Hypo zeigt: "Geltendes Bankenprüfsystem muss runderneuert werden"

Hypo-U-Ausschussvorsitzender Holub sieht dringenden Handlungsbedarf bei Pröll

Klagenfurt (OTS/Grüne) - Einen umfassenden Umbau des Systems der Bilanzprüfungen bei heimischen Banken fordert der Vorsitzende des Hypo-U-Ausschusses, Rolf Holub. Man öffne Bilanzierungstricks geradezu Tür und Tor, wenn man so weiter mache wie bisher - und schade so letzten Endes, wie das Beispiel Hypo zeige, dem Steuerzahler: "Da sucht sich eine Bank selbst (!) die Wirtschaftsprüfungskanzlei aus und diese arbeitet dann auch noch so lange, wie eben die "Chemie" zwischen Bank und Prüfungskanzlei stimmt. Das ist wirklich beinahe so, wie es Gutachter Kleiner in der gestrigen Einvernahme im U-Ausschuss umriss: Ein Maturant sucht sucht sich seinen Prüfer aus - und bezahlt ihn auch noch. Hier besteht dringender Handlungsbedarf seitens Finanzminister Pröll. Bleibt Pröll weiter untätig, kann sich Österreich schon auf den nächsten Bankencrash nach Bawag und Hypo gefasst machen."

Holub will sich unter anderem am Beispiel Kroatiens orientieren:
"Dort dürfen Wirtschaftsprüfungskanzleien nur drei Jahre lang die gleiche Bank prüfen - dann muss verpflichtend eine andere Kanzlei die Bilanzen prüfen." Die Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer von Confida und Deloitte, die gemeinsam bis 2006 die Hypo-Bilanzen prüften, sieht Holub ambivalent: "Einerseits waren es die Wirtschaftsprüfer, die letzten Endes doch auf diverse Ungereimtheiten im Zuge der 328-Millionen-Euro schweren SWAP-Verluste drauf kamen und so lange nachbohrten, bis der damalige Hypo-Vorstand Kulterer die Verluste eingestehen musste. Andererseits ist es wohl auch so, dass die Abteilung Treasury der Hypo die Prüfungsmethoden von Confida nach 13 Jahren so gut kannte, dass sie sich dadurch erst zum großangelegten Versuch der Bilanzfälschung hinreißen hat lassen."

"Ich appelliere an den Finanzminister, den Mut zu tiefgreifenden Reformen am Bankensektor aufzubringen. Gemeinsam mit Nationalbank und Finanzmarktaufsicht muss er ein Paket auf den Weg bringen, das ohne Rücksicht alle heimischen Banken in die Pflicht nimmt." Vor allem für systemrelevante Banken, die der Staat schließlich auffangen muss, brauche es ein engeres Korsett und neue Bestimmungen. So müssten etwa Aufsichtsrat und Landesaufsicht auch bessere Instrumente in die Hand bekommen, um eine Kontrolle, die diesen Namen auch verdient, ausüben zu können.
Das Beispiel Hypo müsste Pröll eigentlich die Dringlichkeit zeigen," fordert Holub den Finanzminister zu einer klaren Stellungnahme auf.

Rückfragen & Kontakt:

Markus Kozuh
Pressereferent Rolf Holub-U-Ausschuss Hypo
Tel.: +43/(0)676/84 81 83 400
markus.kozuh@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRK0001