SP-Maier zu EU-Lebensmittelkennzeichnung: ÖVP-Abgeordnete umgefallen

Positiv sind verpflichtende Nährwertangaben auf Fertiggerichten, Snacks und bestimmten Getränken

Wien (OTS/SK) - "Die Mehrheit der EU-Abgeordneten ist gestern bei der Abstimmung zur Lebensmittelkennzeichnung im EU-Parlament vor der Industrie in die Knie gegangen - auch die Abgeordneten der ÖVP im europäischen Parlament. Eine Milliarde Euro hat die europäische Lebensmittelindustrie nach eigenen Angaben für den Kampf gegen die Ampelkennzeichnung von Nahrungsmitteln ausgegeben. Ein Bärendienst für die Verbraucher, die damit auch künftig nicht informiert werden, ob der Salz- Zucker- und Fettgehalt eines Lebensmittels im grünen, gelben oder roten Bereich liegt", so SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

EVP-Abgeordneter Seeber verschweige zudem, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen der ÖVP gegen eine fixe Schriftgröße sowie für die Abschaffung der Nährwertprofile gestimmt haben, so Maier. "Das ist eine Brüskierung, vor allem der älteren Generation, denn damit wurde eine bessere Lesbarkeit der Angaben auf den Lebensmitteln abgelehnt", so Maier. Weiters wurden auch sogenannte "National Schemes" abgelehnt, das bedeutet, dass nationale freiwillige System wie es sie etwa in Großbritannien gibt, von den Abgeordneten abgelehnt wurden und künftig nicht mehr möglich sind.

Positiv - klar ersichtliche Nährwertangaben

Sehr positiv bewertete der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher, dass Fertiggerichte, Snacks und bestimmte Getränke nach dem Votum künftig klare Angaben auf der Vorderseite der Verpackung dazu enthalten, wie viele Fette, Zucker und Salz sie je 100 Gramm oder je 100 Milliliter enthalten. Die Hersteller müssen angeben, wie viel Prozent des durchschnittlich täglichen Verbrauchs damit abgedeckt werden und der Kaloriengehalt muss genannt werden. Auch soll angegeben werden, wie viel Eiweiß, Kohlenhydrate, Ballaststoffe sowie natürliche und künstliche Transfette ein Lebensmittel enthält.

Kennzeichnung von Alkohol abgelehnt

"Leider wurde der Bann von künstlichen Transfetten und die Kennzeichnung von Alkohol auch abgelehnt. Es ist schade, dass sich die Mehrheit im EU-Parlament gegen eine einfache, klare Kennzeichnung von Lebensmitteln für die Konsumentinnen und Konsumenten entschieden hat und vielfach einfach die Argumente der Industrie übernommen hat. Damit wird der Kampf für die Gesundheit und gegen den drastischen Anstieg von Übergewicht in der Bevölkerung behindert und erschwert", bedauert Maier. (Schluss) sv/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0006