"OMV könnte Komplize bei Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sein."

Pressekonferenz mit Rev. James Koung Ninrew, Nuer Peace Council, Unity State, Sudan und Egbert Wesselink, Koordinator des European Council on Oil in Sudan (ECOS)

Wien (OTS) - Die OMV hat zwischen 1997 und 2003 Öl im Sektor 5A im Sudan gefördert. Der aktuelle Report der European Coalition on Oil in Sudan (ECOS) liefert neue Beweise, dass es eine direkte Verbindung zwischen der Ölförderung und der Verschärfung des Konflikts gibt. Österreich muss den Vorwürfen auf den Grund gehen, denn der Staat besitzt 31% Anteile an OMV!

Die OMV AG unterzeichnete 1997 - zusammen mit anderen Ölfirmen -einen Vertrag, Öl in Sudans Sektor 5A zu fördern, ein Gebiet, das bis dahin großteils vom sudanesischen Bürgerkrieg verschont geblieben war. Nachdem die Ölfirmen ihre Bohrungen begannen, starben in den folgenden Jahren 12.000 Einwohner im Block 5A und 160.000 Menschen wurden gewalttätig vertrieben. Der Bericht "UNPAID DEBT: The Legacy of Lundin, Petronas and OMV in Sudan, 1997-2003" - "Unbezahlte Schuld - Das Erbe von Lundin, Petronas und OMV im Sudan, 1997 - 2003" von ECOS zeigt: Es gibt eine direkte Verbindung zwischen der Ölförderung und der Verschärfung des Konflikts.
ECOS unterstützt mit dem Report die Forderung sudanesischer Kirchen und Menschenrechtsorganisationen nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung in der Ölregion. Der Report hat neue Beweise, dass Lundin, Petronas und OMV zwischen 1997 und 2003 internationales Recht im Sudan verletzt haben.

ECOS fordert die schwedische, österreichische und malayische Regierung zu Untersuchungen auf, ob die Firmen sich nach internationalem Recht strafbar gemacht haben und, ob die Firmen Komplizen bei Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit waren. Das ist gerade für Österreich dringend notwendig, da der Staat 31% Anteile an der OMV besitzt.

ECOS fordert die Ölfirmen auf, Wiedergutmachungszahlungen an die Kriegsopfer zu zahlen, die durch die Firmen im Block 5A zu Schaden kamen. Recht auf Wiedergutmachung von Rechtsverletzungen aufgrund von Ölförderung sind im sudanesischen Freidensvertrag (CPA) und in der einstweiligen Verfassung des Sudans garantiert. Doch bis jetzt hat niemand angebrachte Wiedergutmachungszahlungen erhalten. Die Staatsanwaltschaft in Stockholm hat bereits Nachforschungen über die Mitglieder des Aufsichtsrats von Lundin Petroleum angekündigt.

Den kompletten Report finden Sie unter:
http://www.ots.at/redirect/ecos

Pressekonferenz European Council on Oil in Sudan (ECOS)

Datum: 15.6.2010, um 10:00 Uhr

Ort:
Cafe Landtmann
Dr.-Karl-Lueger-Ring 4, 1010 Wien

Rückfragen & Kontakt:

und Interviewanfragen:
Kathelijne Schenkel von ECOS. Tel +31.64.89 81498
schenkel@ecosonline.org

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