• 17.06.2010, 14:31:16
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Hypo zeigt: "Geltendes Bankenprüfsystem muss runderneuert werden"

Hypo-U-Ausschussvorsitzender Holub sieht dringenden Handlungsbedarf bei Pröll

Klagenfurt (OTS/Grüne) - Einen umfassenden Umbau des Systems der
Bilanzprüfungen bei heimischen Banken fordert der Vorsitzende des
Hypo-U-Ausschusses, Rolf Holub. Man öffne Bilanzierungstricks
geradezu Tür und Tor, wenn man so weiter mache wie bisher - und
schade so letzten Endes, wie das Beispiel Hypo zeige, dem
Steuerzahler: "Da sucht sich eine Bank selbst (!) die
Wirtschaftsprüfungskanzlei aus und diese arbeitet dann auch noch so
lange, wie eben die "Chemie" zwischen Bank und Prüfungskanzlei
stimmt. Das ist wirklich beinahe so, wie es Gutachter Kleiner in der
gestrigen Einvernahme im U-Ausschuss umriss: Ein Maturant sucht sucht
sich seinen Prüfer aus - und bezahlt ihn auch noch. Hier besteht
dringender Handlungsbedarf seitens Finanzminister Pröll. Bleibt Pröll
weiter untätig, kann sich Österreich schon auf den nächsten
Bankencrash nach Bawag und Hypo gefasst machen."

Holub will sich unter anderem am Beispiel Kroatiens orientieren:
"Dort dürfen Wirtschaftsprüfungskanzleien nur drei Jahre lang die
gleiche Bank prüfen - dann muss verpflichtend eine andere Kanzlei die
Bilanzen prüfen." Die Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer von Confida und
Deloitte, die gemeinsam bis 2006 die Hypo-Bilanzen prüften, sieht
Holub ambivalent: "Einerseits waren es die Wirtschaftsprüfer, die
letzten Endes doch auf diverse Ungereimtheiten im Zuge der
328-Millionen-Euro schweren SWAP-Verluste drauf kamen und so lange
nachbohrten, bis der damalige Hypo-Vorstand Kulterer die Verluste
eingestehen musste. Andererseits ist es wohl auch so, dass die
Abteilung Treasury der Hypo die Prüfungsmethoden von Confida nach 13
Jahren so gut kannte, dass sie sich dadurch erst zum großangelegten
Versuch der Bilanzfälschung hinreißen hat lassen."

"Ich appelliere an den Finanzminister, den Mut zu tiefgreifenden
Reformen am Bankensektor aufzubringen. Gemeinsam mit Nationalbank und
Finanzmarktaufsicht muss er ein Paket auf den Weg bringen, das ohne
Rücksicht alle heimischen Banken in die Pflicht nimmt." Vor allem für
systemrelevante Banken, die der Staat schließlich auffangen muss,
brauche es ein engeres Korsett und neue Bestimmungen. So müssten etwa
Aufsichtsrat und Landesaufsicht auch bessere Instrumente in die Hand
bekommen, um eine Kontrolle, die diesen Namen auch verdient, ausüben
zu können.
Das Beispiel Hypo müsste Pröll eigentlich die Dringlichkeit zeigen,"
fordert Holub den Finanzminister zu einer klaren Stellungnahme auf.

Rückfragehinweis:
Markus Kozuh
Pressereferent Rolf Holub-U-Ausschuss Hypo
Tel.: +43/(0)676/84 81 83 400
[email protected]

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