 76,7 Prozent und jener für Südafrika bei
47,9 Prozent liegen wird. "Die Zahlen machen eines deutlich: Während
in den Industriestaaten vor allem die staatlichen Pensionssysteme
unter Druck kommen werden, sind in einer Reihe afrikanischer Länder
die demographischen Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen
Aufholprozess vorhanden, sogar eine Entwicklung im Stile der
einstigen 'asiatischen Tigerstaaten' Taiwan oder Südkorea erscheint
möglich", erklärt Bruckner.

"Bildungs- statt Pillenknick" in Afrika

Basis für diese demographischen Entwicklungen seien insbesondere
Investitionen in Bildungsprogramme für Frauen, so die Allianz Studie.
Denn je höher das Ausbildungsniveau der Frauen, desto niedriger ist
die Geburtenrate. In Südafrika, wo rund 90 Prozent der Frauen lesen
und schreiben können, liegt die Geburtenrate bei 2,5 Kindern, während
sie im Tschad, wo immer noch rund 80 Prozent der Frauen Analphabeten
sind, bei 6,3 Kindern liegt. Sinken die Geburtenraten einer zuvor
sehr kinderreichen Gesellschaft, so wächst in den folgenden
Jahrzehnten der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung.
Der "produktive Teil" der Gesellschaft muss so deutlich weniger
wirtschaftlich Abhängige versorgen.

Multiplikator für nachhaltigen Wohlstand

Bildungsprogramme für Frauen wirken sich nicht nur auf
Geburtenraten, sondern auch auf das Wirtschaftswachstum positiv aus:
Vergleicht man die Wirtschaftskraft der einzelnen afrikanischen
Länder mit den jeweiligen Geburtenraten, ergibt sich folgender
Zusammenhang: Je höher das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, desto
niedriger die durchschnittliche Geburtenrate. Während die meisten der
zentralafrikanischen Länder, in denen das Bruttoinlandsprodukt
weniger als 1.000 US Dollar pro Kopf beträgt, Geburtenraten von mehr
als fünf Kindern pro Frau verzeichnen, liegen sie in den nord- und
südafrikanischen Ländern wie Ägypten, Algerien, Marokko, Botswana und
Südafrika unter drei Kindern. Dieser Zusammenhang zwischen
Geburtenrate und Wirtschaftskraft besteht jedoch nicht nur in
Entwicklungsländern: Reiche Länder wie die Schweiz, Deutschland oder
Japan haben eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit - Österreich
liegt mit einer Geburtenrate von 1,38 weltweit auf Rang 18, beim BIP
pro Kopf von 45.090 US-Dollar auf Rang 11. Laut Allianz Demographic
Pulse bestehe zwischen den beiden Größen ein eindeutiger kausaler
Zusammenhang, das Sinken der Geburtenrate folge der positiven
Wirtschaftsentwicklung häufig mit zeitlicher Verzögerung.

Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklungen geht unter
anderem auch die UN davon aus, dass der rückläufige Trend bei den
Geburtenraten in Afrika anhält. Darüber hinaus sind dafür aber auch
natürlich mehr politische Stabilität und eine Fortsetzung des
wirtschaftspolitischen Reformkurses notwendig. "Die westlichen Länder
haben allen Grund, die Anstrengungen in Afrika nach Kräften zu
unterstützen. Denn ein prosperierendes Afrika kann entscheidend dazu
beitragen, die Effekte einer alternden Gesellschaft im globalen
Maßstab zu dämpfen. Afrika verdient in unserem eigenen Interesse
unsere volle Aufmerksamkeit, nicht nur, wenn dort Fußball gespielt
wird", so Bruckner abschließend.

Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news/

- Foto: Martin Bruckner ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Allianz Demographic Pulse als PDF

Rückfragehinweis:

Dr. Marita Roloff, Unternehmenskommunikation
   Allianz Gruppe in Österreich
   Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien
   Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261
   E-Mail: [email protected]
   Internet: www.allianz.at

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