- 15.06.2010, 10:18:25
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Allianz-AGES-Lebensstil-Studie 2010: Lifestyle nicht mehr in der Krise
Wien (OTS) - Die Zeit heftiger Einschränkungen scheint vorbei,
manche Veränderungen im Lebensstil der Österreicherinnen und
Österreicher blieben jedoch nachhaltig bestehen. Dies ermittelten
Allianz Versicherung und AGES (Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit GmbH) im Rahmen einer gemeinsamen
repräsentativen Umfrage. Der Trend zu gesünderer Ernährung zeigt sich
ebenso weiterhin wie eine verstärkte Mobilität und der Verzicht auf
teure Restaurant-Besuche. Für Gesundheitsausgaben ist hingegen wieder
mehr Geld vorhanden, die Allianz spricht sogar von einem Boom in der
privaten Krankenversicherung.
Wirtschaftsoptimismus und Wohlstandsskepsis
"Im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage sind die meisten
Menschen in unserem Land deutlich optimistischer geworden als im
Vorjahr. Auch in der Beurteilung des Arbeitsmarktes regiert langsam
wieder Zuversicht", betonte Allianz Vorstand Dr. Johann Oswald bei
der Präsentation der aktuellen Lifestyle-Studie 2010. Veränderungen
im Lebensstil seien jedoch vor dem Hintergrund einer nach wie vor
latent vorhandenen Wohlstands-Skepsis zu sehen, die vor allem die
mittlere Altersgruppe der 40-60-Jährigen erfasst hat. Rund ein
Drittel der Befragten gibt an, unmittelbare Auswirkungen der Krise
erlebt zu haben, in Wien sogar 43 Prozent. Neben Einkommenseinbußen
und Arbeitsplatzsorgen wurden auch Preissteigerungen als Krisenfolge
genannt. Wertverluste bei Finanzanlagen beklagen hingegen nur 2,2
Prozent der Österreicher/innen.
Genug Geld für Gesundheit
"Einschränkungen in Sachen Gesundheit nehmen aktuell nur noch 6-8
Prozent der Bevölkerung vor und damit um gut die Hälfte weniger als
im letzten Jahr", berichtete Oswald. Dies gelte für den Besuch von
Privatärzten ebenso wie für Vorsorgeuntersuchungen und medizinische
Leistungen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Auch bei
der privaten Krankenversicherung wird nicht mehr gespart. Stiegen die
Prämieneinnahmen bei der Allianz schon im Verlauf des letzten Jahres
um 5,9 Prozent, so waren dies im 1. Quartal 2010 bereits 6,8 Prozent
und damit noch deutlich mehr als der ebenfalls positive Markttrend
zeigt.
"Der Gesundheit durchaus förderlich sei auch die seit Krisenbeginn
zu erkennende Tendenz vieler Menschen, das Auto öfter mal stehen zu
lassen und sich statt dessen per pedes oder "Öffis" aufzumachen"
meint Oswald. Immerhin 29 Prozent haben diese Umstellung ihrer
Mobilität laut Allianz-AGES-Studie auch in die "Nach-Krisenzeit"
mitgenommen.
Ernährung: gesund, aber kostengünstig
Viele interessante Ergebnisse lieferte die Studie auch
hinsichtlich des Ernährungsverhaltens der Österreicherinnen und
Österreicher. "Insgesamt sind die Menschen beim Einkauf von
Lebensmitteln kostenbewusster geworden, der Trend zu gesünderer
Ernährung fiel aber erfreulicherweise nicht der Wirtschaftskrise zum
Opfer", betonte Univ. Doz. Dr. Ingrid Kiefer, Leiterin des
Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der AGES. 54 Prozent gaben
an, verstärkt Aktionen und Sonderangebote zu nutzen, 32 Prozent gehen
häufiger zum Diskonter, etwa ebenso viele achten im Supermarkt auf
die billigen Handelsmarken.
Die seit Beginn der Finanzkrise gezeigten Veränderungen in der
Lebensmittelauswahl wurden auch in diesem Jahr weiter beibehalten.
Aufgrund der wirtschaftlichen Lage werden seltener Fastfood (26% der
Befragten), Knabbereien (26%), Fertig- und Halbfertigprodukte (24%),
Limonaden (22%) sowie Süßes und Mehlspeisen (21%) konsumiert. Jede/r
Fünfte/r der Befragten gibt an, häufiger Gemüse (21% der Befragten),
Bioprodukte (20%), Obst (19%), Fisch (19%) und Vollkornprodukte (17%)
zu verzehren. Vor allem Personen, die auch im Jahr 2010 finanzielle
Erschränkungen erwarten, verzichten häufiger auf Knabbereien,
Fleisch, Wurstwaren, Limonaden und Alkohol und konsumieren vermehrt
Gemüse, Obst, Kartoffeln, Reis und Nudeln.
Gegessen wird vorzugsweise weiterhin in den eigenen vier Wänden.
Der Trend zum "in-home"-Konsum und Verzicht auf den Besuch von
Restaurants, Imbissstuben oder Fastfood-Lokalen hat sich zuletzt
sogar noch verstärkt (27 Prozent gegenüber 21 Prozent vor einem Jahr
essen häufiger zu Hause).
Als wichtigstes Kriterium beim Einkauf von Lebensmitteln wird die
österreichische Herkunft genannt (86 Prozent), gefolgt vom Aspekt der
saisonalen Frische und der Freiheit von Gentechnik (je 74 Prozent).
Für sechs von zehn Österreicher/innen ist der Preis ein
entscheidender Faktor beim Nahrungsmittel-Einkauf, nur ein Drittel
denkt auch an die Kalorien. "Zugleich sind 72 Prozent der Menschen
überzeugt, dass die Zahl ernährungsbedingter Krankheiten in Zukunft
steigen wird", berichtet Univ. Doz. Dr. Kiefer. Die
ernährungsabhängigen Krankheiten wie beispielsweise Übergewichtigkeit
und Herz-Kreislauferkrankungen werden aber als weniger riskant
eingestuft als Pestizidrückstände und Verunreinigungen, wie zum
Beispiel Dioxin.
Es wird wieder mehr geraucht
Weniger erfreulich ist, dass in den letzten Monaten viele Menschen
wieder häufiger zur Zigarette griffen - allen Bemühungen um
rauchfreie Zonen in der Öffentlichkeit zum Trotz. Insbesondere die
"Heavy User" haben ihren Schnitt erhöht: 30 Prozent der Raucher
konsumieren inzwischen bereits mehr als 5 Packungen pro Woche. 15 %
der Befragten geben an, alkoholische Getränke seltener zu
konsumieren.
Allianz und AGES wollen auch weiterhin die Entwicklung des
Lebensstils gemeinsam beobachten, Risiken aufzeigen und durch
Bewusstseinsbildung bekämpfen. "Generell haben die Österreicherinnen
und Österreicher ein durchaus ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein",
ist Allianz Vorstand Oswald überzeugt. "Jene Risiken, die direkt aus
dem Lebensstil der Menschen entstehen - falsche Ernährung,
übermäßiger Genussmittelkonsum, zu wenig Bewegung - werden aber nach
wie vor unterschätzt."
AGES: Gesundheit für Mensch, Tier und Pflanze
Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH nimmt im
Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet
der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: Gesundheit
für Mensch, Tier und Pflanze. Dazu arbeiten sieben strategische
Bereiche - Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung,
Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und
Risikobewertung - interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und
Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400
Expert/innen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen
und Infektionskrankheiten. Aktuelle Informationen können Sie unter
www.ages.at und auch über den AGES-Newsticker beziehen.
Univ.-Doz. Mag. Dr. Ingrid Kiefer
Leiterin der AGES-Unternehmenskommunikation und des
Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der AGES (Österreichische
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH).
Ernährungswissenschafterin und Gesundheitspsychologin am Institut für
Sozialmedizin, Zentrum für Public Health der Medizinischen
Universität (derzeit in Karenz). Autorin zahlreicher
wissenschaftlicher Publikationen und populärer Sachbücher. Mitglied
des Obersten Sanitätsrates sowie Mitglied des Fachbeirats des Fonds
Gesundes Österreich. Weiters Mitglied der Kommission zur Herausgabe
des Österreichischen Lebensmittelbuches (Codexkommission), Mitglied
der Kommission der FAO/WHO Codex Alimentarium-Kommission (WECO) und
Mitglied der EFSA Advisory Working Group on Communications.
Rückfragehinweis:
Dr. Marita Roloff Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich Hietzinger Kai 101-105 1130 Wien Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261 E-Mail: [email protected] Internet: www.allianz.at Dr. Alexandra Wolf AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH Kompetenzzentrum Ernährung & Prävention Telefon: 050 555/36981 E-Mail: [email protected] Internet: www.ages.at
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