Huainigg: Bildungskarrieren behinderter Schüler sichern!

Bildungsdebatte: Stein der Weisen nicht in anderen Ländern, sondern in Integrationsklassen suchen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Die Bildungskarrieren behinderter Schüler und Schülerinnen sind jetzt und in Zukunft aktiv zu unterstützen! Ich begrüße daher den Gesetzesantrag der Regierungsparteien, der sicherstellt, dass behinderte Schülerinnen und Schüler auch künftig die Reifeprüfung entsprechend ihren körperlichen Bedürfnisse ablegen können", erklärte Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen, heute, Donnerstag. ****

In seiner Rede im Plenum des Nationalrates betonte der Abgeordnete den hohen Stellenwert von Bildung: "Nicht nur, aber gerade auch für Menschen mit Behinderung ist Bildung ein Weg, um aus vorgezeichneten Karrieren auszubrechen. Generell wird im Bildungsbereich stets der Stein der Weisen gesucht. Politiker reisen in andere Länder, durchstöbern Bildungskonzepte, diskutieren Differenzierungen und welches Schild an der Schule hängen soll. Ich sage: Es gibt den Stein der Weisen und er ist in Österreich zu finden. Behinderte Kinder haben den Unterricht auf den Kopf gestellt. Mit einem Schüler mit Down-Syndrom beispielsweise ist kein Frontalunterricht möglich, es braucht anschauliche Lernmaterialien, offenen Unterricht, geringere Schülerzahlen, individuelle Lehrpläne. Durch diese Rahmenbedingungen profitieren behinderte wie auch nicht behinderte Kinder. Jedes Kind wird entsprechend seinen Fähigkeiten gefordert und gefördert", erklärte Huainigg.

Der ÖVP-Behindertensprecher ging in seiner Rede auch auf die im Unterrichtsausschuss stattgefundene Debatte zur schulischen Integration/Inklusion ein und auf die Diskussion, ob behinderte Menschen Lehrer werden sollen. "Diese Themen werden in einem Unterausschuss des Unterrichtsausschusses unter Einbeziehung von Experten behandelt", so Huainigg.

"In den letzten 20 Jahren entstanden durch die schulische Integration Bildungsinseln, für die uns andere Länder beneiden. Ein individualisierter Unterricht wird durch den Ausbau der schulischen Integration wesentlich gefördert werden. Die schulische Integration war der größte Umwandlungsprozess im Schulsystem in den letzten Jahrzehnten. Nutzen wir diese Erfahrungen und machen wir sie für das gesamte Schulsystem zugänglich. Das heißt: Jedes behinderte Kind soll bei der Einschulung in eine Integrationsklasse aufgenommen werden. Dies sollte den Regelfall darstellen", forderte Huainigg und plädiert: "Es braucht die schulische Integration nach der 8. Schulstufe und: behinderte Lehrer müssen möglich sein!"

Abschließend verwies Huainigg auf die Bedeutung von adäquaten Unterrichtsbehelfen für behinderte Schülerinnen und Schüler: "Im Rahmen der Schulbuchaktion werden spezifische Schulbücher und Unterrichtsmittel für behinderte Kinder kostenlos zur Verfügung gestellt - ein Beispiel sind Untertitel für gehörbehinderte Kinder bei Begleit-DVD von Schulbüchern. Dieses Angebot ist weiter zu verbessern. Ich begrüße daher, dass die Regierungsparteien die Unterrichtsministerin aufgefordert haben, zu prüfen, inwieweit im Rahmen der Finanzierung der Unterrichtsmittel künftig die Barrierefreiheit besser gewährleistet werden kann."
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