• 17.06.2010, 16:10:02
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Huainigg: Bildungskarrieren behinderter Schüler sichern!

Bildungsdebatte: Stein der Weisen nicht in anderen Ländern, sondern in Integrationsklassen suchen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Die Bildungskarrieren behinderter Schüler und
Schülerinnen sind jetzt und in Zukunft aktiv zu unterstützen! Ich
begrüße daher den Gesetzesantrag der Regierungsparteien, der
sicherstellt, dass behinderte Schülerinnen und Schüler auch künftig
die Reifeprüfung entsprechend ihren körperlichen Bedürfnisse ablegen
können", erklärte Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für
Menschen mit Behinderungen, heute, Donnerstag. ****

In seiner Rede im Plenum des Nationalrates betonte der Abgeordnete
den hohen Stellenwert von Bildung: "Nicht nur, aber gerade auch für
Menschen mit Behinderung ist Bildung ein Weg, um aus vorgezeichneten
Karrieren auszubrechen. Generell wird im Bildungsbereich stets der
Stein der Weisen gesucht. Politiker reisen in andere Länder,
durchstöbern Bildungskonzepte, diskutieren Differenzierungen und
welches Schild an der Schule hängen soll. Ich sage: Es gibt den Stein
der Weisen und er ist in Österreich zu finden. Behinderte Kinder
haben den Unterricht auf den Kopf gestellt. Mit einem Schüler mit
Down-Syndrom beispielsweise ist kein Frontalunterricht möglich, es
braucht anschauliche Lernmaterialien, offenen Unterricht, geringere
Schülerzahlen, individuelle Lehrpläne. Durch diese Rahmenbedingungen
profitieren behinderte wie auch nicht behinderte Kinder. Jedes Kind
wird entsprechend seinen Fähigkeiten gefordert und gefördert",
erklärte Huainigg.

Der ÖVP-Behindertensprecher ging in seiner Rede auch auf die im
Unterrichtsausschuss stattgefundene Debatte zur schulischen
Integration/Inklusion ein und auf die Diskussion, ob behinderte
Menschen Lehrer werden sollen. "Diese Themen werden in einem
Unterausschuss des Unterrichtsausschusses unter Einbeziehung von
Experten behandelt", so Huainigg.

"In den letzten 20 Jahren entstanden durch die schulische Integration
Bildungsinseln, für die uns andere Länder beneiden. Ein
individualisierter Unterricht wird durch den Ausbau der schulischen
Integration wesentlich gefördert werden. Die schulische Integration
war der größte Umwandlungsprozess im Schulsystem in den letzten
Jahrzehnten. Nutzen wir diese Erfahrungen und machen wir sie für das
gesamte Schulsystem zugänglich. Das heißt: Jedes behinderte Kind soll
bei der Einschulung in eine Integrationsklasse aufgenommen werden.
Dies sollte den Regelfall darstellen", forderte Huainigg und
plädiert: "Es braucht die schulische Integration nach der 8.
Schulstufe und: behinderte Lehrer müssen möglich sein!"

Abschließend verwies Huainigg auf die Bedeutung von adäquaten
Unterrichtsbehelfen für behinderte Schülerinnen und Schüler: "Im
Rahmen der Schulbuchaktion werden spezifische Schulbücher und
Unterrichtsmittel für behinderte Kinder kostenlos zur Verfügung
gestellt - ein Beispiel sind Untertitel für gehörbehinderte Kinder
bei Begleit-DVD von Schulbüchern. Dieses Angebot ist weiter zu
verbessern. Ich begrüße daher, dass die Regierungsparteien die
Unterrichtsministerin aufgefordert haben, zu prüfen, inwieweit im
Rahmen der Finanzierung der Unterrichtsmittel künftig die
Barrierefreiheit besser gewährleistet werden kann."
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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