Hafen Freudenau jetzt komplett vor Hochwasser sicher

Hafentor offiziell in Betrieb genommen - Nächster Schritt: Hafentor und neue Dämme für den Hafen Albern bis 2013

Wien (OTS) - Die Arbeiten am riesigen Hafentor, das den Hafen Freudenau künftig vor Hochwasser schützen wird, wurden erfolgreich abgeschlossen. Am Mittwoch wurde das Hafentor im Beisein von Finanz-und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner erstmals geöffnet und damit offiziell in Betrieb genommen. Bei der Eröffnung des Hafentores ebenfalls mit dabei waren Wien Holding-Geschäftsführer Komm.-Rat. Peter Hanke, die Geschäftsführer des Hafen Wien, Ing. Rudolf Mutz und Dr. Herbert Szirota, sowie Dipl.-Ing. Dr. Peter Preindl von der Alpine Bau GmbH und der Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, Gerhard Kubik.

"Über 22 Millionen Euro haben wir im Hafen Wien investiert, um künftig auch bei Hochwasser auf der Donau den Warenumschlag im Hafen Freudenau ungestört weiter abwickeln zu können. Dieses Hochwasserschutz-Projekt ist ein ganz wichtiger Schritt, um den Hafen Wien als europäischen Logistik- und Umschlagknoten weiter aufzuwerten, neue Betriebe anzusiedeln und die Einrichtungen für den Warenumschlag auszubauen", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner bei der Eröffnung.

"Szenarien wie beim Hochwasser im Jahr 2002, wo das Hafengelände in der Freudenau über einen Meter unter Wasser stand, gehören nun der Vergangenheit an, genauso die damit verbundenen Schäden in Millionenhöhe. Davon profitieren nicht nur der Hafen Wien selbst, sondern auch die rund 50 Unternehmen mit ihren rund 1.000 Beschäftigten, die sich im Hafen Freudenau angesiedelt haben. Im nächsten Schritt investieren wir rund 35 bis 40 Millionen Euro, um nun auch den Hafen Albern bis zum Jahr 2013 mit einem Hafentor auszustatten und das Dammsystem zu verstärken und zu erneuern", so Wien Holding Geschäftsführer Komm.-Rat. Peter Hanke.

Riese aus Stahl

Rund 15 Mann haben in den vergangenen dreißig Monaten auf der Großbaustelle täglich, oft auch rund um die Uhr daran gearbeitet, das Hafentor planmäßig fertig zu stellen. 26,5 Meter lang, 13,5 Meter hoch und 200 Tonnen schwer ist das neue, komplett aus Stahl gefertigte Hafentor. Um dem riesigen Druck Stand zu halten, der mit einem Hochwasser verbunden ist, hat der Stahlkörper eine Stärke von knapp zwei Metern und entspricht der Größe eines halben Tennisplatzes im Längsschnitt.

Im Prinzip funktioniert das Hafentor wie ein Schiebetor: Noch bevor das Hochwasser Wien erreicht hat, wird das Hafentor geschlossen. Je nach Wasserstand dauert es 20 bis 30 Minuten, bis das mächtige Tor den Hafen dicht macht. Den Wasserstand innerhalb des geschützten Hafenbeckens regelt ein eigenes Pumpwerk. Drei große Tauchpumpen ermöglichen ein Abpumpen von über drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Schutz vor Jahrhundert-Hochwasser

Ergänzend zum Hafentor wurde bereits der 1,5 Kilometer lange Hochwasserschutzdamm, der den Donaukanal vom Hafenbecken trennt, abgedichtet und verstärkt. Jetzt schützen Tor und Damm den Hafen Freudenau auf einer Fläche von insgesamt mehr als einer Million Quadratmeter. Der neue Hochwasserschutz ist für ein so genanntes Jahrhundert-Hochwasser mit einer Durchflussmenge der Donau von 14.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt. Ohne Hafentor und ohne Abdichtung des Hafendammes würde bei einer solchen Naturkatastrophe der Hafen bis zu drei Meter unter Wasser stehen. Damit wären Schäden von bis zu 240 Millionen Euro verbunden.

Hafenausbau sichert Wirtschaftsstandort

"Um den Hafen Wien zu einem der effizientesten Warenumschlagzentren für Mittel- und Südosteuropa zu machen, wurden insgesamt seit dem Jahr 2006 rund 150 Millionen Euro investiert. Mit weiteren Investitionen in Projekte wie den Hochwasserschutz für den Hafen Albern oder das Projekt "Landgewinnung", bei dem wir dem Hafenbecken neue Flächen für Betriebe und Umschlaganlagen abringen, werden wir die Position des Hafen Wien konsequent und nachhaltig stärken", unterstrich Ing. Rudolf Mutz, Geschäftsführer der Wiener Hafen-Gruppe.

Der Hafen Freudenau ist der zentrale Standort der Wiener Hafen Gruppe. Auf dem Gelände befinden sich die Umschlag-Anlagen für Schüttgüter und Rohstoffe sowie freie und gedeckte Lagerflächen. Der Containerterminal Freudenau wurde in den vergangenen Jahren technisch laufend ausgebaut und um ein modernes, mit zwei leistungsfähigen Portalkränen ausgestattetes Modul erweitert. Im Autoterminal werden bis zu 77.000 Neuwagen pro Jahr umgeschlagen. Kaum ein anderes Logistikzentrum in Österreich kann qualitativ und quantitativ eine Infrastruktur in diesem Ausmaß bieten wie der Hafen Wien. Der große Vorteil des Hafen Wien liegt in seiner Trimodalität, also dem gleichzeitigen Anschluss an die Verkehrsträger Schiff, Bahn und LKW.

Das gesamte Areal des Hafen Wien ist rund 3,5 Millionen Quadratmeter groß. Die Wiener Hafen-Gruppe betreibt hier mit ihrer Muttergesellschaft, der Wiener Hafen GmbH & Co KG, drei große Güterhäfen inklusive Infrastruktur: den Hafen Freudenau, den Hafen Albern sowie den Ölhafen Lobau. Auch der Personenhafen bei der Reichsbrücke und die Marina Wien gehören zur Wiener Hafen-Gruppe, einem Unternehmen der Wien Holding.

Neue Projekte: Hafentor für Albern und Landgewinnung Freudenau

In einer zweiten Ausbaustufe wird nun im Hafen Albern mit dem Einbau eines Hafentors begonnen. Zusammen mit der Neugestaltung und Sicherung der Dämme wurde dafür eine Investitionssumme in Höhe von 35 bis 40 Millionen Euro veranschlagt. Bis Mitte 2013 soll schließlich auch Albern vor Hochwasser komplett sicher sein.

Die Planungsabteilungen im Hafen Wien arbeiten derzeit auch am Projekt "Landgewinnung Hafen Freudenau". Dabei soll das Hafenbecken um 20 Prozent verkleinert werden. Bis zu 70.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche für Betriebsansiedlungen und neue Umschlaganlagen können so gewonnen werden. Im ersten Schritt werden auf diese Weise 20.000 Quadratmeter Fläche bis Ende 2012 gewonnen.

Im Rahmen des Hafenausbauprogrammes wird auch die Straßenverkehrsinfrastruktur komplett neu gestaltet. Dazu wird die Seitenhafenstraße verlegt und neu gebaut. Anfang Mai erfolgte bereits der Spatenstich für das 26 Millionen Euro-Projekt, das die optimale Erreichbarkeit des Hafens Wien zum Ziel hat. Im Zuge der Bauarbeiten wird auch die gesamte Margetinstraße von der Johann-Petrak-Gasse bis zur Alberner Hafenzufahrtsstraße umgebaut. Die Verlängerung über den Donaukanal erfolgt durch die Errichtung einer neuen Brückenverbindung zwischen der Leopoldstadt und Simmering. (Schluss)

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